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Wie gut kennen Sie die Klassiker der Schullektüre?

Schülerinnen und Schüler lernen in der Schule wichtige literarische Werke kennen. Wie gut erinnern Sie sich an die Werke Ihrer Schulzeit?

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Dossier

Pädagogische Beziehungen

Studien belegen, dass die Qualität der pädagogischen Beziehungen einen großen Einfluss auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler hat. Doch wie gestaltet man diese Beziehung professionell? Und welche Bedingungen sind an Schulen förderlich für eine gute Beziehungskultur? In diesem Dossier hat das Schulportal Beiträge zum Thema „Pädagogische Beziehungen“ gebündelt.
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Das Deutsche Schulportal

„Für mehr gute Schulen“ – das ist der Leitspruch des Deutschen Schulportals: Die Onlineplatt­form ist ein unabhängiges Fach­medium für alle, die sich für Schul- und Unter­richts­ent­wicklung interessieren. Das Schulportal stellt erfolgreiche Konzepte aus der Schul­praxis vor und bietet aktuelle Informationen und Beiträge rund um die Themen Schul­praxis, Bildungs­politik und Wissenschaft.

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#####EOF##### Digitalisierung - Was kann die Forschung von der Praxis lernen? - Das Deutsche Schulportal

Digitalisierung : Was kann die Forschung von der Praxis lernen?

Das Thema Digitalisierung in der Bildung ist für die Wissenschaft bereits seit längerem Forschungsgegenstand. Werden aber die Forschungsergebnisse adäquat in die Praxis eingebunden? Das ist nicht immer klar ersichtlich. Schulportal-Gastautor Michael Wiedmann ist überzeugt, dass der Wissenschaft-Praxis-Transfer derzeit nicht optimal verläuft und verbessert werden müsste.

Michael Wiedmann Michael Wiedmann / 13. März 2019
Digitalisierung an Schulen
Digitale Medien können das Bildungswesen auf besondere Weise bereichern. Um digitale Unterrichtskonzepte zu optimieren, ist eine enge Verzahnung von Forschung und Praxis sinnvoll.
©dpa

Besuch bei einer Schule am Rand der Schwäbischen Alb: Seit einem Jahr beschäftigen sich dort einige Pioniere mit der Frage, wie zeitgemäßer Unterricht gestaltet werden kann. Ich darf bei einer schulinternen Fortbildung zum Thema „Fremdsprachenunterricht mit iPads“ hospitieren.

Mich interessiert insbesondere, was die Inhalte der Fortbildung sein werden. Werden Anregungen für eine Weiterentwicklung des Unterrichts gegeben, und können dabei Forschungsergebnisse einfließen? Denn obgleich die Digitalisierung erst langsam Einzug in die Schule hält, wird in der Wissenschaft schon lange untersucht, wie Lernen mit digitalen Medien unterstützt werden kann.

Die Fragen der Lehrkräfte werden nur selten beantwortet

Bisher klappt das mit dem Wissenschaft-Praxis-Transfer aber noch nicht so richtig: Fragestellungen aus der Praxis werden selten in die Forschung getragen und wissenschaftliche Erkenntnisse kaum so aufbereitet, dass sie Fragen der Lehrkräfte beantworten. Deswegen bin ich auch gespannt: Was möchten die Teilnehmer der Fortbildung wissen? Welche Fragen werden sie stellen?

Die Fortbildung gibt Katja, die in ein Tablet-Projekt an einer anderen Schule involviert ist und heute ihre Erfahrungen weitergibt. Nach einem kurzen Einstieg zeigt sie, wie Padlets funktionieren. Diese elektronische Version einer Pinnwand erleichtert Gruppen die Zusammenarbeit, zum Beispiel, indem mit ihr Fragen und Antworten gesammelt werden. Katja lässt mit Padlets gerne if-then clauses, also Konditionalsätze vervollständigen, bei denen die Zeitformen der beiden Satzteile aufeinander abgestimmt sein müssen. „If I were a rich man… All day long I would biddy biddy bum…“

Als sie Padlets dafür zum ersten Mal am Ende einer Stunde eingesetzt hatte, so erzählt sie, war sie vom Ergebnis erschrocken. Viele Schülerinnen und Schüler hatten Sätze falsch vervollständigt und offenbar die grammatikalische Regel nicht verstanden, wann welche Zeitform zu verwenden ist. Dabei hatte Katja eigentlich ein gutes Gefühl in der Stunde!

Der Einsatz von digitalen Medien kann eine Weiterentwicklung des Unterrichts anregen.
Michael Wiedmann, pädagogischer Psychologe und Senior Projektmanager bei der Robert Bosch Stiftung

Diesen Moment in der Fortbildung finde ich sehr spannend: Die Padlets haben Katja zum Nachdenken gebracht, ob und wie sie die Unterrichtsziele erreicht. Der Einsatz von digitalen Medien kann also eine Weiterentwicklung des Unterrichts anregen. Neben der Reflexion der eigenen Praxis könnten auch wissenschaftliche Befunde helfen, die Impulse von außen geben. Zum Beispiel bei der Frage, warum Konditionalsätze eigentlich so schwierig sind. Oder welche Fehlkonzepte Schülerinnen und Schüler häufig haben, und wie sich diese korrigieren lassen.

Nun kommen wir zum Leseverständnis. Katja erzählt wieder aus ihrem Unterricht: In eigenen Texten setzen Schülerinnen und Schüler meist keine Absätze. Dass diese den Abschluss eines inhaltlichen Blocks signalisieren, und dass im nächsten Absatz etwas Neues behandelt wird, verstehen viele nicht.

Katja zeigt, wie man die Kommentarfunktion in Pages nutzen kann, um etwas zu erklären oder Schülerinnen und Schüler selbst etwas erklären zu lassen, wie etwa, warum ein Absatz an genau dieser Stelle sinnig sei. Ich werde aufmerksam: Selbsterklärungen sind gut beforscht. Hier wäre also wieder eine Möglichkeit, Forschungswissen konstruktiv einfließen zu lassen. Zum Beispiel dahingehend, wie lernförderliche Selbsterklärungen aussehen und wie man sie unterstützen kann.

Forschung muss näher an die Fragen und die Bedarfe der Lehrkräfte anschließen

Auf der Rückfahrt nach Stuttgart lasse ich die Erlebnisse Revue passieren. Ich frage mich, ob diese Fortbildung wirklich davon profitiert hätte, Forschungsbefunde einzubeziehen. Die heute teilnehmenden Lehrkräfte hatten andere Fragen: Kann ich Padlets einfach bedienen? Wann kann ich sie in meinem Unterricht verwenden? Und auch grundlegendes: Wie verbinde ich mein Tablet mit dem Beamer? Wie tausche ich Dateien mit meinen Schülerinnen und Schülern aus?

Eine Lehrerin hatte vor wenigen Monaten zum ersten Mal ein Tablet in der Hand! Ich bin beeindruckt von der Offenheit und der Wissbegierde der Lehrkräfte. Ich glaube, das Ziel der Veranstaltung war vor allem, Lust auf den Einsatz des iPad zu machen und Hemmnisse abzubauen. Das hat sie auf jeden Fall erreicht.

Wann wäre ein besserer Zeitpunkt, um Anregungen für die Qualitätsentwicklung von Unterricht zu geben? Tiefer einsteigen könnte man zum Beispiel, wenn im Anschluss an die Fortbildung gemeinsam Unterricht für ein Fach geplant wird. Für diesen konkreten Fall fällt es vielleicht leichter, passende Forschungsbefunde zu identifizieren, beispielsweise aus dem Forschungsmonitor Schule oder dem Clearinghouse Unterricht.

Auf jeden Fall wird mir klar: Damit ein Wissenschaft-Praxis-Transfer gelingen kann, müssen wir noch viel näher an die Fragen und die Bedarfe der Lehrkräfte anschließen. Ich hoffe, dass wir mit unserer Förderung von Wissenschaft-Praxis-Kooperationen dazu beitragen können. Es bleibt jedenfalls viel zu tun.

Zur Person

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#####EOF##### Teach First Deutschland - Eine nicht alltägliche Lernbeziehung - Das Deutsche Schulportal

Teach First Deutschland : Eine nicht alltägliche Lernbeziehung

Die gemeinnützige Bildungsinitiative „Teach First Deutschland“ bringt sogenannte Fellows in Schulen mit besonderen Herausforderungen. Die Fellows begleiten und gestalten Unterricht, betreuen Schülerinnen und Schüler bei Projekten und helfen dabei, Jugendlichen, die in der Schule zu scheitern drohen, einen Schulabschluss zu ermöglichen. Das Schulportal hat sich die Arbeit eines solchen Fellows angeschaut und die besondere Beziehungssituation, die dadurch an der Schule entsteht.

Fabian Schindler / 11. März 2019
Fellow im Unterricht
Fabian Brecht nimmt sich im Unterricht Zeit für die Schülerinnen und Schüler und hilft den Lehrkräften dabei, den Unterrichtsstoff bestmöglich zu vermitteln. Zu vielen Schülerinnen und Schülern hat der „Teach First Deutschland“-Fellow eine besondere Lernbeziehung aufbauen können.
©Fabian Schindler

Fabian Brecht lächelt fast immer. Das sagen die Lehrer an der Hamburger Stadtteilschule Wilhelmsburg. Und das sagen die Schüler. Das mag an seinem ruhigen, ausgeglichenen Charakter liegen, sicherlich aber auch daran, dass die Arbeit, die Brecht macht, ihm eine innere Erfüllung beschert.

Brecht ist als „Teach First Deutschland“-Fellow seit etwa zwei Jahren an der Wilhelmsburger Schule im Einsatz, in wenigen Monaten wird er sie wieder verlassen. Mehrere Auszeichnungen hat die Schule mit ihren etwa 1.150 Schülerinnen und Schülern und 158 Kolleginnen und Kollegen bereits erhalten. Hier wird gut gearbeitet, und dennoch ist die Schule mit ihren multiprofessionellen Teams für jede Hilfe dankbar.

Denn der Sozialindex der Schule ist laut dem KESS-Faktor 1 („KESS“ = Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern) der niedrigstmögliche in Hamburg. Er steht für Schulen mit sehr schwierigen sozialen Rahmenbedingungen. Etwa jede vierte Person im Stadtteil ist auf Sozialleistungen angewiesen, der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt mit 78 Prozent deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 49 Prozent. Etwa 12 Prozent der Schülerinnen und Schüler in diesem Stadtteil verlassen jedes Jahr die Schule ohne Abschluss. Ein herausforderndes Umfeld.

Der Fellow bringt Erfahrung als „Konfliktlöser“ mit

Brecht unterstützt Lehrkräfte und bestimmte Schülerinnen und Schüler jeden Tag, so gut er kann, damit der Unterricht an der Schule erfolgreich gestaltet werden kann. Und er treibt Projekte mit genau jenen Jugendlichen voran, die als schwierig gelten, die den Anschluss verloren haben. Jenen, deren Abschluss gefährdet ist und die vom Fellow darin unterstützt werden, dieses Ziel doch noch zu erreichen.

Geboren wurde er in Dillingen bei Augsburg. In Stuttgart hat Brecht Maschinenbau studiert. Nach dem Studium hatte er eine Zeitlang in einer Unterkunft in Augsburg schwer traumatisierte Flüchtlinge betreut. Diese Erfahrung hat ihn dazu gebracht, bei Teach First Deutschland mitzumachen und dort seine Fähigkeiten als Diplom-Ingenieur und „Konfliktlöser“ sinnvoll einzubringen. Dennoch, der Einstieg in die Schule war nicht ganz einfach.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zu „Schulen in kritischer Lage“ finden Sie in unserem Dossier. Dort bündelt das Schulportal  Interviews, Reportagen, Gastbeiträge und Erklärstücke zum Thema.

Ein Fellow bringt andere Fähigkeiten mit als ein Pädagoge

In dem schlicht eingerichteten Zimmer der Schulleiterin sitzt Brecht und nippt an einem Kaffee. „Der Einstieg war nicht leicht“, sagt der Fellow. Nicht primär wegen des schwierigen Umgangs mit einigen Jugendlichen, die die Stadtteilschule besuchen, sondern weil der systemische Einstieg herausfordernd war. „Die Eingewöhnung fällt einem schwer, wenn man kein gelernter Pädagoge ist – da fehlt einem spürbar etwas“, sagt Brecht.

Er musste erst seinen Platz finden zwischen Schulleitung, Kollegium und Schülern – eine neue Welt für den Maschinenbauingenieur. Er sei, sagt er, auch bis heute „weder Lehrer noch Nachhilfemensch“. Und auch nicht ein Kumpel der Schüler, obgleich er zu einigen im Laufe der Zeit eine intensive und respektvolle Beziehung aufgebaut habe.

Es ist ein ungewohntes Beziehungsgeflecht, das sich an der Schule mit der Ankunft des Fellows entwickelt hat. Das sieht auch Schulleiterin Katja Schlünzen so. „Für uns ist es das erste Mal, dass ein Fellow an dieser Schule aktiv ist. Wir wussten also nicht, ob die Beziehung langfristig klappen wird. Aber wir wollten sehen, was möglich ist. Und was darüber hinaus noch geht“, sagt sie. Ein Teil des Kollegiums war zunächst skeptisch, musste herausfinden, welche Fähigkeiten Brecht mitbringt und ob sie den Unterricht bereichern können. Ein vorsichtiges Beschnuppern – menschlich und fachlich.

Das Kollegium ist inzwischen voll des Lobes

Das Experiment, auf das sich die Schule eingelassen hat, hat sich positiv entwickelt. Heute lobt das Kollegium den Fellow für sein Einfühlungsvermögen. Dafür, dass er den Jugendlichen hilft, den Stoff näherbringt, ruhig, behutsam, anschaulich. Dafür, dass er den Lehrern „den Rücken freihält“, sodass diese sich um das Vermitteln von Inhalten kümmern können, anstatt dauernd Energie und Zeit für die Aufrechterhaltung von Regeln aufwenden zu müssen. Sie loben ihn dafür, dass er mithilft, Strukturen zu schaffen, Regeln durchzusetzen, auch mal mit Schülerinnen und Schülern hinausgeht, um mit ihnen die Dinge zu besprechen, die sie vom Lernen abhalten.

Brecht wird vom Kollegium als gleichwertig angesehen. Er fällt auch nicht besonders auf, da in der Schule ohnehin in multiprofessionellen Teams gearbeitet wird. Dennoch sei er irgendwie doch besonders, sagt Schulleiterin Schlünzen.

Gute Beziehungen: Der Fellow mit Schülern
Emre (links) und Michael-Azaan (rechts) sind voll des Lobes für den Fellow. Brecht habe Ihnen zu einer besseren Zukunft verholfen, unter anderem durch die Teilnahme an einem "Mut-Camp", das der „Teach First Deutschland“-Fellow an der Schule organisiert.
©Fabian Schindler

Das können Emre Erkan und Michael-Azaan Alfandi bestätigen. Die beiden 16-Jährigen sitzen in der Mensa und erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Fellow. Brecht habe sie ernst genommen, stets auf Augenhöhe mit ihnen kommuniziert. Er habe ihnen vermittelt, wofür sie bestimmte Dinge lernen. Und er habe sie niemals fallen gelassen.

Es gab Zeiten, da liefen Emre und Michael-Azaan Gefahr, die Schule ohne Abschluss zu verlassen. Doch die intensive Betreuung und die gute persönliche Beziehung zu „Herrn Brecht“ habe, so sagen sie, ihr Leben verändert. Ihre Sorgen wurden geringer, ihre Leistungen in der Schule besser, und auch das Verhältnis zu ihren Eltern besserte sich. Und sie schafften ihren Abschluss – was vor zwei Jahren wohl niemand für wahrscheinlich gehalten hatte. Weder die Schule noch die Eltern, noch die Schüler selbst. Worauf sie sich nun freuen: auf eine Ausbildung – und damit auf eine berufliche Zukunft.

Begegnung auf Augenhöhe ist dem Fellow wichtig

Aber was ist an diesem Fellow so anders als an vielen Lehrern? Emre überlegt nicht lange, bevor es aus ihm heraussprudelt: Herr Brecht sei ehrlich, vertrauenswürdig, diskret. Er sei immer für sie da – auch wenn es mal nicht gut laufe. Sie könnten ihm Dinge anvertrauen, die sie niemandem sonst anvertrauen würden, weder der Familie noch ihren besten Freunden. Er gebe Ihnen Rückhalt und Mut. Bei den Jugendlichen ist immenser Respekt für den Fellow herauszuhören – und auch Dankbarkeit und Verbundenheit.

Fabian Brecht muss angesichts des Lobes lächeln. Er klatscht sich mit den beiden Schülern ab. Ein wenig peinlich ist ihm das Lob schon. Dennoch – es ist genau diese Rückmeldung, die ihm Kraft gibt und ihn darin bestätigt, „das Richtige“ zu tun. „Die Begegnung auf Augenhöhe, die war mir immer wichtig“, sagt Brecht.

Dass er ein besonderes Verhältnis aufbauen könne, liege sicher zum einen daran, dass er viel Privates von sich erzähle, sich den Jugendlichen gegenüber anders öffnen könne. „Das kann ein Lehrer so oft nicht leisten“, sagt er. Das schaffe eine spezielle Beziehungsebene. Ebenso, dass er sich offen für Dinge entschuldigen könne. „Das wird krass aufgenommen. Das ist für viele Jugendliche erst mal eine neue Option, statt die Auseinandersetzung womöglich auf einer körperlichen Ebene auszutragen“, sagt er.

Vorbereitung für den Unterricht
Vor dem Mathematikunterricht geht Fabian Brecht noch einmal das Unterrichtsmaterial der vergangenen Stunde durch. Auch er muss sich gut auf den Unterricht vorbereiten. Er hat, ebenso wie die Lehrkräfte, eine Vorbildfunktion zu erfüllen.
©Fabian Schindler

Akzeptanz ist ein Schlüssel für Lernerfolge

Dennoch, es hat auch „harte Momente“ gegeben, in denen er speziell mit einigen Schülern dann und wann aneinandergeraten sei. Da habe er zuweilen gezweifelt, ob er wirklich noch weitermachen wolle. Dann habe er das Gespräch gesucht, den Rat des Kollegiums.

Die positiven Momente, die Anerkennung von allen Seiten, das alles sei in der Summe aber immer stärker gewesen. Auch wenn die Schüler viel Mist bauten, sagt er, „am Ende wissen sie: Ich bin immer noch für sie da!“. Das, sagt auch Schulleiterin Schlünzen, sei vermutlich der Schlüssel zum Erfolg. „Wichtig ist der Zugang zu den Jugendlichen. Die Schülerinnen und Schüler brauchen das Gefühl, dass sie akzeptiert werden, dass sie gesehen werden. Dann können sie lernen, Kompetenzen erwerben und fit fürs Leben werden“, sagt sie. Brechts Arbeit sei ein wichtiger Baustein für die Schule.

Matheunterricht. Sechs Jugendliche sitzen im Raum, Ines Janssen und Fabian Brecht üben mit ihnen Flächenberechnung. Eine Herausforderung, denn die Gruppe ist extrem leistungsschwach, die Konzentrationsspannen sind kurz. Zwei Schüler in der Gruppe fordern ständig Aufmerksamkeit.

Wenn nur einer der Jugendlichen am Ende die Prüfung bestehe, sagt Janssen, sei das ein Erfolg. Dennoch: Der Unterricht funktioniert heute, die Schüler werden weitgehend erreicht. An einem digitalen Mathe-Quiz nimmt die Klasse interessiert teil.

Geduld und ein ruhiges Auftreten sind wichtig

Beim späteren individuellen Lernen kümmern sich Janssen und Brecht intensiv um die Jugendlichen. Immer wenn die Konzentration erlahmt, greift Brecht aktiv ein, redet mit den Jugendlichen, schafft es, sie emotional herunterzufahren, ihre Konzentration für einige Minuten zurück auf die Aufgaben zu lenken. Und er erklärt wieder und wieder, wie auch Janssen, den Unterrichtsstoff.

Denn hier wird niemand fallen gelassen. Wenn er mit den Jugendlichen redet, ist eine andere Art von Beziehungskultur im Unterricht spürbar als bei vielen Lehrkräften – auf einer Ebene irgendwo zwischen Lehrkraft und Schüler. Eben weil Fabian Brecht nicht Noten vergibt und daher andere Aufgaben im Unterricht wahrnehmen kann und darf.

Am Ende sind Janssen und Brecht zufrieden. Fast alle in der Klasse haben ihre Aufgaben im Zeitrahmen erledigt. „Das war jetzt so eine durchschnittliche Stunde“, sagt Brecht. Die Hoffnung, dass nächste Woche darauf aufgebaut werden kann, nehmen beide zum Ende des Arbeitstags mit nach Hause.

Auf einen Blick

Teach First Deutschland

Die Bildungsinitiative Teach First Deutschland (TFD) bringt Absolventen und Absolventinnen verschiedener Hochschulfachrichtungen als Fellows bundesweit an Schulen in einem besonders herausforderndem sozialen Umfeld. Zwei Jahre lang betreuen die Fellows Schülerinnen und Schüler. Auf ihren Einsatz werden sie vorbereitet und während ihrer Tätigkeit begleitet und fortgebildet.

Derzeit sind 170 Fellows für TFD tätig, hinzu kommen 446 Alumni. 152 Partnerschulen gibt es aktuell. Die Zahl der erreichten Schülerinnen und Schüler liegt bei fast 62.000.

Unterstützt wird die Bildungsinitiative von der Fritz Henkel Stiftung, der Haniel Stiftung, der Deutsche Post DHL Group, der RAG-Stiftung, von SAP und der Schöpflin Stiftung. Schirmherrin ist die Juristin Elke Büdenbender.

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#####EOF##### Bildungsrevolution - Finnland schafft die Schulfächer ab - Das Deutsche Schulportal

Bildungsrevolution : Finnland schafft die Schulfächer ab

In Finnland sollen bis 2020 die klassischen Schulfächer abgeschafft werden. Ein Vorbildmodell für andere? Sowohl als auch, sagt Gastautor Jochen Schnack.

Jochen Schnack Jochen Schnack / 30. April 2018
Geodreieck = Matheunterricht? Ganz so eindeutig ist es in Finnland bald nicht mehr. Dort werden die klaren Grenzen zwischen den Schulfächern gerade abgeschafft.
Geodreieck = Matheunterricht? Ganz so eindeutig ist es in Finnland bald nicht mehr. Dort werden die klaren Grenzen zwischen den Schulfächern gerade abgeschafft.
©Hardt photography

Vor einiger Zeit hat die Nachricht Aufsehen erregt, dass in Finnland die Schulfächer durch die Methode des „Phänomen-basierten Lernens“ (PBL) ersetzt werden sollen. Dabei suchen sich die Schülerinnen und Schüler einen Interessenschwerpunkt aus und strukturieren von diesem aus zusammen mit der Lehrkraft die eigentlichen Unterrichtsthemen und Fragestellungen, die sie bearbeiten wollen. Mit diesem fächerübergreifenden Ansatz sollen die Kinder verstärkt lernen, ihren Interessen nachzugehen und ihren Lernprozess selbst zu strukturieren. Vor allem aber sollen sie Spaß am Lernen haben und echte Neugier auf spannende Fragestellungen entwickeln, sodass das auf diese Weise Gelernte auch wirklich hängenbleibt. Ist dieser Weg Erfolg versprechend?

Versuche, die Grenzen der Fächer zu überwinden, gibt es schon lange

Zunächst mal klingt die Nachricht aus Finnland spektakulärer, als sie ist. Das enge und in Teilen überkommene Korsett der klassischen Schulfächer steht nämlich bereits seit vielen Jahren in der Kritik – auch in Deutschland. Die wesentlichen Argumente lauten:

  • Durch die Aufgliederung des Wissens in Fächer werden die vorhandenen Zusammenhänge zwischen den Wissensbeständen der einzelnen Fächer verdeckt.
  • Das Prinzip des Fachunterrichts hindert die Schülerinnen und Schüler oftmals daran, die Besonderheiten und die Grenzen eines Fachs zu erkennen.
  • Das Lernen in Fächern wird in vielen Fällen den komplexen Problemen der Wirklichkeit nicht gerecht.
  • Im Zusammenhang mit der Unterrichtsorganisation führt das Fachunterrichtsprinzip zu einer Zerstückelung des Lernens.
  • Ein in Fächern organisierter Unterricht begünstigt eine eher wissenslastige Gestaltung des Unterrichts, die nicht mehr in die digitalisierte Welt des 21. Jahrhunderts passt, in der Wissen leicht verfügbar ist und es eher darum gehen muss, Strukturen und Methoden zu vermitteln.
Das Lernen in Fächern wird in vielen Fällen den komplexen Problemen der Wirklichkeit nicht gerecht.
Jochen Schnack, Leiter der German International School Boston

Auf der Grundlage dieser Kritik gibt es seit Langem vielfältige Versuche, die Grenzen der Fächer zu überwinden. „Projektlernen“, „fächerverbindender“ und „fächerübergreifender“ Unterricht sind Stichworte, die es bereits in die Bildungspläne vieler Länder geschafft haben – was beweist, dass es auch in der Bildungspolitik eine klare Wahrnehmung der Fächergrenzen gibt. Viele Länder gehen einen Schritt weiter und bilden fächerübergreifende „Lernbereiche“ (zum Beispiel „Naturwissenschaften und Technik“ in den Klassenstufen fünf und sechs) oder „Aufgabengebiete“ (zum Beispiel „Gesundheitserziehung“ oder „Nachhaltige Entwicklung“).

Gleichwohl sind wir von einer Abschaffung der Fächer weit entfernt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens ist da die banale Beharrungskraft des Status quo: Das System der Fächer ist über Jahrhunderte hinweg gewachsen und Grundlage nicht nur für die Stundentafeln der Schulen, sondern auch für die akademische Lehrerausbildung und die Fortbildung. Es prägt das Selbstbild und die Professionalität von Lehrkräften in einem erheblichen Maße und lässt sich daher nicht „einfach so“ abschaffen.

Zweitens erfordert ein konsequent fächerübergreifendes Lernen grundlegend andere Kompetenzen von der Lehrkraft. Während die Fachlehrkraft vor allem die Inhalte und Methoden ihres Fachs vermittelt, geht es in einem Unterricht nach dem Modell des PBL viel eher darum, die sehr unterschiedlichen Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler zu organisieren und anzuleiten. In vielen Fällen wird es die Lehrerin oder der Lehrer dabei mit Inhalten zu tun haben, über die sie oder er nicht viel mehr weiß als die Schülerin oder der Schüler. Dies führt zu Verunsicherung und ruft Widerstände hervor.

Schulfächer ermöglichen breite Ausbildung der Lernenden

Vor allem aber ermöglichen die Fächer gerade in ihrer Vielfalt verschiedene Zugänge zur Erschließung der Welt. Diese Verschiedenheit hat einen eigenen Wert; die Naturwissenschaftlerin schaut mit anderen Augen auf die Dinge als der Künstler oder die Historikerin, und sie verwendet auch andere Methoden, um die Welt zu erforschen. Indem die schulische Stundentafel diese Verschiedenheit betont, sorgt sie für eine breite Ausbildung der Schüler.

Wir benötigen letztlich beides: die Systematik der Fächer – und die Lust, sie immer wieder zu überschreiten.
Jochen Schnack, Leiter der German International School Boston

So benötigen wir letztlich beides: die Systematik der Fächer – und die Lust, sie immer wieder zu überschreiten. Nur so kann die Schule den komplexen, fächerübergreifenden Herausforderungen gerecht zu werden, die unsere Welt bietet.

Zur Person

  • Jochen Schnack leitet die German International School in Boston.
  • Die German International School Boston zählte 2017 zu den nominierten Schulen für den Deutschen Schulpreis.
  • Jochen Schnack ist Mitglied der Redaktion des Magazins „Pädagogik“.
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#####EOF##### Deutscher Schulpreis 2019 - Die besten 20 Schulen des Jahres stehen fest - Das Deutsche Schulportal

Deutscher Schulpreis 2019 : Die besten 20 Schulen des Jahres stehen fest

Im Rennen um den renommierten Deutschen Schulpreis sind die ersten Vorentscheidungen getroffen. Die Jury hat unter den 50 besten Bewerbungen nun die Top 20-Schulen ausgewählt, die in die nächste Wettbewerbsrunde kommen. Unter den Top 20 sind Schulen aus acht Bundesländern, wobei Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr am stärksten vertreten sind.

Florentine Anders / 13. Dezember 2018
Mädchen betrachtet die Trophäe des Deutschen Schulpreises
Die 20 ausgewählten Schulen können sich Hoffnung auf den Deutschen Schulpreis 2019 machen. Bei der Preisverleihung in Berlin wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dabei sein.
©Florian Generotzky

Das mehrstufige Auswahlverfahren des renommierten Deutschen Schulpreises hat es in sich: Schon im November hatte die 30-köpfige Vorjury aus allen eingegangenen Bewerbungen die besten 50 ausgewählt. In mehreren Teams haben die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis alle eingereichten Unterlagen vorab gründlich geprüft. Auf einem gemeinsamen Treffen in den Räumen der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart haben sie dann die einzelnen Bewerbungen noch einmal gemeinsam diskutiert, und dabei ging es oft auch kontrovers zur Sache.

Die Wahl fiel nicht leicht, denn in der Regel sind alle Schulen, die sich jedes Jahr für den von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung ausgelobten Deutschen Schulpreis bewerben, besonders engagierte  Schulen, die Antworten auf ihre individuellen Herausforderungen gefunden haben. Unter den Bewerberschulen für den Schulpreis 2019 sind alle Schularten vertreten. 67,5 Prozent der Einsendungen sind Neubewerber, während 32,4 Prozent der beteiligten Schulen sich zum wiederholten Mal beworben haben.

Sechs Qualitätsbereiche werden von der Jury des Deutschen Schulpreises geprüft

Am 12. Dezember nun traf sich die Jury, um aus den 50 vorausgewählten Schulen die besten 20 zu identifizieren. Unter den zwölf Expertinnen und Experten der Jury finden sich Namen, die auch auf dem Schulportal präsent sind: die ehemalige Schulleiterin Helga Boldt etwa, der Erziehungswissenschaftler Thomas Häcker  von der Universität Rostock oder Michael Schratz, Gründungsdekan der School of Education der Universität Innsbruck, Österreich.

Die Kriterien, nach denen die Jury den Schulpreis und verschiedene Nebenpreise vergibt, sind transparent und eindeutig. Geprüft werden sechs Qualitätsbereiche:

  • Leistung,
  • Umgang mit Vielfalt,
  • Unterrichtsqualität,
  • Verantwortung,
  • Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner,
  • Schule als lernende Institution

 Die Top 20-Schulen werden vor Ort genau begutachtet

Alle 20 ausgewählten Schulen werden im Januar und Februar nun in Schulbesuchen vor Ort genauer unter die Lupe genommen. Kleine Teams, bestehend aus Vorjurymitgliedern, Jurymitgliedern, sowie Vertreterinnen und Vertretern der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung, reisen zu den verschiedenen Schulen, schauen sich dort den Unterricht an und führen Gespräche mit der Schulleitung, den Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern.

Im März einigt sich die Jury auf bis zu 15 Schulen, die für den Deutschen Schulpreis nominiert und zur feierlichen Preisverleihung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Juni 2019 nach Berlin eingeladen werden. Die beste Schule des Jahres erhält hier den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis. Fünf weitere Schulen bekommen Preise in Höhe von jeweils 25.000 Euro.

Alle Bewerberschulen erhalten ein persönliches Feedback

Unabhängig davon, wie weit eine Schule in dem strengen Auswahlverfahren kommt, ist jede Bewerbung ein Gewinn: Die Jurymitglieder bieten allen Bewerberschulen eine individuelle Rückmeldung in einem persönlichen Gespräch an. Gemeinsam können so besondere Potenziale und mögliche weitere Schritte in der Schulentwicklung beraten werden.

Die Top 20-Schulen und bis zu sechs weitere Schulen, die nicht zu den Preisträgern gehören, können zudem an einem zweijährigen Entwicklungsprogramm des Deutschen Schulpreises teilnehmen. Außerdem erhalten sie einen exklusiven Zugang zu Angeboten der Deutschen Schulakademie. Monika Nebel, die Schulleiterin der Meusebach-Grundschule in Geltow , die in diesem Jahr in das Entwicklungsprogramm aufgenommen wurde, bezeichnete dieses Angebot als großen Gewinn für die Schule.

Die Top 20-Schulen

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#####EOF##### Thema: Lehrermangel – Das Deutsche Schulportal

Lehrermangel

Viele Schulen suchen händeringend nach Lehrkräften. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger haben beste Chancen: Einige Masterstudiengänge vermitteln das nötige Fachwissen in wenigen Monaten. Lehrerin und Lehrer werden im Schnelldurchlauf – die Zukunft?

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#####EOF##### Interview - Wie gelingt der Umgang mit „Systemsprengern“? - Das Deutsche Schulportal

Interview : Wie gelingt der Umgang mit „Systemsprengern“?

Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention fühlen sich viele Lehrkräfte von der Inklusion überfordert. Vor allem Kinder mit extremen Verhaltensauffälligkeiten bringen Schulen häufig an ihre Grenzen. Dabei gibt es bereits erfolgreiche Modelle im Umgang mit sogenannten Systemsprengern. Peter Friedsam, Sonderpädagoge und Leiter des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums Hamburg-Bergedorf, erklärt im Interview mit dem Schulportal, wie die Negativspirale für alle Beteiligten durchbrochen werden kann.

Florentine Anders / 02. April 2019
Ein Kind liegt im Bällebad
Sogenannte Systemsprenger bringen Lehrkräfte an ihre Grenzen. Peter Friedsam rät, den Blick auf die Kinder zu ändern.
©Getty Images

Schulportal: Wenn es um Probleme im Zuge der Inklusion geht, dann geht es oft auch um sogenannte „Systemsprenger“. Viele Lehrkräfte fühlen sich überfordert im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit extremen Verhaltensauffälligkeiten. Ist das auch Ihre Erfahrung, wenn Sie die Schulen besuchen?

Peter Friedsam: Ja, das erleben wir bei unseren Beratungen und Hospitationen häufig. Schülerinnen und Schüler mit extremen Verhaltensauffälligkeiten werden eher abgelehnt, wenn es um Inklusion geht, als andere. Und das nicht nur von den Lehrkräften, sondern auch von den Mitschülerinnen und Mitschülern und von den Eltern. Vor allem Eltern können mitunter sehr massiv fordern, dass ein Schüler oder eine Schülerin die Schule verlassen soll.

Ist es eher eine gefühlte Wahrnehmung, dass die Herausforderungen in dieser Hinsicht gewachsen sind? Oder nimmt die Zahl der Kinder mit massiven Verhaltensauffälligkeiten an den Regelschulen tatsächlich zu?
Es gibt meines Wissens keine verlässlichen Zahlen bezogen auf „Systemsprenger“. Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen hat es schon immer gegeben, Verschiebungen gibt es allerdings bei den Krankheitsbildern und der Verlagerung in frühere Lebensphasen. Die Tendenz zu psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ist laut Bericht des Statistischen Bundesamts von 2017 steigend. Insgesamt weisen in Studien etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten wie Ängste oder Depressionen auf. Das kann sich externalisierend, also ausagierend, oder auch internalisierend – das heißt: zurückgezogen, mit sich selbst ausmachend – äußern. Etwa sechs Prozent dieser Kinder und Jugendlichen werden stationär oder ambulant behandelt. Und rund die Hälfte der Behandlungsbedürftigen nimmt kein therapeutisches Angebot wahr. Schule braucht hier Unterstützung.

Wann sind Kinder sogenannte Systemsprenger? Der Begriff wird ja häufig sehr undifferenziert verwendet.
Den Begriff „Systemsprenger“ hat Menno Baumann gut beschrieben. Er sieht ihn durchaus kritisch und versteht darunter Kinder und Jugendliche, die sich jeder pädagogischen Beeinflussung zu entziehen scheinen und bei denen es aufgrund massiver Auffälligkeiten wiederholt zum Abbruch stationärer Maßnahmen gekommen ist. Baumann zufolge handelt es sich dabei um Kinder und Jugendliche, die in einer besonderen Art und Weise einem Risiko ausgesetzt waren beziehungsweise sind und von denen auch ein besonderes Risiko ausgeht.

Häufig erleben diese Kinder, dass sie nicht gewollt sind, nicht gehalten und nicht gestützt werden können.

Die vermeintlichen Systemsprenger haben ja oft schon viele Schulwechsel hinter sich. Gibt es eine Art Negativspirale im System Schule, durch die die Probleme eher verstärkt werden?
Ja, es gibt leider diesen Teufelskreis. Häufig erleben diese Kinder, dass sie nicht gewollt sind, nicht gehalten und nicht gestützt werden können. Nicht selten ist die Schule auch Auslöser oder zumindest Verstärker, beispielsweise bei psychischen Erkrankungen. Ordnungsmaßnahmen, Ausschluss von Unterricht oder Klassenfahrten oder auch Schulverweise und Schulwechsel sind Reaktionen aus Hilflosigkeit, die nicht problemlösend sind und diese Spirale beschleunigen.

Wie gelingt es, diesen Effekt zu durchbrechen?
Zum einen muss sich der Blick auf die Kinder ändern, und zum anderen muss sich auch das System insgesamt verändern. Wir müssen versuchen zu verstehen, warum sich ein Kind so verhält. Dafür müssen wir stärker die Biografien der Kinder anschauen. Jedes Verhalten folgt einer inneren Logik. Häufig ist den Schülerinnen und Schülern ja nicht bewusst, dass sie sich nicht adäquat verhalten. Möglicherweise haben sie aber auch die Erfahrung gemacht, dass Gewalt in Konflikten für sie eine Erfolg versprechende Lösungsoption ist. Es gilt, die Verhaltenslogik eines Kindes im Einzelnen zu erkennen, zu verstehen, um eine pädagogische wirksame Antwort darauf zu finden. Bedeutsam ist hierbei der systemische Blick, da sich solche Probleme erfolgreicher auflösen lassen, wenn alle Beteiligten in Schule und Umfeld mit einbezogen werden.

Was empfehlen Sie Lehrkräften in einer solchen Situation? Welcher methodische Ansatz hat sich bewährt?
Entscheidend ist die Beziehungsqualität zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern. Beziehungslernen ist mit ein Schlüssel zum Erfolg. Das hat auch John Hattie in seiner viel beachteten Studie deutlich gezeigt. Erfolgreiches Lernen wird demnach gefördert, wenn sich die Schülerinnen und Schüler eingeladen fühlen, am Lernprozess auf der Grundlage von Respekt, Vertrauen und Optimismus teilzunehmen. Aufgabe der Lehrkraft ist es, diese positive Beziehung professionell aufzubauen. Das bekommen Lehrerinnen und Lehrer in der Regel während ihrer Ausbildung nicht vermittelt. Hier gibt es Nachholbedarf.

Welche Struktur innerhalb der Schule ist wichtig, um solche Beziehungen erfolgreich aufzubauen?
Das kann nicht von einer einzelnen Lehrkraft allein bewältigt werden. Dafür sollte es im gesamten Kollegium eine beziehungsfördernde Kultur und Struktur geben. Der Umgang mit Systemsprengern gelingt eher durch multiprofessionelle Teams. Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Sonderpädagogen und Erzieher können hier mit geklärten Rollen eng kooperieren, gegenseitig hospitieren, schwierige Situationen gemeinsam beispielsweise in kollegialen Fallberatungen analysieren. Hier ist die außerschulische Vernetzung mit der Jugendhilfe und therapeutischen Einrichtungen wichtig. Und natürlich sind dabei auch die Sorgeberechtigten eng einzubeziehen.
Um Beziehungen aufbauen zu können, sollten Lehrkräfte in der Klasse nicht zu häufig wechseln. Bewährt hat es sich, wenn es für die gesamte Schule fest vereinbarte Regeln und Handlungsketten im Umgang miteinander gibt, ein für alle verbindliches Classroom-Management. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist regelmäßiges Feedback. Es reicht nicht, wenn ein Schüler oder eine Schülerin nur zwei Mal im Jahr mit dem Zeugnis eine Rückmeldung oder einen formalen Förderplan erhält. Wirksam sind regelmäßige Gespräche auf Augenhöhe, in dem die Wahrnehmungen der Beteiligten und die gegenseitigen Erwartungshaltungen lösungsorientiert abgeklärt werden, sodass der Schüler oder die Schülerin sich wirklich ernst genommen und einbezogen fühlt. Letztlich geht es darum, diesen Kindern Sicherheit, Konstanz und Verlässlichkeit zu vermitteln – das gibt Struktur und baut Ängste ab.

Gibt es Modelle in der Praxis, wo das bereits gut funktioniert?
Wir haben in Hamburg gute Erfahrungen damit gemacht, die Jugendämter mit ins Boot zu holen. Seitdem es eine Rahmenvereinbarung zwischen Sozialbehörde und Schulbehörde gibt, können finanziellen Leistungen vom Jugendamt direkt in die Schulen fließen, um die Haltekraft von Schulen bezüglich Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten zu erhöhen. In Fällen, in denen Kinder wiederholt extrem den Unterrichtsablauf stören, gibt es beispielsweise das Angebot der „Integrierten temporären Lerngruppen“. In diesen Kleingruppen wechseln sich soziales und individuelles Lernen ab. Es gibt einen engmaschigen Elterndialog und eine enge Verzahnung mit der Klasse des teilnehmenden Kindes, es ist somit ein inklusiver Ansatz.

Ressortübergreifendes Denken, Planen und Handeln sind längst überfällig.

Das hört sich vielversprechend an – aber solche Formate gehören längst nicht in allen Bundesländern zum Schulalltag. Was muss sich aus Ihrer Sicht auf der politischen Ebene ändern?
Die Bundesländer können voneinander profitieren und lernen. Es gibt gute Konzepte im Zuge der Inklusion, deren Wirksamkeit erprobt ist. Kooperative Schul- und Unterrichtsentwicklung, Integrierte temporäre Lerngruppen – wie in Berlin und Hamburg – und das FiSCH-Projekt „Familie in Schule“, das in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein angeboten wird, sind einige Beispiele hierfür. Hamburg hat mit seiner interministeriellen Rahmenvereinbarung einen Weg beschritten, der von anderen Bundesländern durchaus mit Interesse verfolgt wird. Aus meiner Sicht ist es dringend notwendig und an der Zeit, die Zuständigkeiten der Behörden der Sozialpolitik, der Gesundheitspolitik und der Bildungspolitik in Bezug auf Schule zu vernetzen. Ressortübergreifendes Denken, Planen und Handeln sind längst überfällig. So können wir den Herausforderungen der Inklusion gerechter werden. Wenn wir Inklusion als Grundrecht ernst nehmen, gibt es dazu keine Alternative.

Zur Person

  • Peter Friedsam ist Gesamtleiter des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums Bergedorf in Hamburg. Er studierte an der Universität zu Köln Sonderpädagogik, unter anderem Verhaltensgestörtenpädagogik.
  • Er arbeitete viele Jahre in Berlin, unter anderem in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte, im schulpsychologischen Dienst und als Schulleiter der Carl-von-Linné-Schule für Körper- und Lernbehinderte, die 2007 mit einem deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde.
  •  Friedsam war lange Jahre Mitglied der Vorjury des Deutschen Schulpreises der Robert Bosch Stiftung und gehörte in der Aufbauphase der Deutschen Schulakademie in Berlin zu deren Programmteam.
  • Zudem führte er als Landesvorsitzender viele Jahre den Fachverband Sonderpädagogik (vds) Berlin.
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#####EOF##### Einsichten - Pädagogischer Alltag in einer Inklusionsklasse - Das Deutsche Schulportal

Einsichten : Pädagogischer Alltag in einer Inklusionsklasse

Reichen die personellen Ressourcen aus, können die Lehrkräfte die Heterogenität bewältigen, und wie fühlen sich die Schülerinnen und Schüler? Werner Klein vom Programmteam der Deutschen Schulakademie hat sich für seinen Gastbeitrag den Alltag in einer Inklusionsklasse an der Willy-Brandt-Schule im schleswig-holsteinischen Norderstedt genauer angeschaut.

Werner Klein Werner Klein / 03. April 2019
Klassenzimmer mit Schülern verschwommen fotografiert durch eine Glasscheibe mit dem Schriftzug Inklusion
Symbolbild: Gastautor Werner Klein hat sich den Alltag in einer Inklusionsklasse einen Tag lang genauer angeschaut.
©dpa

Eine in die Höhe gehaltene runde Packung Kekse soll verdeutlichen, um was es im Mathematikunterricht der Inklusionsklasse im 9. Jahrgang gehen soll: die Flächenberechnung verschiedener Körper – in dieser Stunde die eines Zylinders. Unter den 18 Schülerinnen und Schülern der Willy-Brandt-Schule in Norderstedt, einer Gemeinschaftsschule mit integrierter Oberstufe, sind auch vier Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen und zwei Schüler mit Sprachförderbedarf gefragt, sich mit diesem nicht unbedingt eingängigen Lernstoff auseinanderzusetzen.

Die Fachlehrerin für Mathematik, Renate Mengel, und die Sonderpädagogin Karen Beckmann sind in dieser Stunde in Doppelbesetzung in der Klasse. Nach einer inhaltlichen Einführung bekommen die Schülerinnen und Schüler dazu einen Arbeitsauftrag für die Tischgruppen. Passend zur Größe eines Bierdeckels soll aus einem Papierbogen die Länge der Mantelfläche zugeschnitten werden, um damit einen Zylinder zu bauen und die Flächen zu berechnen. Die beiden Lehrerinnen verteilen sich im Raum und unterstützen gezielt einzelne Schülerinnen und Schüler darin, die Aufgabe zu bewältigen. Das gelingt einigen recht zügig, während andere erkennbar Mühe haben, die Aufgabenstellung überhaupt nachzuvollziehen.

Pädagogischer Alltag in einer Inklusionsklasse, der alle grundsätzlichen Fragen aufwirft:

  • Wie lässt sich die große Bandbreite heterogener Lernvoraussetzungen, Motivation und Interessen pädagogisch bewältigen?
  • Reichen die personellen Ressourcen aus, um dies gewährleisten zu können?
  • Klappt die soziale Integration, fühlen sich die Schülerinnen und Schüler wohl, gehen sie gern und ohne Angst zur Schule?
  • Wie kommen die Förderschülerinnen und Förderschüler damit klar, dass sie ein langsameres Lerntempo haben und deutlich mehr Zeit benötigen, um Aufgaben zu bewältigen?
  • Kommen auch die schnelleren Schülerinnen und Schüler zu ihrem Recht?
  • Und als begleitende bilanzierende Einschätzung: Ist die Inklusionsklasse tatsächlich die bessere Lernumgebung für die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf?

Wie werden diese Fragen im Schulalltag der Willy-Brandt-Schule beantwortet?

Zunächst fällt auf, dass es – trotz der allseits spür- und sichtbaren Pubertät – im Unterricht freundlich und entspannt zugeht. Verschiedenheit wird von den Schülerinnen und Schülern offensichtlich als Normalzustand erlebt und akzeptiert. Wer zu den Förderschülerinnen und Förderschülern gehört, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Die beiden Lehrerinnen arbeiten in der Doppelbesetzung professionell zusammen und übernehmen verschiedene Aufgaben, indem sie einander komplementär ergänzen und sich gegenseitig unterstützen. Jahrzehntelange Erfahrungen prägen ihren engagierten und zugleich gelassenen, den Schülerinnen und Schülern zugewandten Arbeitsstil.

Die Motivation der Lehrkräfte und ihr Wissen vorausgesetzt, gehören zum Können auch angemessene Rahmenbedingungen.

Bei genauerem Hinsehen und Nachfragen werden die voraussetzungsreichen Grundlagen ihrer erfolgreichen Arbeit deutlich:
In den vierzügigen Jahrgängen fünf bis neun der Willy-Brandt-Schule wird in jeweils zwei Klassen inklusiv unterrichtet. In der Regel besuchen jeweils vier Schülerinnen und Schüler mit einem attestierten Förderbedarf „Lernen“ diese Klassen. Hinzu kommen, in unterschiedlicher Anzahl, Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erlernen.

Neben den regulär unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern stehen der Schule dafür insgesamt fünf Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen – davon drei ausschließlich an dieser Schule –, mehrere Schulbegleiter und Schulbegleiterinnen und zwei Sozialpädagoginnen zur Verfügung. Sie alle arbeiten in multiprofessionellen Teams zusammen. Hinzu kommen gute Arbeitskontakte zur Schulpsychologin des Kreises, die in besonders schwierigen Fällen nicht nur die inklusive Arbeit unterstützt.

Die personellen Ressourcen reichen offenkundig nicht aus

Wie bei allen professionellen Herausforderungen gilt auch hier, dass Wollen, Wissen und Können im Kollegium zusammenwirken müssen, um die vielfältigen pädagogischen Aufgaben, die mit der Inklusion verbunden sind, erfolgreich zu bewältigen. Die Motivation der Lehrkräfte und ihr Wissen vorausgesetzt, gehören zum Können auch angemessene Rahmenbedingungen. Hier wird schnell erkennbar, dass die zur Verfügung gestellten personellen Ressourcen offenkundig nicht ausreichen, um alle mit der Inklusion verbundenen Aufgaben in der gebotenen Qualität wahrnehmen zu können.

Wie in vielen Schulen, die vor einer vergleichbaren Situation stehen, werden fehlende Ressourcen durch das besondere Engagement aller Beteiligten, ihr Wollen, zwar nicht ersetzt, aber zumindest in Teilen ausgeglichen. Auch wenn die Website der Schule nicht ausdrücklich darauf verweist, wird die Inklusion vom gesamten Kollegium mitgetragen, als besonderes Profil dieser Schule, die sich seit mehr als 25 Jahren dieser pädagogisch herausfordernden Aufgabe widmet und vielfältige Kompetenzen entwickelt hat. So übernehmen als sichtbares Zeichen dieses Konsenses zusätzlich auch Fachlehrkräfte untereinander die Doppelbesetzung in den Inklusionsklassen.

Die für eine durchgehende Doppelbesetzung nicht ausreichende Stundenzuteilung von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen wird dadurch zumindest insoweit aufgefangen, als in der Regel für die knappe Hälfte der Unterrichtsstunden eine Doppelbesetzung mit zwei Lehrkräften in der Klasse gewährleistet werden kann. In den anderen Unterrichtsstunden ohne Doppelbesetzung sind die Fachlehrkräfte in besonderer Weise gefordert, um durch binnendifferenzierende Angebote alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Dabei entscheiden die Lehrkräfte je nach Situation, ob zielgleiche oder zieldifferente Lernangebote dafür sinnvoll sind. Damit einhergehend wird herkömmlicher Unterricht in lehrerzentrierter Form durch eine Vielfalt von Methoden und individuellen Lerngelegenheiten ergänzt oder abgelöst.

Trotz des Engagements des Kollegiums gilt, dass ideale Bedingungen für Inklusion anders aussehen, auch wenn es an vielen anderen Schulen überhaupt an sonderpädagogischen und sozialpädagogischen Fachkräften als Mitglieder des Kollegiums fehlt.

Kooperationsstrukturen können noch besser werden

Als weitere Voraussetzung kommt hinzu, dass Inklusion ohne eine verbindliche Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander sowie mit weiteren Professionen nicht vorstellbar ist. Im schulischen Konsens vereinbarte Kooperationsstrukturen mit festen Zeiten sind dafür unverzichtbar, um aufwendige Terminabsprachen ad hoc auszuschließen. „Hier haben wir noch Luft nach oben“, erklären die beiden Pädagoginnen ohne Umschweife, „manche Abläufe könnten wir sicherlich noch verbessern.“

In einer von Konkurrenz um die besten Leistungen geprägten Schulkultur wären Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf fehl am Platze, weil sie als Schlusslichter unter die Räder kämen.

Durch regelmäßige Rückmeldungen und intensive Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern der Inklusionsklasse versichern sich die beiden Pädagoginnen immer wieder, ob sie auf dem richtigen Weg sind. „Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Förderschülerinnen und Förderschüler bei uns an der Schule über die Jahre entwickeln können, indem sie eine Fülle von Anregungen erhalten und nicht ausgegrenzt werden. Auch wenn es nicht allen gelingt, außerschulische Kontakte zu knüpfen, gehören sie einfach dazu. Dennoch müssen wir immer wieder prüfen, ob diese Schülerinnen und Schüler auch das notwendige Maß an Betreuung und Zuwendung erhalten. Und regelmäßige Lernerfolge sind für alle unverzichtbar, um mit Freude zu lernen“, versichern Renate Mengel und Karen Beckmann.

In einer von Konkurrenz um die besten Leistungen geprägten Schulkultur wären Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf fehl am Platze, weil sie als Schlusslichter unter die Räder kämen. Inklusion bietet daher allen Schülerinnen und Schülern an der Willy-Brandt-Schule die Chance, ihren eigenen Lernweg zu gehen und Lernerfolge auf der Grundlage ihrer Möglichkeiten zu erzielen, ohne sich dabei durch den Vergleich mit vermeintlich besseren Mitschülerinnen und Mitschülern permanent unter Druck zu setzen. Dank des Engagements der Lehrerinnen und Lehrer an der Willy-Brandt-Schule scheint dies offensichtlich zu gelingen.

Allerdings bleibt insbesondere die Frage offen, wie Inklusion in einem gegliederten Schulsystem gelingen kann, in dem diese Aufgabe höchst unterschiedlich verteilt und wahrgenommen wird. Immerhin ist die Willy-Brandt-Schule vor Ort in Norderstedt nicht die einzige, sondern eine von vielen Schulen, die sich dieser Aufgabe stellt.

Zur Person

  • Werner Klein leitete beim Sekretariat der Kultusministerkonferenz in Berlin die Abteilung Qualitätssicherung, internationale und europäische Angelegenheiten und Statistik.
  • Zuvor arbeitete der Pädagoge im Bildungsministerium Schleswig-Holstein als Leiter des Referats Qualitätsentwicklung an Schulen und im Landesinstitut.
  • Schwerpunkte seiner Arbeit sind systematische Schulentwicklung und Bildungsmonitoring.
    Werner Klein gehört zum Programmteam der Deutschen Schulakademie.
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#####EOF##### Thema: Leistungsbeurteilung – Das Deutsche Schulportal

Leistungsbeurteilung

Schule bedeutet immer auch Leistungsbewertung. Als vielseitiges Instrument reicht sie von Selbsteinschätzung über Vergleichsarbeiten bis hin zu Feedbacksystemen. Welche Methoden sind zweckdienlich und zeitgemäß, welche verdienen eine Sechs?

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#####EOF##### Vielfalt – Das Deutsche Schulportal

Vielfalt

Vielfalt ist das große Thema unserer Zeit – in Schulen wie auch in der gesamten Gesellschaft. Im Zentrum steht dabei ein Menschen­bild, das allen Menschen die gleichen Rechte und Chancen einräumt, unabhängig von Herkunft, Behinderung oder Hoch­begabung.

In der Praxis ist es aller­dings nicht immer einfach, alte Hürden abzubauen, die einer gleich­berechtigten, demo­kratischen Bildung im Weg stehen. In der Rubrik „Vielfalt“ geht Das Deutsche Schul­portal deshalb Fragen nach, die im Umgang mit Vielfalt an Schulen entstehen. Wie lassen sich soziale Unter­schiede über­brücken? Wie geht man mit Schüler­innen und Schülern nicht­deutscher Mutter­sprache um? Wie weit fortgeschritten ist die Gleich­stellung von Jungen und Mädchen? Wie schafft eine Schule ein Klima, in dem sich niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert und aus­gegrenzt fühlen muss? Und wie steht es eigentlich um die „Diversity“ im Kollegium?

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#####EOF##### Schule im Umfeld – Das Deutsche Schulportal

Schule im Umfeld

Schulen existieren nie isoliert, sie sind immer in einen größeren Kontext ein­gebettet: Dazu gehören Netz­werke, Stadt­teile und ganze Regionen. In diesen Kontexten sollten sie durch­aus eine aktive Rolle über­nehmen.

Dazu können Partner­schaften mit anderen Schulen im In- und Aus­land gehören, aber auch die Zusammen­arbeit mit außer­schulischen Kooperations­partnern. Zum Tragen kommt hierbei auch die Öffentlich­keits­arbeit, die zum Beispiel einen Einfluss auf die Anmelde­zahlen einer Schule haben kann. Sie dient zudem dazu, das eigene Konzept für die Öffentlich­keit transparent und zugänglich dar­zustellen und sich in den genannten Kontexten zu positionieren. Diese Themen stehen im Fokus der Rubrik „Schule im Umfeld“.

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#####EOF##### Termine - Das Deutsche Schulportal

Termine

Filtern Sie die angezeigten Termine nach Ihren Interessen

April

April '19
01.
– 
05.
April '19

Vision Kino, das IZB und das Bayrische Kultus­ministerium laden zu Kino­seminaren bei der SchulKinoWoche Bayern ein.

SchulKinoWoche Bayern, Bayern
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Logo Schulkinowoche Bayern
April '19
03.
– 
04.
April '19

Das Forum Bildung Digital lädt zum Zweiten Werkstatt­treffen „Schulentwicklung.digital 2018/19“ ein.

Forum Bildung Digital, Karlsruhe, Baden-Württemberg
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Logo Forum Bildung Digitalisierung
April '19
04.
– 
05.
April '19

28. Tagung des EMSE-Netzwerks: „Forschung und Praxis auf Augenhöhe – Wie evidenz­basierte Schul- und Unterrichts­entwicklung möglich wird“.

Pädagogische Hochschule FHNW, Obere Sternengasse, Solothurn (Schweiz)
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April '19
08.
– 
09.
April '19

Tagung der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) „Reflexivität in allen Phasen der Lehrerbildung: Theoretische und empirische Zugänge“.

Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, Hessen
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Tagung der Gießener Offensive Lehrerbildung
April '19
08.
– 
09.
April '19

36. Münstersches Gespräch zur Pädagogik zum Thema „Erziehung – Werte – Haltungen. Schule als Lern­ort für eine offene Gesellschaft“

Franz Hitze Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50, Münster, Nordrhein-Westfalen
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Logo Münstersches Gespräch zur Pädagogik
10.
April '19

„Wem gehört die Schule? – Ein Gespräch über Zusammenhalt und Bildung in der Stadt“. Veranstaltung der Freudenberg Stiftung im Rahmen der 10. Berliner Stiftungswoche.

Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V., Magnus-Haus Berlin, Am Kupfergraben, Berlin
14.30 - 16.30 Uhr
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April '19
24.
– 
26.
April '19

Das Bildungswerk Aachen beschäftigt sich mit dem Thema „Schule neu denken – Transformations­prozesse initiieren und gestalten“.

Bildungswerk Aachen, Adalbertsteinweg 257, Aachen, Nordrhein-Westfalen
ab 9.00 Uhr
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Logo Bildungswerk Aachen

Mai

Mai '19
06.
– 
08.
Mai '19

TINCON Berlin 2019 im Rahmen der re:publica. Infos für Lehrkräfte und Schulen.

KühlhausBerlin, Luckenwalder Straße 3, Berlin, Berlin
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Mai '19
09.
– 
10.
Mai '19

„Partizipation – Schule – Entwicklung“: Unter diesem Titel lädt die Pädagogische Hochschule Zürich zur Abschlusstagung des Projekts „PasSE“ („Partizipation stärken – Schule entwickeln“).

Pädagogische Hochschule Zürich
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Logo PHZH
09.
Mai '19

5. Netzwerktagung „Campusschulen“ und Tag der Lehrerbildung 2019 der Universität Potsdam und des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung ZeLB.

Universität Potsdam, Wissenschaftsetage im Bildungsforum am Platz der Einheit, Potsdam, Brandenburg
10 bis 16 Uhr
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Mai '19
09.
– 
11.
Mai '19

Sonderpädagogischer Kongress 2019 „Didaktik – Diagnostik – Digitalisierung: Heraus­forderungen der zweiten Dekade der UN-Behinderten­rechts­konvention“.

Congress-Centrum Neue Weimarhalle, Weimar, Thüringen
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Mai '19
10.
– 
11.
Mai '19

Die Akademie für Innovative Bildung und Management (aim) lädt zur „aim-Bildungs­konferenz“ am Bildungs­campus Heilbronn ein.

Akademie für Innovative Bildung und Management (aim), Bildungscampus 7, Heilbronn, Baden-Württemberg
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Logo aim Bildungskonferenz
Mai '19
16.
– 
17.
Mai '19

Programmworkshop der „Qualitäts­offensive Lehrer­bildung“ von Bund und Ländern zum Schwer­punkt „Profilierung und Optimierung der Strukturen der Lehrer­bildung an den Hoch­schulen“ an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Christian-Albrechts-Universität Kiel, Leibnizstraße 1, Kiel, Schleswig-Holstein
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Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung
Mai '19
20.
– 
21.
Mai '19

Schwerpunktthema des 24. Deutschen Präventionstag im Mai 2019 ist „Prävention und Demokratieförderung“.

Estrel Congress Center, Berlin
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DPT Logo
Mai '19
23.
– 
25.
Mai '19

Tagung „Familie im Kontext pädagogischer Institutionen. Theoretische Perspektiven und empirische Zugänge“, Sektions­tagung der Sektion „Sozial­pädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit“.

Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, Niedersachsen
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Juni

05.
Juni '19

Verleihung des Deutschen Schulpreises 2019

e-Werk Berlin, Mauerstraße 78-80, Berlin
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Logo Deutscher Schulpreis
Juni '19
25.
– 
26.
Juni '19

Das Forum Digitalisierung und veranstaltet gemeinsam mit der KMK eine Fach­tagung für den Bereich Fort­bildung zum Thema „Dimension Digitalisierung“. Anmeldung sind bis 5. April möglich.

Nemetschek Haus, München, Bayern
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Logo Forum Bildung Digitalisierung
Juni '19
26.
– 
28.
Juni '19

Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungs­forschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrer­bildung (SGL) zum Thema „Bildungs­prozesse in heterogenen Kontexten“.

Pädagogische Hochschule FHNW und Universität Basel, Basel (CH)
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Juni '19
28.
– 
29.
Juni '19

Tagung der AG Inklusions­forschung zum Thema „Inklusions­forschung zwischen Normativität und Empirie – Abgrenzungen und Brücken­schläge“.

Pädagogische Hochschule Freiburg i. Br., Kunzenweg 21, Freiburg i. Br., Baden-Württemberg
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Logo der Tagung der AG Inklusionsforschung

September

September '19
12.
– 
14.
September '19

Bis 14. April läuft die Anmelde­frist für das Deutsche Lehrer­forum 2019 zum Thema „Haltung zeigen! Demokratie lehren, lernen und leben.“

Evangelischen Akademie, Bad Boll, Baden-Württemberg
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Logo Deutsches Lehrerforum
September '19
13.
– 
14.
September '19

100 Jahre Grundschule – 50 Jahre Grundschulverband: Das Doppeljubiläum prägt den Bundesgrundschulkongress 2019 unter dem Motto „Kinder Lernen Zukunft“.

Paulskirche/Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Hessen
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Logo Grundschulverband
September '19
25.
– 
27.
September '19

Ende September tauschen sich mehr als 800 Bildungsexpertinnen und -experten aus rund 50 Ländern über zukunftsfähige Lösungen im Bildungsbereich aus. Das „World Education Leadership Symposium“ findet in Zug in der Schweiz statt.

Pädagogische Hochschule Zug, Schweiz
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World Education Leadership Symposium
September '19
28.
– 
01.
Oktober '19

34. Pädagogische Woche des Didaktischen Zentrums der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Universität Oldenburg, Niedersachsen
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Didaktisches Zentrum

Oktober

01.
Oktober '19

Die itslearning GmbH veranstaltet eine Regionale Nutzer­tagung in Nieder­sachsen. Hirn­forscher Martin Korte hält die Keynote.

IGS Lengede, Lengede, Niedersachsen
9 bis 17 Uhr
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November

November '19
19.
– 
20.
November '19

Netzwerktagung „Vernetzung und Kohärenz in der Lehrer­bildung“, des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung BMBF.

Stadthalle Bonn-Bad Godesberg, Koblenzer Straße 80, Bonn, Nordrhein-Westfalen
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Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung
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#####EOF##### Führung und Management – Das Deutsche Schulportal

Führung und Management

Die Rolle und die Aufgaben von Schul­leitungen haben sich stark gewandelt. Nicht nur pädagogisches Fach­wissen ist gefragt, sondern auch Führungs­kompetenzen.

Viele Schul­leitungen verstehen sich heute als Führungs­kräfte, die ihre Schule nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten. Sie begreifen die Evaluation und Weiter­entwicklung der Schule als essenzielle Aufgabe. Regel­mäßig hospitieren sie im Unterricht, weil sie die Verantwortung für die Schul­qualität tragen. Zudem kennen sie ihr gesamtes Team und dessen Arbeit, da sie gezielte Personal­entwicklung betreiben. Die Rubrik „Führung und Management“ beleuchtet diese Aspekte.

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#####EOF##### Digitalisierung - 13 heiße Tipps, um den Digitalpakt zu versieben - Das Deutsche Schulportal

Digitalisierung : 13 heiße Tipps, um den Digitalpakt zu versieben

Der Digitalpakt Schule kommt. Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat der Verfassungsänderung am 15. März zugestimmt. Bald stehen den Ländern also fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die sie in digitale Geräte, Programme und die Lehrerfortbildung investieren sollen. Doch wie gelingt der Umstieg auf Digital? Die Schulportal-Kolumnisten Matthias Förtsch und Kai Wörner beschreiben in ihrem Beitrag, wie es nicht laufen sollte.

Schüler mit Laptop sitzen auf dem Schulflur
Mit dem Digitalpakt stehen den Ländern fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die sie in digitale Geräte, Programme und die Lehrerfortbildung investieren könne. Matthias Förtsch und Kai Wörner beschreiben, welche Fallstricke dabei zu beachten sind.
©Julian Stratenschulte (dpa)

Liebe Schulleitungen, Systembetreuerinnen und Systembetreuer und Medienbeauftragte,

hier ein paar Tipps, wie Ihre Schule vom Digitalpakt möglichst wenig  profitieren kann:

1. Stellen Sie sich vor das Kollegium, und kündigen Sie an, dass die Schule jetzt auf den Kopf gestellt wird. Nichts werde mehr bleiben wie bisher. Erzeugen Sie möglichst viel Angst vor dem Wandel, und sagen Sie, dass wir gesellschaftlich wie schulisch vor der größtmöglichen Revolution stehen.

2. Sie wissen, dass Schülerinnen und Schüler als „Digital Natives“ bereits alles können – daher kaufen Sie einfach Tablets, geben sie an die Schüler aus, und los geht’s. Die Schülerinnen und Schüler kennen bereits alle Videoschnittprogramme; Kollaborationstools und Recherche sowie Quellenprüfung sind ein Klacks.

3. Ignorieren Sie möglichst Phänomene wie Cybermobbing, denn das findet ja meistens außerhalb der Schulzeit statt, und daher ist die Schule dafür auch nicht verantwortlich. Die Eltern sind schließlich selbst schuld, wenn sie ihren Kindern WhatsApp und Co aufspielen. Dann müssen sie eben auch mit den Konsequenzen leben.

Arbeitsformen, Lerninhalte, Lernziele – alles bleibt gleich – und glitzert jetzt ein wenig digital.

4. Starten Sie den Digitalisierungsprozess so schnell wie möglich. Der Schulträger weiß am besten, welche Technik anzuschaffen ist – dann muss sich die Schule nicht kümmern. Und fragen Sie bloß nicht nach, welche Bedürfnisse es im Kollegium gibt: Es wird nur alles zerredet! Sie wissen ja eigentlich am besten, wie zeitgemäßes Lernen geht: mit interaktiven Whiteboards nämlich. Damit kann man den Frontalunterricht effektiv abspeichern.

5. Verkündigen Sie das „Ende der Kreidezeit“: Laden Sie Journalistinnen und Journalisten an Ihre Schule ein, und lassen Sie sich vor den neu angeschafften interaktiven Whiteboards fotografieren, damit die Eltern sehen, wie innovativ Sie sind. Verschweigen Sie tunlichst, dass niemand sie bedienen kann und die neuen Tafeln ständig gewartet werden müssen.

6. Bei Ihnen gilt: „Pädagogik vor Technik“. Denn durch die Technik wird sich nichts in Ihrem Unterricht verändern: Arbeitsformen, Lerninhalte, Lernziele – alles bleibt gleich – und glitzert jetzt ein wenig digital.

7. Leuchttürme weisen den Weg, strahlen nachts und geben Orientierungshilfe – warum rufen Sie dann nicht Ihre Schule als „Leuchtturmschule“ aus, um Ihre Erfolge nach außen hin sichtbar zu machen? Kein digitales Faible ohne Label!

8. Laden Sie für den nächsten Pädagogischen Tag eine Referentin oder einen Referenten ein, die oder der von den Gefahren der Vernetzung spricht. Denn gerade für die moderne Lehrkraft gilt: Individualisierung first! Zeichnen Sie am Ende des Schuljahrs Ihre „digitalste Lehrkraft“ aus – nämlich die, die das alles allein geschafft hat.

Damit alle Schülerinnen und Schüler nur so arbeiten können, wie Sie sich das vorstellen, gehört zum Digitalisierungsprozess auf jeden Fall auch eine ausgeklügelte Verbotskultur.

9. Nutzen Sie in der nächsten Lehrerkonferenz „Kahoot!“ und „Quizlet“ als Feedbacktools, bis auch wirklich das letzte von Ihnen erhobene Item zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt.

10. Damit alle Schülerinnen und Schüler nur so arbeiten können, wie Sie sich das vorstellen, gehört zum Digitalisierungsprozess auf jeden Fall auch eine ausgeklügelte Verbotskultur. Eigene Handys und Tablets sollten Sie konsequent aus Ihrer Schule verbannen – denn wozu haben Sie die ganzen Gerätschaften angeschafft? Nutzen Sie an Ihrer Schule dringend die einschlägigen Apps und Kniffe, damit die Schülerinnen und Schüler nur genau die Seiten im Internet öffnen können, die ihre Lehrerinnen und Lehrer ihnen vorschlagen. Nur so erreichen die Schülerinnen und Schüler Ihre Idee von digitaler Mü(n)digkeit.

11. Absolut wichtig ist auch noch, dass jeglicher Unterricht im Klassenzimmer selbst stattfindet. Verbieten Sie Ihrem Kollegium, dass Horden von Schülern das Schulhaus mit ihren Geräten bevölkern, um Ton-, Video- oder Fotoaufnahmen zu machen. Besonders beratungsresistenten Kolleginnen und Kollegen kann man mit Verweisen auf den Datenschutz oder die Aufsichtspflicht beikommen. Digitalisierung heißt Fokussierung – also sollte jeder Schüler möglichst allein und selbstständig arbeiten.

12. Ihre Schule ist kein IT-Unternehmen. Daher müssen sich die Kolleginnen und Kollegen schon selbst darum kümmern, dass die Infrastruktur läuft. (Die Tafel wurde ja schließlich auch immer sauber.) Falls sie das nicht von selbst machen und die Geräte eingepackt bleiben – auch gut: So halten sie länger!

13. Der Top-Tipp: Um das Thema am Laufen zu halten, sollten Sie immer ein Auge offen halten, ob es nicht doch einen noch besseren Hardwareanbieter gibt. Nur das hält Ihre Schule up to date, schafft Vertrauen bei der Lehrerschaft und zeigt Ihre Innovationskraft.

Viel Freude bei der Umsetzung wünschen

Kai Wörner und Matthias Förtsch

Zur Person

  • Matthias Förtsch ist Lehrer für Englisch und Gemeinschaftskunde (Politik, Wirtschaft und Soziologie) an einem privaten, gebundenen Ganztagsgymnasium in Baden-Württemberg.
  • Zusätzlich ist Förtsch hauptverantwortlich für die Schulentwicklung an seiner Schule. Für das Schulportal schreibt er regelmäßig eine Kolumne.
  • Kai Wörner unterrichtet Deutsch, Ethik und als Seminarrektor das Fach Geschichte an der für Medienbildung ausgezeichneten Realschule am Europakanal Erlangen II in Bayern.
  • Digitalisierung ist Wörners Thema: Er verwendet Tablets in seiner Klasse, engagiert sich in der Lehrerfortbildung und schreibt digitale Schulbücher.
  • Beide Autoren twittern regelmäßig (@herr_foertsch und @Woe_Real) und sind vernetzt unter den Hashtags #BayernEdu und #DiBiS (Digitale Bildung im Seminar).
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#####EOF##### Sind Hausaufgaben noch zeitgemäß? – Das Deutsche Schulportal

Forschung : Sind Hausaufgaben noch notwendig oder längst überholt?

Immer mehr Schulen wagen das Experiment, auf Hausaufgaben zu verzichten. Kann das gut gehen? Wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahrzehnte konnten kaum positive Effekte auf die Lernleistung durch Hausaufgaben ausmachen.

Florentine Anders / 23. April 2018 / 2 Kommentare
Haben Hausaufgaben positive Effekte auf die Lernleistung? Wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahrzehnte lassen daran zweifeln.
Haben Hausaufgaben positive Effekte auf die Lernleistung? Wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahrzehnte lassen daran zweifeln.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Hausaufgaben sind für die siebenjährige Julia ein Fremdwort. Sie lernt in der ersten Klasse der Hamburger Grundschule Traberweg, die schon vor vier Jahren die Hausaufgaben komplett gestrichen hat. Wenn für Julia an diesem Montag nach der fünften Stunde der Unterricht an der offenen Ganztagsschule endet, kann sie sich aussuchen, ob sie toben, Freunde treffen oder einfach mal für sich sein möchte. Es gibt weder betreute Hausaufgabenstunden am Nachmittag noch Arbeitsblätter, die zu Hause erledigt werden müssen.

Der Landesschülerausschuss in Berlin erklärte im aktuellen Schuljahr 2017/2018 die Abschaffung der Hausaufgaben zu seiner zentralen Forderung. „Viele Schüler fühlen sich inzwischen überfordert, weil durch die Hausaufgaben am Nachmittag kaum noch Zeit bleibt, um in einem Sportverein zu trainieren oder um ein Instrument zu lernen“, sagte der Vorsitzende der Schülervertretung, Philipp Mensah, dem Deutschen Schulportal. Mit ihrer Forderung befeuern die Schülerinnen und Schüler eine Debatte, die seit Jahren schwelt.

Immer mehr Ganztagsschulen experimentieren bereits mit verschiedenen Modellen, um Lernzeiten am Nachmittag flexibler zu gestalten oder Übungszeiten in den Unterricht zu integrieren. So radikal wie an der Hamburger Grundschule Traberweg sind die Versuche jedoch selten.

Studien zeigen kaum Effekte auf den Lernerfolg

Dabei führt die Arbeit zu Hause keineswegs immer zum erwünschten Erfolg. Der tatsächliche Effekt der Hausaufgaben auf die Lernleistung ist umstritten. Das zeigen die zahlreichen Studien der vergangenen Jahrzehnte zu diesem Thema.

So hatte schon 1964 der Pädagoge Bernhard Wittmann einen Versuch durchgeführt, dessen Ergebnisse er in dem Buch mit dem Titel „Vom Sinn und Unsinn der Hausaufgaben“ veröffentlichte. Vier Monate lang hatte er sechs Duisburger Volksschulklassen des dritten bis siebenten Jahrgangs von den Hausaufgaben für die Fächer Rechnen und Rechtschreiben befreit.

Das Ergebnis: Im Rechnen zeigten nach Ablauf der vier Monate alle Klassen ohne Zusatzaufgaben zu Hause sogar bessere Leistungen als die Klassen mit den Hausaufgaben. In Orthografie verbesserten sich lediglich die Siebtklässler durch die Hausaufgaben, allerdings auch dort nicht alle. Wittmann zog damals die Schlussfolgerung, dass Hausaufgaben keinen Zuwachs an Kenntnissen und Fähigkeiten bei den Schülern bewirkten.

Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: Der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null.
Erziehungswissenschaftler Johann Gängler, TU Dresden

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam, fast ein halbes Jahrhundert später, die Studie der Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden. Die Forscher hatten 1.300 Schülerinnen und Schüler sowie 500 Lehrkräfte an Ganztagsschulen befragt, wie sie die Auswirkungen der Hausaufgaben auf den Lernerfolg einschätzen. Das Ergebnis: Bei etwa drei Viertel der Schülerinnen und Schüler sahen die Lehrkräfte keinen positiven Effekt auf die Zeugnisnote. Auch die Lernenden selbst gaben in der 2008 veröffentlichten Studie mehrheitlich an, dass sie keinen Einfluss der Hausaufgaben auf ihre Note sehen. „Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: Der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null“, sagte der Erziehungswissenschaftler Johann Gängler von der TU Dresden anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Offenbar handle es sich eher um ein pädagogisches Ritual als um eine im schulischen Sinn Erfolg versprechende Maßnahme.

Das Ende der Hausaufgaben: Viele Eltern sind skeptisch

Ein pädagogisches Ritual, das sich in den Köpfen vieler Eltern und Lehrkräfte allerdings hartnäckig behauptet. Diese Erfahrung hat auch Jörg Behnken, der Schulleiter der Grundschule Traberweg, gemacht. Als er an seiner Schule die Initiative zur Abschaffung der Hausaufgaben startete, stieß er zunächst auf viel Skepsis. „Viele Lehrer waren überzeugt, dass die Kinder die Übungszeiten benötigen, um den erwarteten Lernerfolg zu erreichen“, sagte Behnken. Auch die Eltern hatten Sorge, dass ihre Kinder bei den Leistungen im Vergleich zu anderen Schulen zurückfallen könnten. Zudem befürchteten sie einen Kontrollverlust.

„Wir haben uns viele Studien angesehen, doch die Skepsis blieb“, sagte Behnke. Der Durchbruch sei erst erzielt worden, als sich alle Beteiligten fragten, was ein Kind an der Ganztagsschule am Nachmittag eigentlich braucht. Die meisten Kinder an der Hamburger Grundschule sind täglich bis 16 Uhr in der Schule. „Wichtige Erfahrungen wie Fahrradfahren oder Freunde-Treffen, die die Kinder früher nach Schulschluss im Kiez gemacht haben, müssen jetzt in die Schule verlagert werden“, sagte Behnken. Das aber sei nicht möglich, wenn die Kinder bis 16 Uhr immer wieder verbindliche Lernzeiten oder Förderkurse hätten. Statt einheitliche Hausaufgabenzeiten mit den gleichen Aufgaben für alle gibt es nun gezielte Förderstunden für Kinder, die einen besonderen Bedarf haben.

Auch zu Hause hört das Lernen nicht auf. „Es ist aber freiwillig und kann dann stattfinden, wenn es allen in der Familie Spaß macht“, sagte der Schulleiter. Das Einmaleins kann auf der Autofahrt in die Ferien abgefragt werden. Das Lesen kann am Abend beim Vorlesen im Bett geübt werden. Von den Lehrerinnen und Lehrern erhalten die Eltern Rückmeldungen , wo das Kind steht. „Und im Unterricht wird dadurch wertvolle Zeit zum Üben gewonnen, weil das Kontrollieren der Hausaufgaben entfällt“, sagt Behnke. Einen Abfall der Leistungen hätten die Lehrkräfte infolge der Reform nicht festgestellt.

Motivation ist entscheidend

Dass gerade für Grundschüler Hausaufgaben nicht besonders effektiv sind, zeigte auch die viel beachtete empirische Untersuchung des neuseeländischen Pädagogen John Hattie. Um wesentliche Faktoren für den Lernerfolg herauszufiltern, wertete Hattie 50.000 Studien mit mehr als 80 Millionen Schülern aus verschiedenen Ländern aus. Die Ergebnisse fasste er in seinem 2009 erschienenen Buch „Lernen sichtbar machen“ zusammen.

Hausaufgaben rangieren bei den rechnerisch ermittelten Erfolgsfaktoren demnach weit hinten. Allerdings hat Hattie Unterschiede zwischen Grundschulen und Oberschulen ausgemacht. An der High School ist der Effekt auf die Lernleistung laut Hattie doppelt so hoch wie an der Junior High School und für die Junior High School wiederum doppelt so hoch wie an der Grundschule.

Die Forscher der Universität Tübingen haben sich genauer angesehen, unter welchen Umständen Hausaufgaben für Schüler der Sekundarstufe nützlich sind, und dabei eine erstaunliche Erkenntnis gewonnen: Nicht die Zeit, die die Lernenden für die Hausaufgaben aufwenden, ist entscheidend, sondern die Motivation, heißt es in der 2015 veröffentlichten Studie. Ob Schülerinnen und Schüler bei ihren Hausaufgaben erfolgreich lernen, hänge damit zusammen, mit wie viel Sorgfalt sie bei der Sache sind und wie effizient sie arbeiten.

Den Bildungsforschern ist es gelungen, fünf Hausaufgabentypen unter den Schülerinnen und Schüler auszumachen: „die fleißigen Schnellen“, „die hoch Engagierten“, „die Durchschnittsschüler“, „die sich abmühenden Lerner“ und „die Minimalisten“. Kritisch sind Hausaufgaben demnach vor allem für jene, die zu den „sich abmühenden Lernern“ gehören. Sie können sehr lange über einer Aufgabe brüten und erzielen dennoch keine besseren Ergebnisse als die Minimalisten, die kaum Zeit für Hausaufgaben aufwenden. Wichtig sei es, diese Lernenden so zu fördern, dass sie eine Aufgabe schnell und mit Spaß bewältigen können. Denn vor allem bei den „fleißigen Schnellen“ schlagen sich die Hausaufgaben auch in guten Noten nieder. Die Anstrengungsbereitschaft könne beispielsweise erhöht werden, wenn den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht wird, warum die Aufgabe wichtig ist.

Papa Andreas war in seiner Schulzeit kein Freund von Hausaufgaben. Inzwischen hat sich Schule aber grundlegend weiterentwickelt. An der Schule seiner Tochter Julia wurden Hausaufgaben abgeschafft.
Papa Andreas war in seiner Schulzeit kein Freund von Hausaufgaben. Inzwischen hat sich Schule aber grundlegend weiterentwickelt. An der Schule seiner Tochter Julia wurden Hausaufgaben abgeschafft.
©privat

Auf den Familien lastet weniger Druck

Das hätte sich auch Andreas Lang, der Vater der siebenjährigen Julia, in seiner Schulzeit gewünscht. „Ich habe vor allem in Mathe so gut wie nie Hausaufgaben gemacht, weil ich den Sinn gar nicht eingesehen habe“, sagte er. Dass seine beiden Kinder nun eine Grundschule besuchen, die gar keine Hausaufgaben aufgibt, ist für ihn kein Problem. Im Gegenteil: „Für uns ist das ein unglaublicher Gewinn. Die Abschaffung der Hausaufgaben nimmt auch viel Druck von den Eltern“, sagt der Vater, der als Elternvertreter auch jedes Jahr aufs Neue unter den Eltern der neuen Erstklässler Überzeugungsarbeit für das Konzept leistet.

Mehr zum Thema

  • Einen Überblick zur Studie der TU Dresden gibt es unter tu-dresden.de
  • Die wichtigsten Forschungsergebnisse der Universität Tübingen von 2017 zum Einfluss von Hausaufgaben auf die Persönlichkeitsentwicklung sind zu finden unter www.uni-tuebingen.de
  • Mehr Informationen zur Studie des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen zu den fünf Hausaufgabentypen von 2015 gibt es hier: www.uni-tuebingen.de
  • Das Buch „Vom Sinn und Unsinn der Hausaufgaben“ (162 Seiten) ist 1964 im Verlag Luchterhand erschienen
  • „Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen“ heißt der Titel der überarbeiteten deutschsprachigen Ausgabe von „Visible Learning for Teachers“ von John Hattie, überarbeitet von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer (Schneider Verlag; Auflage: 3. vom 25. Januar 2017)
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#####EOF##### Das Projekt „Herausforderung“ – Das Deutsche Schulportal
Konzept

Lernen am anderen Ort : Das Projekt „Herausforderung“

Bei dem Projekt „Herausforderungen“ verlassen Schülerinnen und Schüler der Klassen­stufen 7 bis 10 für zwei Wochen ihren Alltag, um in nicht alltäglichen Situationen neue Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen.

25. Oktober 2018

Mit dem Longboard von Berlin an die Ostsee: Eine Heraus­forderung, die sich lohnt. Schülerinnen und Schüler erfahren und überwinden im Projekt ihre eigenen Grenzen.

Informationen zur Schule

  • Name: Heinz-Brandt-Schule
  • Ort: Berlin
  • Schulform: Integrierte Sekundarschule im gebundenen Ganztags­betrieb
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: ca. 450
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 45
  • Ansprechpersonen: Jörn Langer (Lehrer für Spanisch und Sport) / Stefan Grzesikowski (Lehrer für Deutsch und Ethik)
  • Kontakt: kontakt@heinz-brandt-schule.de
  • Schulpreis im Jahr: 2011
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Aus der Komfortzone herauskommen, die eigenen Grenzen erfahren und sie über­winden, darum geht es in dem Projekt „Heraus­forderungen“ der Berliner Heinz-Brandt-Schule. Die Schüler­innen und Schüler sind zwei Wochen lang in alters­­gemischten Gruppen von 12 bis 16 Personen unter­wegs, um an anderen Orten zu lernen, sich zu erproben und Leistungen zu erbringen, auf die alle gemeinsam stolz sein können. Die Teil­nahme ist frei­willig.

Das Projekt hat mir Selbstbewusstsein und Selbst­vertrauen gebracht. Und ich habe viel über andere Leute gelernt und wie ich mit ihnen umgehen muss.
Kira, Schülerin (15 Jahre)

Die Herausforderungen können einen sportlichen, sozialen oder kulturellen Charakter haben. So paddelten Jugendliche mit Kanus über schwedische Seen, pilgerten zu Fuß nach Santiago de Compostela, fuhren mit dem Rad vom Berliner Teufels­Â­berg zur Zug­spitze oder rollten mit Long­­boards (etwas längere Skate­­boards) 260 Kilo­Â­meter bis an die Ost­see. Andere Schüler­innen und Schüler bauten einen Pizza­Â­ofen oder waren als Straßen­Â­musikanten unter­Â­wegs. Stets geht es darum, sich mit anderen zusammen einer Heraus­Â­forderung zu stellen und sie gemeinsam zu bewältigen. Lehr­­kräfte der Schule begleiten die Gruppen während des gesamten Projekt­Â­zeit­­raums.

Ein Dreivierteljahr vor dem Projekt­zeit­raum erfahren die Schülerinnen und Schüler, welche Heraus­Â­forderungen zur Auswahl stehen und können sich mit einem Motivations­Â­schreiben dafür bewerben. Anschließend haben sie Zeit, um das Projekt gemeinsam mit einer Lehr­­kraft vorzu­bereiten und den erforderlichen finanziellen Eigen­­anteil zu erarbeiten. Die Heraus­­forderungen finden kurz vor dem Ende des Schul­­jahres statt. Anschließend erfolgt eine Phase der Reflexion. Etwa ein Viertel der Schüler­­schaft, rund 100 Jugendliche, nehmen jedes Jahr daran teil.

Wir bedanken uns herzlich bei der Heinz-Brandt-Schule Berlin. Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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#####EOF##### Digitale Schule - Das Ørestad Gymnasium arbeitet ganz ohne Papier - Das Deutsche Schulportal

Digitale Schule : Das Ørestad Gymnasium arbeitet ganz ohne Papier

Mit innovativer Architektur und konsequentem Einsatz von digitalen Medien sorgt das Ørestad Gymnasium in Kopenhagen weltweit für Aufsehen. Werner Klein, Gastautor des Schulportals, hat sich mit dem Programmteam der Deutschen Schulakademie vor Ort ein Bild von der außergewöhnlichen Schule gemacht. In seinem Gastbeitrag schreibt er über spannende Einsichten und offene Fragen.

Werner Klein Werner Klein / 11. Oktober 2018 / 3 Kommentare
Blick in die Eingangshalle des Orestad Gymnasiums
Im Ørestad Gymnasium in Kopenhagen gibt es kaum feste Wände, stattdessen mobile Elemente mit Nischen und Lerninseln, die durch eine große geschwungene Treppe miteinander verbunden sind.
©Werner Klein

New form follows new function – dieser leicht modifizierte Leitsatz aus dem Design, nach dem die äußere Form von Gegenständen sich aus deren Funktion ableiten soll, kommt dem Betrachter unmittelbar in den Sinn, wenn er das Ørestad Gymnasium in Kopenhagen betritt: eine riesige lichtdurchflutete Halle mit einer alles dominierenden geschwungenen Treppe, die ein ausgeklügeltes System von offenen Räumen, Nischen, Passagen, scheinbar schwebenden Lern- und Ruheinseln auf fünf Etagen verbindet.

Nach herkömmlichen Klassenräumen sucht man hier ebenso vergeblich wie nach Lehrerzimmern oder Fluren.

Dass Besucher eine Schule betreten haben, erkennen sie nur daran, dass das Gebäude mit großen Buchstaben an der Fassade als „Ørestad Gymnasium“ ausgewiesen ist. Nach herkömmlichen Klassenräumen sucht man hier ebenso vergeblich wie nach Lehrerzimmern oder Fluren. Nur wenige Bereiche sind abgetrennt, etwa für die Verwaltung und einige Fachräume.

Stattdessen freie Flächen und Schiebewände für ein flexibles Raumarrangement, das die Vorgabe der dänischen Gymnasialreform, die von neuen Schulbauten Offenheit und Flexibilität verlangt, in ungewöhnlicher Weise umsetzt. Das Ørestad Gymnasium sieht das Gebäude denn auch als besonders geeignet an, um gemäß ihrem Selbstverständnis „permanent neue Wege des Lehrens und Lernens zu gehen“.

Nach dem überraschenden visuellen Eindruck fällt bei näherem Hinhören auf, dass trotz des offenen Raumgefüges, in dem sich 1000 Schülerinnen und Schüler mit ihren etwa 200 Lehrkräften aufhalten, die Geräuschkulisse erstaunlich gering ist. Dies ist einerseits einem besonderen System raumakustischer Maßnahmen mit Akustikdecken, -wänden und -böden zu verdanken. Andererseits zeigt sich hier sicherlich auch der entspannte, wenig aufgeregte Umgang miteinander, der die dänische Schulkultur prägt.

Keine Hefte, Bücher und Stifte weit und breit

Für die Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren, die in Dänemark nach neun gemeinsamen Schuljahren auf der Folkeskole aufs Gymnasium wechseln, stellt das mehrfach ausgezeichnete Gebäude die Räumlichkeiten für eine Vielfalt von Lernaktivitäten bereit, die allein über digitale Medien vermittelt werden.

Alle Rechner im Schulnetzwerk haben freien Zugang zum Internet.

Weit und breit sind weder Stifte, Hefte noch Bücher zu sehen, sondern Schülerinnen und Schüler, die allein oder in Gruppen an ihren Laptops arbeiten – ein ungewohnter Anblick. Zu diesem Zweck ist die gesamte Schule mit den neuesten digitalen Medien ausgestattet. Alle Rechner im Schulnetzwerk haben freien Zugang zum Internet. Für die tägliche Wartung und Weiterentwicklung der digitalen Grundausstattung stehen eigens dafür angestellte Mitarbeiter der Schule bereit.

Nachdem sich Tablets für die verschiedenen Lehr- und Lernprozesse als wenig geeignet erwiesen haben, setzt die Schule auf Laptops, die von den Schülerinnen und Schülern privat angeschafft werden müssen. Für Schülerinnen und Schüler aus Elternhäusern, die sich die hohen Ausgaben dafür nicht leisten können, übernimmt die Schule auf Antrag ganz oder teilweise die Anschaffungskosten.

Wie für alle Gymnasien in Dänemark vorgeschrieben, hat sich das Ørestad Gymnasium neben einem allgemeinen Fächerkanon ein besonderes Profil gegeben, das sich aus dem Stellenwert digitaler Medien für diese Schule ableitet. Für den gewählten Schwerpunkt auf Medienkunde, Kommunikation und Kultur steht den Schülerinnen und Schülern neben verschiedenen medialen Lernangeboten auch ein professionell ausgestattetes Fernsehstudio zur Verfügung. Darüber hinaus gehört die Schule einem umfassenden Netzwerk von Firmen und Institutionen der Medien- und Kommunikationsbranche an.

Auf einer Schulplattform gibt es Materialien für alle Fächer

Neben der neuartigen Architektur ist es der innovative Einsatz digitaler Medien, der seit mehreren Jahren das Ørestad Gymnasium für Besucher aus aller Welt zu einem attraktiven Ziel macht:

  • Als Organisationsmittel werden alle Informationen über Termine, Stundenpläne, Veranstaltungen oder sonstige Aktivitäten digital per Internet auf Laptop, Handy oder Bildschirm im Haus übermittelt. Auch die Arbeitsorganisation des Schulsekretariats, der Schulleitung und Lehrkräfte erfolgt digital.
  • Auf einer Google-Plattform werden digitale Lehr- und Lernmittel für sämtliche Fächer und Lernvorhaben zur Verfügung gestellt. Die Schule hat über Jahre hinweg dafür geeignete Software eingekauft, die laufend durch selbst entwickelte Programme ergänzt oder ersetzt wird. Dazu gehören auch adaptive Lernprogramme, die am individuellen Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler ansetzen, um passgenaue Lernprozesse zu ermöglichen.
  • Schülerinnen und Schüler nutzen digitale Medien als Werkzeug, um Aufgaben in den verschiedenen Fächern, Projekten und Vorhaben zu bearbeiten. Dazu lesen, schreiben, rechnen, experimentieren und recherchieren sie digital per Laptop, Handy oder Whiteboard. Zusätzlich werden alle Möglichkeiten digitaler Medien genutzt, um Bilder und Filme aufzunehmen und zu bearbeiten, Interviews zu führen, Arbeitsergebnisse zusammenzuführen und hochzuladen, sich zu bestimmten Themen in digitalen Foren auszutauschen.
  • Digitale Medien sind Unterrichtsgegenstand, indem Schülerinnen und Schüler in die Benutzung der verschiedenen Medien systematisch eingeführt werden und vielfältige Unterstützung erhalten, um selbstständig mit den verschiedenen Programmen arbeiten zu können. Im Schwerpunkt Medienkunde produzieren die Schülerinnen und Schüler eigene Beiträge für ein schuleigenes Fernsehstudio, das regelmäßig auf Sendung geht.

Neue Lernarrangements und eine veränderte Rolle der Lehrkräfte

Die Lehrerinnen und Lehrer des Ørestad Gymnasiums nutzen die Potenziale digitaler Medien gezielt für verschiedene Lernarrangements, um die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler stärker zu individualisieren und deren Eigenverantwortung zu fördern. Damit einhergehend verändert sich auch die Rolle der Lehrkräfte, die vor allem lernbegleitende Funktionen übernehmen können.

Phasen des Unterrichts in herkömmlichen Klassen wechseln sich ab mit selbstständiger Arbeit in Gruppen, individueller Wissensaneignung insbesondere durch E-Learning-Angebote auch außerhalb der Schule und „Real Life Cases“ – also Besuche und Projekte in Zusammenarbeit mit externen Partnern. Dafür finden sich die Schülerinnen und Schüler in offenen Flächen, kleinen Nischen, Tischgruppen und Sofaecken zusammen oder verlassen die Schule regelmäßig für gemeinsame Unternehmungen.

Folgerungen und offene Fragen

Vor dem Hintergrund des sich rasant vollziehenden digitalen Wandels der Gesellschaft mit heute noch nicht absehbaren Folgen besteht der erweiterte Bildungsauftrag von Schule unzweifelhaft darin, die bisherigen analogen Kompetenzen um die Vermittlung von Kompetenzen für die digitale Welt zu ergänzen. Nur so können Schülerinnen und Schüler angemessen auf das Leben in der sich ändernden Gesellschaft vorbereitet und zu einer aktiven Teilhabe am kulturellen, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben befähigt werden.

Gehen dadurch Möglichkeiten verloren, die allein analoge Medien bieten?

Ein Besuch des Ørestad Gymnasiums in Kopenhagen erweist sich als motivierender Anlass, um anhand eines beeindruckenden Beispiels die damit verbundenen Herausforderungen zu diskutieren. Dies schließt Fragen nach dem Sinn und Zweck digitaler Bildung, deren Möglichkeiten und Grenzen mit ein. Zeigte sich das Programmteam der Deutschen Schulakademie – wie sicherlich alle Besuchergruppen – allein schon vom architektonischen Ensemble beeindruckt, gab es auch kritische Nachfragen:

  • In welchem Verhältnis steht der Erwerb von grundlegenden wissensbasierten Kompetenzen zu den Möglichkeiten digitaler Medien? Werden diese durch digitale Medien gefördert oder gefährdet?
  • Welchen Einfluss haben digitale Medien auf die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden? Kommt die direkte Interaktion zwischen allen an Schule Beteiligten zu kurz, oder eröffnen sich neue Kommunikationsmöglichkeiten?
  • Welche Vorteile bietet die ausschließliche Verwendung digitaler Medien für Lehr- und Lernprozesse? Gehen dadurch Möglichkeiten verloren, die allein analoge Medien bieten?
  • Hat der Einsatz digitaler Medien im Unterricht einen empirisch nachweisbaren positiven Effekt auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler?
  • Wie wird sichergestellt, dass die direkte sinnliche Erfahrung und Auseinandersetzung mit Natur, sozialer Umgebung und Gesellschaft insgesamt erhalten bleibt?
  • Sind kreative Bildungsprozesse allein anhand digitaler Medien sinnvoll, oder fehlen dadurch wichtige Aspekte, die den Kern von „kreativer Weltaneignung“ ausmachen?

Unbefriedigende Bedingungen für digitale Bildung in Deutschland

Die Ausgangslage für einen um digitale Bildung erweiterten Bildungsauftrag von Schulen ist in skandinavischen Staaten deutlich günstiger als in Deutschland. Die internationale Vergleichsstudie ICILS 2013 (International Computer and Information Literacy Study) weist auf eine insgesamt unbefriedigende Situation in Deutschland hin. Besonders nachdenklich sollte stimmen, dass die Lehrkräfte in keinem anderen Land, das an ICILS teilgenommen hat, seltener einen Computer regelmäßig im Unterricht einsetzen als in Deutschland. Folgerichtig stellt ICILS ein Missverhältnis fest zwischen den Potenzialen, die das Lehren und Lernen mit digitalen Medien bietet, und dem, was in deutschen Schulen geschieht.

Dieses Bild dürfte bis auf wenige Ausnahmen nicht auf die fehlende Bereitschaft deutscher Lehrkräfte zurückzuführen sein, sondern auf eine mangelhafte Ausstattung der Schulen mit digitalen Technologien, auf unzureichende technische und pädagogische Unterstützung und fehlende geeignete Software.

Reisen machen nur dann wirklich klüger, wenn nach der Rückkehr zu Hause etwas geschieht. Hier gibt es viel zu tun …

Zur Person

  • Werner Klein leitete beim Sekretariat der Kultusministerkonferenz in Berlin die Abteilung Qualitätssicherung, internationale und europäische Angelegenheiten und Statistik.
  • Zuvor arbeitete der Pädagoge im Bildungsministerium Schleswig-Holstein als Leiter des Referats Qualitätsentwicklung an Schulen und im Landesinstitut.
  • Schwerpunkte seiner Arbeit sind systematische Schulentwicklung und Bildungsmonitoring.
    Werner Klein gehört zum Programmteam der Deutschen Schulakademie.
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#####EOF##### Wie Kinder über sich selbst hinaus­wachsen – Das Deutsche Schulportal

Sabine Czerny : Wie Kinder über sich selbst hinaus­wachsen

Kinder sind wie Pflanzen: Sie wollen wachsen, groß und stark werden. Dafür brauchen sie ein Umfeld und ein Klima, in dem sie gut gedeihen. Warum die Schule Kinder in ihrer gesunden Entwicklung nicht immer nur fördert und fordert, sondern oft auch hemmt und bremst, erklärt die bayerische Grundschul­lehrerin Sabine Czerny in ihrer ersten Kolumne.

Sabine Czerny Sabine Czerny / 19. April 2018 / 2 Kommentare
Der Schülerin der Waldschule Flensburg macht das Lernen Spaß. Sabine Czerny ist überzeugt: Wenn Kinder weniger leisten müssen und mehr lernen dürfen, entwickelt sich die Freude an der Schule von selbst.
Der Schülerin der Waldschule Flensburg macht das Lernen Spaß. Sabine Czerny ist überzeugt: Wenn Kinder weniger leisten müssen und mehr lernen dürfen, entwickelt sich die Freude an der Schule von selbst.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

„Das sind keine Kinder, das sind Schüler!“ Diesen Satz bekam ich neulich zu hören, als ich mal wieder darlegen durfte, warum ich so unter­richte, wie ich es für richtig halte, und von „meinen Kindern“ sprach. Statt Verständnis folgte eine Belehrung: „Und Sie – Sie haben einen Sozial­isations­auf­trag. Sie geben Anweisungen, und die Schüler führen diese aus!“

Schüler – keine Kinder! Ist denen bewusst, was sie da sagen? Eine ganze Woche habe ich gebraucht, um das zu verdauen. Recht häufig bin ich auf Fortbildungen und Veranstaltungen zumThema Schule. Wie oft wird da nur noch über Leistung und deren Messung gesprochen. Und „von oben“ gibt es immer neue und schärfere Vorgaben und Forderungen, was Kinder erbringen müssen, leisten müssen: Referate hier, Portfolio da, Lapbook, Themen­rolle, mündliche, praktische und schriftliche Leistungs­nachweise … und das wöchentlich mehr­fach. Über Kinder und Jugend­liche wird gesprochen, als ob man über sie verfügen könnte. Als wenn es nur darum ginge, ihren Ertrag zu optimieren – so wie bei Pflanzen in einem Gewächs­haus. Der Gedanke, Raum zu lassen dafür, was diese Kinder, diese Jugendlichen eigentlich möchten, scheint total abwegig. Die Frage danach, welchen Sinn und welche Auf­gabe Schule im Kontext des Lebens eines Kindes hat und inwie­weit das alles schon meilen­weit entfernt ist davon – ist das etwa irrelevant?

Der Schultag ist ein Miteinander mit unterschiedlichen Aufgaben

Vor wenigen Wochen haben meine Kinder ihre Traum­berufe vorgestellt. Und ja, ich sage ganz bewusst „meine“ Kinder, wenn ich von den Schul­kindern in meiner Klasse spreche. Sie sind mir für zwei Jahre anvertraut. Mit durchaus professioneller Distanz, aber dennoch in Beziehung zu ihnen und von ganzem Herzen zugewandt gestalte ich gemeinsam mit ihnen ihren Schultag. Es ist ein Mit­einander, mit unter­schiedlichen Rollen und Aufgaben: einbringen, strukturieren, lehren, fordern und begegnen, lernen, üben, erstellen – in jedem Fall ein Mit­einander-Lebens­zeit-Verbringen-und-Gestalten. Ihre Traum­berufe – was wollen sie nicht alles werden: Polizist, Kranken­schwester, Schreiner, Tier­ärztin … Und was für ein Glänzen in den Augen! Und sie wissen sehr genau, was sie dafür gut können müssen: schnell sein, nett und hilfs­bereit sein, gut messen können, alle Krank­heiten kennen und, und, und. Sie sind mehr als bereit, das alles und noch viel mehr zu lernen.

Sich selbst bereichern macht Freude! Kein Gefühl ist groß­artiger und motivierender, als zu merken, dass man selbst fähiger geworden ist und etwas kann! Dass man sein Leben ergreifen und es leben und gestalten kann! Ist uns dieser Unter­schied bewusst? Dieser Unter­schied zwischen „müssen und immer wieder nur müssen“ einerseits und „selbst wollen, können und dürfen“ anderer­seits? Kinder wollen nicht immer nur „müssen“: leisten müssen, Ertrag bringen müssen, beweisen müssen, aus­halten müssen … Zumindest nicht die ganze Zeit – und schon gar nicht, dann auch immer und immer wieder beurteilt zu werden und sowieso nichts wirklich recht machen zu können. Unsere Schulen fordern immer nur, sie motivieren nicht. Wer nicht alle anderen immer und immer wieder über­trifft, wird abge­urteilt.

Individuelle Zuwendung ist wichtig

Kinder wollen lernen, Jugendliche wollen lernen. Sobald sie spüren, es geht um sie, sie gewinnen etwas, bekommen etwas für sich, sie bereichern sich, sind sie dabei. Wenn sie merken, es geht ihren Mit­menschen darum – um das Bild mit den Pflanzen aufzu­greifen –, eine gesunde, große, starke Pflanze zu werden, eigen­ständig und frei, der es gut geht, die in der Sonne stehen und auf fruchtbarem Boden gedeihen darf, versorgt wird mit Wasser und in schönem Mit­einander leben darf mit den anderen Pflanzen, wachsen sie über sich hinaus. Aber in einem tristen Gewächs­haus auf Styropor zu stehen und mit Nähr­lösungen angereichert zu werden, ausgerichtet an einem Stab, um möglichst dicke Früchte zu tragen, das geht auf Kosten ihrer Substanz, der Stängel dünn, die Blätter welk. Sie wollen sich nicht aussaugen lassen, ihre Lebens­zeit mit diesen oder jenen Arbeiten verbringen, weil es eben so sein muss. Sich beurteilen und kritisieren zu lassen, um bewertet und verglichen zu werden … da streiken immer mehr.

Ich kann es verstehen. Ich möchte das auch nicht. Und es ist auch schwer genug für mich, das von mir abzu­schütteln, denn mir als Lehrerin geht es ja zunehmend nicht anders. „Sie müssen dies und das und jenes auch noch“, heißt es so oft. Und bitte alles in immer noch kürzerer Zeit – und immer mehr – und auf diese Art und Weise und nicht anders! Wo bleibe ich als Mensch? „Sie sind Lehrerin“, hieß es da, „und nicht als Mensch in der Schule.“

Zur Person

  • Sabine Czerny ist seit über 20 Jahren Lehrerin und unter­richtet in einer Grund­schule im Groß­raum München eine zweite Klasse in allen Fächern. Zusätzlich gibt sie Fach­unter­richt in anderen Klassen, auch in der Mittel­schule.
  • Vor gut einem Jahr­zehnt machte Sabine Czerny bundesweit Schlag­zeilen: Weil ihre Schüler­innen und Schüler zu viele gute Noten erzielten, wurde sie straf­versetzt.
  • 2009 wurde sie mit einem Preis für Zivil­courage, dem Karl-Steinbauer-Zeichen, aus­gezeichnet. Ein Jahr später erschien ihr Buch „Was wir unseren Kindern in der Schule antun … und wie wir das ändern können“.
  • Für Das Deutsche Schulportal schreibt Sabine Czerny eine Kolumne.
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#####EOF##### Fridays for Future - Globaler Protesttag von Schülerinnen und Schülern - Das Deutsche Schulportal

Fridays for Future : Globaler Protesttag von Schülerinnen und Schülern

Am Freitag, 15. März, wollen erneut zehntausende Schülerinnen und Schüler an den Fridays for Future-Demonstrationen teilnehmen, um einen Wandel in der Wirtschafts-, Verkehrs- und Klimapolitik zu erzielen, so dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase verringert wird. Die Veranstalterinnen und Veranstalter gehen davon aus, dass dem internationalen Demonstrationsaufruf Schülerinnen und Schüler aus mehr als 100 Ländern folgen werden. Es wäre die größte globale Schülerdemonstration, die jemals stattgefunden hat. Alleine in Deutschland sind in bislang 222 Städten Demonstrationen angekündigt worden. Das Schulportal hat mit dem 18-jährigen Moritz von Courten, der in Kiel die Demonstrationen mitorganisiert, darüber gesprochen, wie Schülerinnen und Schüler mit der Kritik an ihrem Engagement umgehen und welche Auswirkungen die Aktionen auf den schulischen Bereich haben.

Fabian Schindler / 15. März 2019
Weltweite Klima-Demo
Weltweit gehen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Fridays for Future-Bewegung auf die Straße, um für eine nachhaltige Klimapolitik zu demonstrieren.
©dpa

Deutsches Schulportal: Sie gehen an die Kieler Gelehrtenschule. Aber nicht diesen Freitag, denn dann wird demonstriert. Wie lange engagieren Sie sich schon für die Fridays for Future-Bewegung?

Moritz von Courten: Ich bin fast von Anfang an dabei. Bei dem ersten großen Streik in Kiel am 14. Dezember konnte ich zwar leider nicht teilnehmen, danach aber habe ich bei der Organisation mitgeholfen und auch bei weiteren Aktionen teilgenommen.

Schülerinnen und Schüler demonstrieren in ganz Europa. Wie gut sind sie inzwischen organisiert und mit dem Ausland vernetzt?

Fridays for Future ist in der Tat eine weltweite Bewegung. Die Vernetzung geschieht hauptsächlich über soziale Netzwerke und Telefonkonferenzen. Die einzelnen Aktionen werden allerdings meistens dezentral in den einzelnen Ortsgruppen organisiert. In Kiel treffen wir uns beispielsweise einmal pro Woche um Aktionen zu planen und weitere wichtige Themen zu besprechen.

Moritz von Courten
Moritz von Courten gehört zu den Organisatoren der Fridays for Future-Bewegung in Kiel.
©privat

Den Schülerinnen und Schülern, die sich engagieren, ist mehrfach abgesprochen worden, sich kompetent zur Klimapolitik äußern zu können. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?

Erstmal ist natürlich klar, dass wir keine Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind, sondern Schülerinnen, Schüler und Studierende. Daher kann von uns auch nicht erwartet werden, dass wir das gleiche Wissen aufweisen können. Die Petition „Scientists for future“ zeigt allerdings, dass die „Profis“, die die Ahnung haben, uns zu großen Teilen unterstützen und uns Recht geben, wenn wir sagen, dass mehr getan werden muss. Außerdem versuchen wir auch durch Gespräche und Workshops von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei unseren Aktionen, uns und andere über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren. Hierdurch wollen wir auch den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen, ihre Forschungsergebnisse bekannter zu machen.

Hat sich das Verhältnis zwischen Schule, den Eltern und der Schülerschaft durch die Demonstrationen an Ihrer Schule eigentlich in irgendeiner Form verändert?

Ich habe schon beobachtet, dass sich durch die Demonstrationen mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen und erkennen, wie wichtig es ist sich politisch zu engagieren.

Einige Eltern und Lehrerinnen und Lehrer finden es in Ordnung dafür auch mal nicht zum Unterricht zu gehen und loben uns, andere haben da eine andere Meinung und kritisieren uns. Das Verhältnis hat sich insofern verändert, dass mehr über politisches Engagement und Klimapolitik gesprochen wird.

Einige Schulen begleiten inzwischen thematisch die Klima-Demos im Unterricht. Ist das an Ihrer Schule auch der Fall?

Bisher haben wir die Demonstrationen nicht im Unterricht thematisiert. Das finde ich eigentlich sehr schade. Meiner Meinung nach sollte politische Bildung und Bildung für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Unterricht generell eine stärkere Rolle spielen.

Was erhoffen Sie sich persönlich vom Engagement für die Fridays for Future-Aktionen?

Ich erhoffe mir, dass in der Politik und in der Öffentlichkeit endlich genug getan wird, um die Folgen des Klimawandels zu minimieren, damit auch meine Generation und die darauffolgenden noch eine Welt zum Leben haben.

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#####EOF##### Diskussion - Was gehört in den Bildungskanon? - Das Deutsche Schulportal

Diskussion : Was gehört in den Bildungskanon?

Was muss man heute wissen? Welche Erfindungen, welche Meisterwerke der Kunst oder Literatur sollte jede Schülerin oder jeder Schüler kennen? Diese Fragen stellte Thomas Kerstan, Bildungskorrespondent der ZEIT, kürzlich. Kerstan lieferte auch selbst einen Vorschlag für einen Kanon mit hundert Werken und löste damit eine breite Debatte aus. Unter #diekanon verfassten Sibylle Berg gemeinsam mit weiteren Frauen einen Gegenvorschlag auf Spiegel Online und Watson. Welche Werke sind wichtig, um die Welt zu verstehen? Welches Buch sollte jeder Mensch gelesen haben, welchen Song sollte jeder gehört haben, welchen Film sollte jeder gesehen haben? Diskutieren Sie mit!

10. September 2018 / 7 Kommentare

7 Kommentare

Diskutieren Sie mit über diesen Artikel. Kommentieren

#7 – 11.09.2018 Tiberius R.

Nicht was, sondern wie? Das ist hier die Frage

Entscheidender als die Frage nach dem Werk, das die SuS gelesen haben MÜSSEN, finde ich die Frage danach, wie sie für ein bestimmtes Thema, Buch, eine Autorin usw. begeistert werden können. So begeistert werden können, dass daraus etwas entstehen kann, eine Auseinandersetzung, Kreativität usw. Dann ist es egal, ob der gute alte Ludwig van oder die Sexpistols, die Apologie des Sokrates oder Donald Duck rezipiert wird. (Von mir aus auch auf dem Smartphone!).
#6 – 11.09.2018 User gelöscht
Trotz der etwas platten Charakterdarstellungen fand ich als Jugendliche "Das Haus der Treppen" sehr eindrucksvoll. Aktuell scheint mir außerdem "The Handmaid’s Tale" als wichtig, was sich ja auch mit der neuen Serie zum Stoff verknüpfen ließe. Wäre man bereit, einen Kanon um nicht-westliche Werke zu erweitern, wären vielleicht aber auch Filme wie "Grave of the Fireflies" interessant. Und was mir bei Sibylle Bergs Version noch gefehlt hat: "Nanette" von Hannah Gadsby.
#5 – 11.09.2018 Laura W.
Zum Thema Verantwortung gegenüber Haustieren oder generell anderen Lebewesen gegenüber finde ich dieses Buch toll: "Josef Schaf will auch einen Menschen". Wunderschön illustriert und mit viel Witz. Regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Vielleicht Pflichtlektüre für alle Kinder, die gern ein Haustier haben wollen...?
#4 – 10.09.2018 Anuschka V.D.
Was nicht fehlen darf aus meiner Sicht: Sophies Welt von Jostein Gaarder
#3 – 10.09.2018 Heike F.

Bücher sind so wichtig

Auch ich finde Bücher schon in Grundschulzeit sehr wichtig. Um Kinder an Bücher heranzuführen, sind unbedingt die Eltern gefragt. Die abendliche Vorlesegeschichte weckt so viel Interesse ans Weiterlesen... Auch ich habe gerade in Klasse 1 mit „Die kleine Raupe Nimmersatt“ gute Erfahrungen gesammelt. Die Kinder lieben das Buch, genau wie „Der Grüffelo“. Ab Klasse 2 ist „Hamsteralarm“ eine tolle Geschichte, in der die Kinder auch etwas über Versntwortung für Haustiere lernen. Wie schon in vorigen Kommentaren erwähnt sind Erich Kästner und Astrid Lindgren gutes Potenzial, um Lust auf Buch zu wecken.
#2 – 10.09.2018 Petra T.

Bücher überhaupt!

Ich merke bei meiner Arbeit mit Förderkindern in der Grundschule (Brennpunktschule), dass das Buch im Leben meiner Schüler eine immer geringere Rolle spielt, sie zur Schule kommen, ohne zum Teil überhaupt auch nur ein einziges eigenes Buch zu besitzen. Ich lese Märchen vor, in der reichlich illustrierten Variante, um Interesse zu wecken. Später habe ich sehr gute Erfahrungen mit „Klassikern“ wie „Der kleine Angsthase“ , „Der Grüffelo“ oder „Die kleine Raupe Nimmersatt“ gemacht - in den ersten beiden Schuljahren. Und für die weitere Grundschulzeit fände ich ein weit gefächertes Angebot an Kinderliteratur - sich orientierend an den Vorlieben meiner Schüler - wichtiger, als starre Themenvorgaben einzuhalten. Der Schwerpunkt in der Grundschule kann durchaus heißen: Ich finde ein Buch, das meine Schüler freiwillig zu Ende lesen und im besten Fall nach dem nächsten fragen. Astrid Lindgren, Michael Ende und Erich Kästners „ Emil und die Detektive“ sollten auf jeden Fall dabei sein.
#1 – 10.09.2018 Florentine Anders

Film und Architektur

Die Bereiche Film und Architektur kommen meiner Meinung nach in der Schule viel zu kurz. Zur Allgemeinbildung sollte zum Beispiel auch ein Stummfilm wie "Sinfonie einer Großstadt" (1927) gehören. In der Architektur sollten Schüler auch mal ein Gebäude der Architektin Zaha Hadid gesehen haben.
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#####EOF##### Diagnose und Bewertung – Das Deutsche Schulportal

Diagnose und Bewertung

Prüfen, bewerten, Diagnosen erstellen: Leistungs­messungen und -rück­meldungen aller Art spielen im Arbeits­all­tag von Lehrer­innen und Lehrern eine große Rolle – zu den Lieblings­aufgaben gehören sie aller­dings selten. Der Anspruch ist hoch: Es gilt, schul­Ã¼ber­greifend vergleichbare Leistungen abzufragen, sie gerecht zu beurteilen und dabei noch die Motivation im Blick zu behalten.

Die Beiträge in der Rubrik „Diagnose und Bewertung“ nehmen den gesamten Themen­komplex der Leistungs­messung und -rück­meldung in den Fokus. Es soll dazu eingeladen werden, die eigene Bewertungs­praxis genauer zu betrachten und die Erfahrungen anderer Schulen als Anregung für die eigene Arbeit zu nutzen.

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#####EOF##### Themen – Das Deutsche Schulportal

Kooperation

Im Schulbetrieb ist Kooperation auf ganz unter­­schiedlichen Ebenen möglich: Das beginnt mit der Kooperation inner­Â­halb des Kollegiums und führt bis zur Vernetzung der Schule in ihrem Umfeld. Von der Zusammen­arbeit aller Akteure profitieren nicht nur die Schüler­innen und Schüler – Kooperation ist ein Motor für die gesamte Schule und ihre nach­­haltige Entwicklung.
 
 
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Beziehungskultur

Die Beziehungskultur in der Schule ist entscheidend für das Lern­klima und damit auch für den Lern­erfolg. Dabei geht es nicht nur um die pädagogische Beziehung zwischen der Lehrkraft und den Schülerinnen und Schülern. Wichtig ist auch, ob es gelingt, eine gute Beziehungs­kultur im Kollegium und zwischen Lehr­kräften und Eltern zu entwickeln. Das Schulportal berichtet regel­mäßig über die viel­schichtigen Themen, die unter das Schlag­wort Beziehungs­kultur fallen. Zudem gibt es viele erfolg­reiche Konzepte aus den Preis­träger­schulen des Deutschen Schulpreises.
 
 
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Digitalisierung

Auf welche Weise soll der digitale Fortschritt in die Klassenzimmer einziehen? Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Digitalisierung. Und kaum eines birgt so viele Chancen und Herausforderungen in einem.
 
 
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Inklusion

Inklusion beginnt schon vor dem gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf. Nämlich damit, Diversität grundsätzlich anzuerkennen und wertzuschätzen. Wie gelingt das Umdenken?
 
 
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Krisenbewältigung

Mobbing, sexueller Missbrauch oder Schul­distanz: Krisen­situationen gehören zum Schul­all­tag dazu – entscheidend ist, wie es die Schul­gemeinschaft schafft, die Krisen zu bewältigen. Das Schulportal greift Probleme der Schulen auf und zeigt Wege aus der Krise. Dabei gibt es auch ganz praktische Tipps, etwa wie versteckte Hilfe­rufe recht­zeitig erkannt werden. Wenn Schulen dort, wo die sozialen Heraus­forderungen besonders groß sind, es nicht mehr schaffen, für ihre Schülerinnen und Schüler den best­möglichen Lern­erfolg zu gewähr­leisten, spricht das Schulportal von Schulen in kritischer Lage. Modell­projekte wie „School Turn­around – Berliner starten durch“ helfen solchen Schulen, Veränderungs­prozesse zu starten.
 
 
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Leistungsbeurteilung

Schule bedeutet immer auch Leistungsbewertung. Als vielseitiges Instrument reicht sie von Selbsteinschätzung über Vergleichsarbeiten bis hin zu Feedbacksystemen. Welche Methoden sind zweckdienlich und zeitgemäß, welche verdienen eine Sechs?
 
 
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Bildungsföderalismus

16 Bundesländer, 16 Bildungssysteme: In der Bundesrepublik sind im Kern die Länder für das Bildungswesen zuständig. Der im Grundgesetz verankerte Bildungsföderalismus soll eine Gleichschaltung des Schulbetriebs wie zu Zeiten des NS-Regimes verhindern. Doch die Debatte darüber ist fast so alt wie das föderalistische Prinzip selbst: Die eine Seite besteht weiterhin darauf, die andere Seite fordert die Abschaffung des Bildungsföderalismus.
 
 
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Sprachbildung

Sprachbildung ist für die Schulen ein zentrales Thema: angefangen vom Schreiben­lernen und Lesen­lernen, über die Entwicklung der Hand­schrift bis hin zum Verstehen und Verfassen komplexer Texte. Als Schlüssel­kompetenzen rücken das Schreiben und Lesen immer stärker in den Fokus des Bildungs­systems. Viele Bundes­länder haben Maßnahmen beschlossen, um die Sprach­bildung zu stärken. Gleich­zeitig gibt es eine rege Diskussion in der Wissenschaft über effektive Methoden zum Schreiben- und Lesen­lernen. Das Schulportal bildet unter dem Schlag­wort Sprach­bildung die Debatten, informiert über aktuelle wissen­schaftlich Erkenntnisse und zeigt bewährte Konzepte aus der Praxis.
 
 
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Lehrkraftmangel

Viele Schulen suchen händeringend nach Lehrkräften. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger haben beste Chancen: Einige Masterstudiengänge vermitteln das nötige Fachwissen in wenigen Monaten. Lehrerin und Lehrer werden im Schnelldurchlauf – die Zukunft?
 
 
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Deutscher Schulpreis

Die Schulentwicklung in Deutschland vorantreiben – mit diesem Ziel wird der Deutsche Schulpreis verliehen. Seit 2006 machen sich die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung jedes Jahr auf die Suche nach innovativen Schulen und ihren Konzepten.
 
 
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Demokratisch Handeln

Von der Schülerin und dem Schüler zu mündigen Bürgern in einer demokratischen Gesellschaft: Demokratieerziehung ist eine wichtige Aufgabe von Schule. Doch wie lernen Kinder und Jugendliche demokratisch zu handeln? Wieviel Mitbestimmung und Gestaltungsspielraum ist möglich? Und wie unterschiedlich gehen Schulen mit dem Thema „Demokratisch Handeln“ um?
 
 
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Chancengleichheit

Gleiche Chancen für alle – das soll vor allem über Bildung erreicht werden. Wie kann das deutsche Bildungssystem jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die gleiche Ausgangslage gewähren?
 
 
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#####EOF##### Deutscher Schulpreis - Die 15 besten Schulen 2019 im Kurzporträt - Teil I - Das Deutsche Schulportal

Deutscher Schulpreis : Die 15 besten Schulen 2019 im Kurzporträt – Teil I

15 herausragende Schulen sind für den Deutschen Schulpreis 2019 nominiert. Sie alle haben die Jury bei ihren Schulbesuchen in den sechs Qualitätsbereichen des Schulpreises überzeugt. Was sind das für Schulen, wodurch heben sie sich von anderen Schulen ab, welche Herausforderungen haben sie zu bewältigen, und was können andere Schulen dort lernen? In loser und zufällig ausgewählter Folge stellen wir jeweils drei für den Deutschen Schulpreis 2019 nominierte Schulen in Steckbriefen vor. In diesem Teil geht es um die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck in Nordrhein-Westfalen, um die Mosaikschule Marburg in Hessen und um das Technisch-Wissenschaftliche Gymnasium Dillingen im Saarland.

Florentine Anders / 01. April 2019

Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck

Mädchen stehen vor der Schule
Die Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen schätzen besonders die familiäre Atmosphäre im Schulalltag.
©Traube47
Schülerinnen beim Basteln im Klassenzimmer
An der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen lernen 1.000 Schülerinnen und Schüler aus 33 Nationen.
©Traube47
Schülerinnen und Schüler posieren auf der Tischtennisplatte vor dem Schulgebäude
Die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen ist gebaut wie eine kleine Stadt. Jede Klasse hat ihr eigenes Haus.
©Traube47

Das ist die Schulgemeinschaft: Etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler und 120 Lehrkräfte gehören zur Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck. Trotz der beachtlichen Größe herrscht hier eine vertraute Atmosphäre. Die Schule ist geplant wie eine kleine Stadt – jede Klasse hat ein eigenes Haus, mit Vorraum, Toiletten und einem eigenen Garten, den sie selbst bewirtschaftet. An der Schule lernen Schülerinnen und Schüler aus 33 Nationen, darunter auch 50 Geflüchtete. Etwa 5 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben sonderpädagogische Förderbedarfe mit ganz verschiedenen Schwerpunkten. Schulgeld gibt es nicht.

Das macht diese Schule besonders: Die familiäre Atmosphäre und der respektvolle Umgang aller Mitglieder der Schulgemeinschaft sind das Markenzeichen der Schule. Drei Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie eine Schulpfarrerin begleiten sowohl einzelne Schülerinnen und Schüler als auch ganze Klassen. Auch Lehrkräfte lassen sich hier beraten. Viele Ehrenamtliche leiten Arbeitsgemeinschaften, darunter auch oft ehemalige Schülerinnen und Schüler. Das Schönste an der Schule sei, dass man dort immer ein Zuhause, einen Ort des Wohlfühlens habe und dort Menschen seien, die einander gegenseitig wertschätzen, sagt eine ehemalige Schülerin.

Das können andere von dieser Schule lernen: Die multiprofessionellen Teams in den Klassen mit ihren jeweiligen Häusern arbeiten sehr eng zusammen. Um ihren Unterricht weiterzuentwickeln, nutzen die Lehrerinnen und Lehrer das Format der „Kollegialen Unterrichtsreflexion“ (KUR). Die Kolleginnen und Kollegen schauen sich den Unterricht einer Lehrkraft nach einer zuvor von ihr gewählten Fragestellung an. Anschließend beraten sie gemeinsam darüber im Dreierteam. Dann werden die Rollen gewechselt.

Auf einen Blick

Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck

Ort: Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen
Schulform: Integrierte Gesamtschule
Zahl der Schülerinnen und Schüler: 1.238
Anzahl Klassen: 44
Website: http://e-g-g.de

Mosaikschule Marburg

Ein Junge im Rollstuhl hält einen Hund an der Leine
Auch ein Schulhund gehört zur Schulgemeinschaft der Mosaikschule Marburg.
©Traube47
Ein Junge klettert an der Kletterwand
Das Klettern gehört zu den Nachmittagsangeboten für die Schülerinnen und Schüler der Mosaikschule Marburg.
©Traube47
Ein Schüler lernt mit dem iPad
An der Mosaikschule Marburg gehören digitale Medien im Unterricht zum Alltag.
©Traube 47

Das ist die Schulgemeinschaft: Die Mosaikschule ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. 74 Schülerinnen und Schüler mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen lernen in zehn Klassen, die sich auf vier Entwicklungsstufen aufteilen. Die Schule unterstützt auch inklusive Regelschulen der Stadt Marburg und bietet Studierenden der Sonderpädagogik einen Ort der Praxiserfahrung.

Das macht diese Schule besonders: Während Förderschulen im Bereich geistige Entwicklung früher eine oft allein lebenspraktische Ausrichtung hatten, ist es das Ziel der Mosaikschule, den Schülerinnen und Schülern einen fachorientierten Unterricht in Deutsch und Mathematik anzubieten. Die Kompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen haben einen hohen Stellenwert. Die Schule hat dafür einen schulinternen Lehrplan und eigene Testinstrumente entwickelt. Möglich ist das auch durch einen permanenten Austausch mit der Wissenschaft, zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Das können andere von dieser Schule lernen: Elektronische Medien gehören im Unterricht zum Alltag der Mosaikschule. Die Schule hat ein eigenes Medienkonzept entwickelt, in dem festgelegt ist, welche Medien didaktisch und methodisch im Unterricht eingesetzt werden. iPads ermöglichen das Lernen im eigenen Tempo und kommen zum Beispiel auch im Rahmen der unterstützten Kommunikation zum Einsatz. Interaktive Tafeln in den Klassen können etwa das Lernen durch starke Visualisierung erleichtern. In Deutsch und Mathematik steht den Schülerinnen und Schülern eine breite Auswahl an Lernsoftware zur Verfügung.

Auf einen Blick

Mosaikschule Marburg

Ort: Marburg, Hessen
Schulform: Sonderschule
Zahl der Schülerinnen und Schüler: 74
Anzahl Klassen: 10
Website: http://mosaikschule-marburg.de

Technisch-Wissenschaftliches Gymnasium Dillingen

Schüler baut an einem Roboter
Die besondere Förderung der Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich gehört zu den besonderen Stärken des Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasiums Dillingen .
©Traube47
Schülerinnen arbeiten in der Bibliothek
In einer wöchentlichen Freiarbeitsphase haben die Schülerinnen und Schüler des TWG Dillingen die Möglichkeit, an ihren Stärken und Defiziten zu arbeiten.
©Traube47
Schüler in der Werkstatt
In der Werkstatt haben die Schülerinnen und Schüler des Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasiums Dillingen die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen anzuwenden.
©Traube47

Das ist die Schulgemeinschaft: An das Oberstufengymnasium kommen Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Schulformen und starten hier mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen den dreijährigen Weg zum Abitur mit dem Schwerpunkt Technik. Mit insgesamt 238 Schülerinnen und Schülern ist das Gymnasium eine vergleichsweise kleine Schule. 75 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben keine Gymnasialempfehlung, insgesamt erreichen trotzdem 80 Prozent die allgemeine Hochschulreife.

Das macht diese Schule besonders: Das Technisch-Wissenschaftliche Gymnasium (TWG) leistet einen ganz besonderen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der Region, stellte die Jury bei ihrem Besuch vor Ort fest. Obwohl die Jugendlichen teilweise mit großen Lernlücken oder auch Mobbing-Erfahrungen an die Schule kommen, gelingt ihnen hier ein echter Neustart und ein erfolgreicher Schulabschluss. Dafür sorgt ein spezielles Förderkonzept. Am Anfang stehen Kompetenztests in Deutsch und Mathematik, um mögliche Defizite und Stärken kennenzulernen. In einer wöchentlichen Freiarbeitsphase haben die Schülerinnen und Schüler dann die Möglichkeit, gemeinsam mit Tutorinnen und Tutoren intensiv daran zu arbeiten.

Das können andere von dieser Schule lernen: Mit ganz besonderen Projekten weckt die Schule Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik. Dazu gehören zum Beispiel die „Maus-Türöffner-Tage“: In Kooperation mit der „Sendung mit der Maus“ des Westdeutschen Rundfunks öffnet die TWG ihre Türen für kleine Forscher im Alter von sechs bis zwölf Jahren – die Schülerinnen und Schüler der TWG übernehmen an den Experimentierstationen die Rolle der Lernbegleiter. Höhepunkt bildet die Chemie-Zaubershow. Es gibt regelmäßige Schülerpraktika bei Siemens infolge einer Kooperation mit dem Unternehmen. Außerdem arbeitet die Schule mit einem Schülerlabor der Universität des Saarlands und mit dem Deutschen Museum in München zusammen.

Auf einen Blick

Technisch-Wissenschaftliches Gymnasium Dillingen

Ort: Dillingen, Saarland
Schulform: Gymnasium
Zahl der Schülerinnen und Schüler: 238
Anzahl Klassen: 14
Website: http://www.twg-dillingen.de

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#####EOF##### Grundschule: Lesen will gelernt sein – Das Deutsche Schulportal

Grundschule : Lesen will gelernt sein

Es gibt viele Anstrengungen zur Leseförderung – doch warum bleibt der Erfolg so oft aus? Dieser Frage geht Sabine Czerny in ihrer März-Kolumne für das Schulportal nach. Wichtige Schritte zum Lesen­lernen kommen häufig zu kurz, meint die Grund­schul­lehrerin.

Sabine Czerny Sabine Czerny / 22. März 2019
Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse
Zur Buchmesse in Leipzig wird wie jedes Jahr wieder die Frage aufkommen: Was kann man tun, damit Kinder und Jugendliche mehr lesen?
©Leipziger Buchmesse

Fast jeder fünfte Viertklässler kann nicht richtig lesen. Dieses Ergebnis der aktuellen Studie zur Inter­nationalen Grund­schul-Lese-Unter­suchung (IGLU) allein ist erschreckend genug. Dabei geht es hier sogar nur um die reine Lese­fähig­keit und die Sinn­erfassung. Wie viele Kinder und Jugendliche derzeit über­haupt noch regel­mäßig lesen, teilt uns die Studie jedoch nicht mit. Dabei ist Lesen auch heute noch die wesentliche Grund­lage für die Ausbildung des eigenen mündigen Ichs. Lesen macht intelligent und kompetent und – wie eine Studie der britischen University of Liverpool ergab – auch zufriedener mit dem Leben.

Zur Buchmesse in Leipzig wird wie jedes Jahr wieder die Frage aufkommen: Was kann man tun, damit Kinder und Jugendliche mehr lesen? Oder über­haupt erst mal gut lesen lernen? Von über­all­her werden dann Tipps und Tricks in die Debatte geworfen, viel­fältige Möglichkeiten zur Unter­stützung werden vorgeschlagen und praktiziert.

Vom Bücher­bus bis zum Lese­wett­bewerb – die Bemühungen sind viel­fältig

So fahren beispielsweise manche Büchereien mit einem Bücherbus extra die Schulen an. Die Verlage bereiten die Bücher lese­fördernd auf, sei es, indem die Silben unter­schiedlich kontrastiert gedruckt werden, Bücher so illustriert werden, dass sie das Wort­bild­gedächtnis anregen oder sie ermöglichen Inter­aktion durch eingebaute Rätsel oder begleitende Online-Programme. Die Schulen offerieren Lese­wett­bewerbe, Autoren werden zu Lesungen eingeladen, die Lehrerinnen und Lehrer nehmen Hörspiele mit den Kindern auf, es gibt Bücher­basare, Schul­büchereien oder gar Bücher­schränke, aus denen Kinder sich kostenlos ein Buch mitnehmen dürfen. Und das ist nur eine kleine Auswahl der vielen Bemühungen.

Und trotzdem scheint das alles nur bedingt zu helfen. Warum nur?

Erst wenn der Lesevorgang an sich nicht mehr die volle Konzentration fordert – ab 100 Wörtern pro Minute – kann der Sinn des Gelesenen „nebenher“ erfasst werden.
Sabine Czerny, Grundschullehrerin

Letztlich sind nämlich all diese Maßnahmen schön und gut – aber selten bringen sie Kinder tatsächlich zum Lesen. Zum Lesen kommt man eben nur durch: Lesen. Und bis man das Lesen wirklich beherrscht und den Mehrwert aus­schöpfen kann – der letzt­endlich das Motiv ist, warum man liest –, kann Lesen auch ganz schön anstrengend sein. Es erfordert viel Übung und Routine, um leicht und flüssig lesen zu können. Erst wenn der Lese­vorgang an sich nicht mehr die volle Konzentration fordert – ab 100 Wörtern pro Minute – kann der Sinn des Gelesenen „nebenher“ erfasst werden. Und mit dem Begreifen kommt die Freude am Lesen. Aber so weit kommen viele Kinder und Jugendliche heute oft überhaupt nicht mehr.

Lesen lernt man nur, indem man selber liest

Mich als Lehrerin verwundert diese Problematik nicht, auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen nicht. Aber es scheint, als höre uns niemand zu. Denn: Lesen lernt man eben nur, indem man selber liest! Dafür ist inzwischen jedoch in der Schule kaum noch Raum und Zeit. Viel zu viele Lern­inhalte haben in den vergangenen Jahren Einzug in den Lehr­plan gerade der ersten und zweiten Klassen Einzug gehalten. Sach­nieder­schriften, Vorgangs­beschreibungen, Referate, umfassende Recht­schreibung … alles mittler­weile „normale“ Anforderungen an sechs- und sieben­jährige Kinder.

Da bleibt es nicht aus, dass für das fundierte Erlernen der Buchstaben und der zugehörigen Laute nicht mehr genügend Zeit ist und das Lesen-Üben nicht selten als tägliche Haus­auf­gabe und damit in den Verantwortungs­bereich der Eltern gegeben wird. Nur: Was ist, wenn da eben keine Eltern sind, die mit dem Kind lesen? Weil die Eltern beispiels­weise selbst nur eingeschränkt lesen können oder weil beide arbeiten und die Kinder­betreuungs­stätten diese Aufgabe eben nicht auch noch stemmen können?

Dazu kommt, dass den Kindern zunehmend die Vorerfahrungen fehlen, die für das Lesen notwendig sind: Lese­förderung beginnt nämlich schon damit, dass man bereits dem Klein­kind vorliest, sodass das Kind die komplexe Sprach­struktur der Schrift­sprache erfassen und sich sein Wort­schatz ausbilden kann. Wenn Eltern immer und immer wieder – spielerisch und nebenbei – einen Laut einem Schrift­zeichen zuordnen, lernen die Kinder so die Buchstaben zu unter­scheiden, und es entwickelt sich ein grund­sätzliches Verständnis von Schrift und Sprache.

Man liest „Apotheke“ hier und „Bank“ da, findet das „a“ im eigenen Namen wieder. Erfahrungen dieser Art können bei Schul­eintritt jedoch nicht mehr voraus­gesetzt werden – und das beschränkt sich keines­wegs nur auf die Kinder von Analphabeten, nicht deutsch sprechenden Migranten und von bildungs­fernen Eltern. Nur: Ohne diese Vorerfahrungs­viel­falt ist Lesen- und Schreiben­lernen noch mal ungleich schwerer.

Alles Lernen ist für Kinder ein Prozess – Schritt für Schritt wird bereits Bekanntes durch Neues ergänzt und das Gesamt­wissen erweitert. Ein Prozess, der Zeit, Erfahrung, eigenes Tun und Entwicklung braucht und liebevolle individuelle Begleitung mit direkten situativen Rück­meldungen.

In vielen Schulen versucht man sich nun selbst zu helfen und fragt die Eltern, ob sie beim Lesen­lernen unter­stützen können. Die „Lese­mamas“ und manchmal auch „Lese­papas“ kommen dann einmal oder mehr­fach pro Woche in die ersten Klassen und lesen mit einer möglichst kleinen Gruppe von Kindern. So kann ansatz­weise individualisiert und hin und wieder auch in der not­wendigen Einzel­betreuung gearbeitet werden. Es ist eben einfach nicht mehr so wie vor 20 Jahren, als die Kinder noch brav mit dem Finger die Text­zeilen mit­gegangen sind, während alle gemeinsam im Chor gesprochen haben. Da war Lesen­lernen auch noch in einer Gruppe mit 30 Kindern möglich.

Ob Kinder in der Schule Lesen lernen, hängt häufig von der Hilfs­bereit­schaft der Eltern ab

An einigen Schulen werden bereits sogenannte Lern­assistenten „ausgebildet“. Das sind Eltern oder ander­weitig Interessierte, die dann ehren­amtlich teils ganze Tage als Zweit­kraft in der Klasse sind und die Lehrerin oder den Lehrer unter­stützen, die die spezielle Mithilfe, die viele Kinder heute benötigen, alleine einfach nicht mehr leisten kann.

All diese Initiativen sind so wertvoll, anderer­seits ist es aber auch durchaus frag­würdig, dass es von der Hilfs­bereit­schaft anderer Eltern abhängen kann, ob Kinder in der Schule lesen lernen oder nicht.

Und trotz dieser Unterstützung bleibt der Zeit­raum zum Lesen zu klein. Viel öfter müsste mit Muße gelesen werden – auch in den höheren Klassen, damit die Kinder über diese „Das ist so anstrengend!“-Schwelle hinaus­kommen.

Denn erst dann eröffnet sich ihnen die Welt der Lesenden wahrhaftig, und sie erleben, welch besonderes Wissen man sich durchs Lesen aneignen kann, wie sich eigene Fantasie anfühlt oder wie es ist, wenn man ein Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil man es kaum noch aushält vor gespannter Erwartung, wie es weiter­geht. Und erst wenn Kinder diesen einzig­artigen Mehr­wert des Lese-Erlebnisses gegenüber Computer­spielen, Filmen oder Hör­büchern selbst erfahren haben, werden sie auch von allein lesen.

Zur Person

  • Sabine Czerny ist seit über 20 Jahren Lehrerin und unter­richtet in einer Grund­­schule im Groß­­raum München eine zweite Klasse in allen Fächern. Zusätzlich gibt sie Fach­­unter­­richt in anderen Klassen, auch in der Mittel­schule.
  • Vor gut einem Jahr­zehnt machte Sabine Czerny bundes­weit Schlag­­zeilen: Weil ihre Schüler­­innen und Schüler zu viele gute Noten erzielten, wurde sie straf­­versetzt.
  • 2009 wurde sie mit einem Preis für Zivil­­courage, dem Karl-Steinbauer-Zeichen, aus­gezeichnet. Ein Jahr später erschien ihr Buch „Was wir unseren Kindern in der Schule antun … und wie wir das ändern können“.
  • Für Das Deutsche Schulportal schreibt Sabine Czerny eine Kolumne.
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#####EOF##### Bildungspolitik – Das Deutsche Schulportal

Bildungspolitik

Durchlässigkeit, Kooperationsverbot, G8, Ganztags­schul­ausbau – das sind nur vier der zahlreichen Themen, die die bildungs­politischen Debatten in Deutschland beeinflussen. Bund und Länder entwickeln immer wieder neue Ideen, um die schulische Bildung besser und gerechter zu gestalten.

Für Lehrer­innen und Lehrer sind damit häufig Umstellungen verbunden: Sie sind diejenigen, die Veränderungen hautnah zu spüren bekommen. In der Rubrik „Bildungspolitik“ bietet Das Deutsche Schulportal einen Über­blick über die aktuellen bildungs­politischen Diskussionen auf Bundes­ebene und in den Ländern.

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#####EOF##### Sprachbildung – Das Deutsche Schulportal

Sprachbildung

Sprachbildung ist für die Schulen ein zentrales Thema: angefangen vom Schreiben­lernen und Lesen­lernen, über die Entwicklung der Hand­schrift bis hin zum Verstehen und Verfassen komplexer Texte. Als Schlüssel­kompetenzen rücken das Schreiben und Lesen immer stärker in den Fokus des Bildungs­systems. Viele Bundes­länder haben Maßnahmen beschlossen, um die Sprach­bildung zu stärken. Gleich­zeitig gibt es eine rege Diskussion in der Wissenschaft über effektive Methoden zum Schreiben- und Lesen­lernen. Das Schulportal bildet unter dem Schlag­wort Sprach­bildung die Debatten, informiert über aktuelle wissen­schaftlich Erkenntnisse und zeigt bewährte Konzepte aus der Praxis.

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#####EOF##### Unterricht – Das Deutsche Schulportal

Unterricht

Guter Unterricht – wie geht das? Wer Unterricht plant, muss viele Faktoren im Blick behalten.

Der Mix macht’s: Damit alle Schüler­innen und Schüler die für sie größt­möglichen Lern­erfolge erreichen, muss das Zusammen­spiel aus Förderung und Forderung stimmen. Am besten gelingt das in einem motivierenden Lern­klima und mit methodisch-didaktischen Ansätzen, die jeder Einzelnen, jedem Einzelnen gerecht werden. Die Rubrik „Unterricht“ zeigt Wege und Möglich­keiten auf, wie Lehrer­innen und Lehrer diese Voraus­setzungen schaffen können. Im Zentrum steht dabei immer das Geschehen direkt im Klassen­zimmer.

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#####EOF##### Login - Das Deutsche Schulportal

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#####EOF##### Humboldt-Huckepack: Lernhilfe am Gymnasium – Das Deutsche Schulportal
Konzept

Humboldt-Huckepack : Lernhilfe am Gymnasium

Im Rahmen des schulinternen Nachhilfe­programms Humboldt-Huckepack unterstützen leistungs­starke Schülerinnen und Schüler andere Kinder und Jugendliche beim Lernen – und erweitern dabei auch die eigenen sozialen Fähigkeiten.

01. März 2019

Über ein schulinternes Nachhilfeprogramm unterstützen leistungsstarke Schülerinnen und Schüler andere Kinder und Jugendliche beim Lernen – Ein Gewinn für beide Seiten!

Informationen zur Schule

  • Name: Humboldt-Gymnasium Potsdam
  • Ort: Potsdam, Brandenburg
  • Schulform: Gymnasium
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 744
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 64 Lehrkräfte plus 10 Referendare und Referendarinnen
  • Ansprechperson: Anja Krause (Lehrerin, Koordinatorin für HuHu)
  • Kontakt: mail@humboldtgym.de
  • Schulpreis im Jahr: 2017
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Das Potsdamer Humboldt-Gymnasium bietet mit Humboldt-Huckepack (HuHu) eine ganz besondere Art der individuellen Lern­hilfe: Schülerinnen und Schüler aller Jahr­gangs­stufen haben die Möglichkeit, dieses Angebot zu nutzen. Die Grund­idee des Konzeptes ist, dass Schülerinnen und Schüler, die in einem Fach sehr gute Leistungen aufweisen, andere dabei unter­stützen, den Unterrichts­stoff zu vertiefen oder Wissens­lücken aufzu­füllen. Die derzeit 18 Mentorinnen und Mentoren vermitteln den Stoff auf Augen­höhe in angenehmer Atmosphäre und vertrauter Umgebung. Gleich­zeitig soll HuHu das soziale Engagement der Schülerinnen und Schüler fördern.

Das Konzept sieht zwei Varianten vor: In der Einzel­betreuung erhält eine Schülerin/ ein Schüler gegen eine geringe Aufwands­entschädigung (nach Vereinbarung; Vorschlag der Schule: 45 min à 5 Euro) auf sie persönlich zugeschnittene Unter­stützung, um den Lern­stoff zu wieder­holen und Lücken zu schließen.

Mich fasziniert an Humboldt-Huckepack, dass man als Schüler anderen Schülern sein Wissen weitergeben und ihnen helfen kann – und dass es tatsächlich etwas bewirkt.
Malte, 15 Jahre, Schüler, Mentor für Latein

In den sogenannten Repetitorien bieten Mentoren in Kleingruppen Lern­hilfe zu bestimmten Themen an, wie z.B. imparfait in Französisch, Prozent­rechnung in Mathe­matik, Ablativus absolutus in Latein. Die Repetitorien finden in einem regel­mäßigen Turnus und immer nach­mittags statt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des HuHu-Konzeptes ist die einmal pro Halb­jahr statt­findende Schulung der Mentorinnen und Mentoren. Die Jugendlichen – in der Regel Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 12 – erhalten dabei Informationen zum Ablauf, zur Planung und zur Durch­führung von Lern­ein­heiten. Sie lernen den Diagnose­bogen kennen, der die Kommunikation zwischen Schülerin/ Schüler, Mentorin/Mentor und Fach­lehr­kraft erleichtern soll und befassen sich mit wirksamen Techniken und Methoden des Lehrens und Lernens.

Über die Schulung hinaus findet regel­mäßig ein Austausch aller Mentorinnen und Mentoren statt. Bei diesen Treffen erarbeiten sie zum Beispiel Materialien für den Einsatz in den Repetitorien.

An Nachhilfe interessierte Schülerinnen und Schüler füllen einen Anmeldebogen aus, der von den Eltern unter­schrieben wird. Die koordinierende Lehrerin sucht dann eine passende Mentorin oder einen passenden Mentor aus und vermittelt den Kontakt. Schülerinnen und Schüler, die als Mentorin oder Mentor tätig werden möchten, benötigen eine Bestätigung ihrer Fach­lehr­kraft, dass sie dafür geeignet sind.

Wir bedanken uns herzlich beim Humboldt-Gymnasium Potsdam.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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#####EOF##### „Schule in der digitalen Welt“ – Das Deutsche Schulportal
Konzept

Schule in der digitalen Welt : Den Kulturwandel gestalten

Eine zeitgemäße Bildung in der digitalen Welt ist das Ziel der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster. Ein integrales Medienkonzept hilft dabei, es zu erreichen.

18. April 2018

Digitale Medien als Teil der Schulkultur: An der Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster werden die Lernenden in die Lage versetzt, sich in einer veränderten Gesellschaft zu beteiligen.

Informationen zur Schule

  • Name: Freiherr-vom-Stein-Schule
  • Ort: Neumünster, Schleswig-Holstein
  • Schulform: Gemeinschaftsschule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 585
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 43
  • weiteres Personal: 6
  • Ansprechperson: Lars Ziervogel (stellvertr. Schulleiter)
  • Kontakt: info@steinschule-nms.de
  • Schulpreis im Jahr: 2016
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Wie viele andere gesellschaftliche Bereiche wird die Digitalisierung auch die Schulen tief­greifend verändern. Schon jetzt ist ab­seh­bar, wie dies in den Bereichen Organisation, Personal und Unter­richt geschieht. Aber wie kann Schule in einer selbst­lernenden Netz­werk­gesell­schaft aussehen und funktionieren? Ausgehend von dieser Frage hat die Freiherr-vom-Stein-Schule ein integrales Medien­konzept ent­worfen, auf dessen Basis die Ein­richtung systematisch weiter­ent­wickelt wird. Ein besonderes Augen­merk liegt darauf, bestehende Strukturen und Arbeits­weisen nicht einfach digital zu über­setzen, sondern den Kultur­wandel, der damit ein­her­geht, bewusst mit­zugestalten. Mit einem zuvor entwickelten innovativen Lern­system, das neben dem selbst­organisierten Lernen auch eine veränderte Rolle der Lehr­kräfte sowie eine andere Leistungs­kultur beinhaltet, wurde bereits eine wichtige Grund­lage für diesen Kultur­wandel gelegt. Der Einsatz von digitalen Medien erwies sich dabei als hilf­reicher und folge­richtiger Schritt.

Die Schülerinnen und Schüler bringen mit ihren Geräten die digitale Welt in die Schule. Diese Herausforderung müssen wir annehmen und die Kinder und Jugendlichen zukunftsfähig machen, indem wir ihnen eine gezielte und sinnvolle Verwendung der Geräte vermitteln.
Olaf Hubert, stellvertretender Schulleiter

Zum Medienkonzept der Schule gehören in technischer Hinsicht der Anschluss an den Glas­faser­ring der Stadt Neumünster sowie Wlan im gesamten Gebäude. Schüler­innen, Schüler und Lehr­kräfte nutzen in der Schule ihre eigenen digitalen End­geräte wie Tablets und Smart­phones (Bring your own device/ BYOD). Zusätzlich stehen 50 schul­eigene stationäre Computer sowie 30 Tablets und 20 Note­books über ein einfaches Aus­leih­system zur Verfügung. Die Schule arbeitet mit dem Lern­portal­server IServ, in den die schul­interne digitale Lern­platt­form Joomla eingebunden ist. Hier finden die Schüler­innen und Schüler die Lern­inhalte aus ihrem Unter­richt in Form von Filmen und Tutorials wieder. IServ dient auch zur schul­internen Kommunikation und bietet viele nützliche Tools zur Organisation des Schul­all­tags. So geben die Schüler­innen und Schüler zum Beispiel ihre Projekt­wahl direkt in das System ein und die Soft­ware ordnet die Gruppen so zu, dass alle Projekte gleich­mäßig belegt sind.

In inhaltlicher Hinsicht gehören zum integralen Medienkonzept der Freiherr-vom-Stein-Schule der Einsatz von digitalen Lern­proben, eine digitale Heft­führung sowie Port­folios, die mit der Text­verarbeitungs-App OneNote erstellt werden. In den Klassen­stufen 5 bis 7 üben die Schüler­innen und Schüler im Fach Medien­werk­statt den Umgang mit digitalen Medien. Die verpflichtenden Lern­proben am Ende einer Projekt­phase, die das Lernen strukturieren, können die Schülerinnen und Schüler auf analoge oder digitale Weise erstellen. Schriftliche Berichte auf Papier sind dabei ebenso zulässig wie Video­clips, Pod­casts, Tutorials oder Multi­media­präsentationen.

Um digitale Medien geht es auch in der Lern­phase MINT, in der alle Schüler­innen und Schüler der Unter­stufe Grund­kenntnisse im Programmieren erlangen. Vier­mal in der Woche findet in einer großen Pause eine sogenannte „Krea(k)tive Pause“ mit kreativen und sportiven Angeboten statt. Auch hier haben die Schüler­innen und Schüler der Klassen­stufen 5 bis 7 die Möglich­keit, sich im Programmieren zu üben. Darüber hinaus wird im Wahl­pflicht­unter­richt der Mittel­stufe das vier­stündige Fach Infor­matik angeboten. In einer Schüler­firma erstellen Jugendliche Drucke von Groß­formaten, außerdem bearbeiten sie Fotos und Videos digital.

Wir bedanken uns herzlich bei der Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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#####EOF##### Krisenbewältigung – Das Deutsche Schulportal

Krisenbewältigung

Mobbing, sexueller Missbrauch oder Schul­distanz: Krisen­situationen gehören zum Schul­all­tag dazu – entscheidend ist, wie es die Schul­gemeinschaft schafft, die Krisen zu bewältigen. Das Schulportal greift Probleme der Schulen auf und zeigt Wege aus der Krise. Dabei gibt es auch ganz praktische Tipps, etwa wie versteckte Hilfe­rufe recht­zeitig erkannt werden. Wenn Schulen dort, wo die sozialen Heraus­forderungen besonders groß sind, es nicht mehr schaffen, für ihre Schülerinnen und Schüler den best­möglichen Lern­erfolg zu gewähr­leisten, spricht das Schulportal von Schulen in kritischer Lage. Modell­projekte wie „School Turn­around – Berliner starten durch“ helfen solchen Schulen, Veränderungs­prozesse zu starten.

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#####EOF##### Wie aus den Kindern der Utopie Erwachsene werden – Das Deutsche Schulportal

Inklusion : Wie aus den Kindern der Utopie Erwachsene werden

In dem neuen Dokumentarfilm „Die Kinder der Utopie“ treffen sich sechs junge Erwachsene wieder, die gemeinsam in einer der ersten inklusiven Schulen zusammen gelernt haben. Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen war selbst Schüler dieser Berliner Grund­schule. Mit einer ungewöhnlichen Kampagne will er gemeinsam mit dem Filme­macher Hubertus Siegert dafür sorgen, dass am 15. Mai ganz Deutschland über den Film spricht und darüber wie die einst gesellschaftliche Utopie der Inklusion zehn Jahre nach Inkraft­treten der UN-Behinderten­rechts­konvention Wirklichkeit wird.

Florentine Anders / 27. März 2019
Raúl Krauthausen und Hubertus Siegert
Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen und Regisseur Hubertus Siegert treffen sich an der Fläming-Grundschule in Berlin. Vor 30 Jahren ist Raúl Krauthausen dort zur Schule gegangen.
©Patricia Haas
Raúl Krauthausen und Hubertus Siegert
Hubertus Siegert, Regisseur des Films „Die Kinder der Utopie“ begleitet Rául Krauthausen auf dem Weg von seiner ehemaligen Grundschule zum damaligen Kinderladen.
©Patricia Haas
Raúl Krauthausen und Hubertus Siegert
Raúl Krauthausen und Hubertus Siegert im Gespräch über das Erwachsenwerden und über Inklusion.
©Patricia Haas

In der großen Pause stürmen die Kinder der Fläming-Grundschule auf den Pausen­hof mit der großen Kletter­spinne. Raúl Krauthausen, der Inklusions-Aktivist, steht gemeinsam mit Filme­macher Hubertus Siegert vor der Pforte zum Schul­hof und reist in Gedanken in die Vergangen­heit. Wir sind mit den beiden an der Schule im Berliner Stadt­teil Friedenau verabredet, um mit ihnen über den Dokumentar­film „Die Kinder der Utopie“ zu sprechen, der am 15. Mai in ganz Deutschland in den Kinos laufen wird.

Raúl Krauthausen, der in seinem Elektro­roll­stuhl gerade mal auf eine Höhe von 1,20 kommt, und der Zwei-Meter-Mann Hubertus Siegert kennen sich erst seit einem Jahr, doch sie wirken wie vertraute Freunde. Nicht nur dieser Ort verbindet die beiden, sondern auch das Ziel, das Thema Inklusion aus der problem­behafteten Ecke zu holen und den Blick auf das große gesellschaftliche Ziel zu richten, das sich dahinter verbirgt.

Vor 30 Jahren war es selbst­verständlich, dass behinderte Kinder an die Sonder­schule gehören

„Als Kind kam mir hier alles viel größer vor“, sagt Krauthausen, als er über den Schul­hof rollt. „Das ist erstaunlich – du bist ja heute kaum größer als damals“, antwortet Regisseur Siegert amüsiert. Das bedeute wohl, dass diese Wahr­nehmung gar nichts mit der Körper­größe zu tun hat, sondern eher mit dem Erfahrungs­horizont, stellt Siegert fest. Krauthausen hat von 1987 bis 1993 an der Fläming-Grund­schule gelernt und gehörte vor gut 30 Jahren zu jenen Schülerinnen und Schülern, die Teil des seiner­zeit mutigen Versuchs wurden, behinderte und nicht­behinderte Kinder gemeinsam an einer Schule zu unterrichten. Bis dahin war es selbst­verständlich, dass behinderte Kinder an die Sonder­schule gehören.

Hubertus Siegert hatte vor zwölf Jahren in einer fünften Klasse der Fläming-Grund­schule den Dokumentar­film „Klassenleben“ gedreht, der ein überraschend großer Kino­erfolg wurde und bis heute häufig Lehr­amts­studierenden an den Universitäten gezeigt wird, damit sie sich ein Bild davon machen können, wie der Alltag an einer inklusiven Schule aussehen kann.

Zehn Jahre später sind die damals Elf- oder Zwölf­jährigen auf dem Sprung ins Erwachsenen­leben. Der neue Dokumentar­film „Die Kinder der Utopie“ bringt die Film­helden von damals wieder zusammen und zeigt, wie sie sich entwickelt haben. Es ist ein leiser und sehr emotionaler Film über das Erwachsen­werden und über die Inklusion.

Raúl Krauthausen, der bundes­weit zu den wichtigsten Für­sprechern der Inklusion gehört, war sofort bereit, die besondere Kampagne zum Film zu unter­stützen: „Wir wollen, dass am 15. Mai ganz Deutschland über diesen Film spricht“, sagt er.

Einen Aufzug gab es an der Fläming-Grund­schule damals nicht

Warum der Film für ihn so wichtig ist? Das erfahren wir bei einem gemeinsamen Spazier­gang auf dem Weg, den er als Schüler täglich zusammen mit den anderen Kindern von der Schule zum einstigen Kinder­laden zurück­legte. Zuvor wagt Krauthausen aber noch einen Blick in das Gebäude. Mit einem Aufzug kommt er in den Klassen­raum in der dritten Etage. „Einen Aufzug gab es damals nicht, nur einen unfassbar langsamen Treppen­lifter. Meinen kleinen Roll­stuhl damals haben die Kinder die Treppen hoch­getragen“, erzählt er. Als er durch die Gänge fährt, wird er von vielen Lehr­kräften überrascht begrüßt. Im Klassen­raum schaut er sich um: „Eine Kuschel­ecke hatten wir auch – aber gab es damals schon so viele Stühle und Tische?“

Früher seien in einer Klasse 18 bis 20 Schülerinnen und Schüler gewesen, heute seien es 25, erklärt die Schul­leiterin Christiane Wendt. Die Bedingungen seien in vielen Bereichen heute schwieriger geworden. Die Zahl der Kinder in Berlin wachse, gleich­zeitig gebe es einen großen Fach­kräfte­mangel. In Gesprächen mit Eltern, die sich die Schule für ihre Kinder anschauen, spüre sie zunehmend, dass die Euphorie für die Inklusion häufig erloschen ist. Dabei seien die Konzepte inzwischen gut erprobt und weiter­entwickelt. Nur weil die Ressourcen nicht reichten, werde gleich die ganze Idee über Bord geworfen, sagt die Schul­leiterin.

Die Initiative für den inklusiven Schul­versuch kam von den Eltern

Krauthausen und Siegert wollen das ändern. „Was schon vor 30 Jahren geklappt hat, funktioniert noch immer. Das wollen wir der Welt zeigen“, sagt Krauthausen. Auf dem Weg Richtung Kinder­laden erzählt Krauthausen von den Anfängen. Es waren die Eltern der integrativen Kita­gruppe des nahe gelegenen Kinder­hauses Friedenau, die ihre Kinder damals gern als geschlossene Gruppe an die Fläming-Schule wechseln lassen wollten. Seine Mutter habe sich bis dahin gar nicht mit reform­pädagogischen Konzepten befasst, sie vertraute einfach den anderen Eltern. Und die Schule habe sich auf die Eltern eingelassen. Das gesamte Kollegium war hoch engagiert – dabei habe es kaum Konzepte gegeben, wie der Unterricht funktioniert.

„Hier gab es eine Eisdiele“, sagt Krauthausen und zeigt auf ein Dessous-Geschäft. Vieles auf dem Weg hat sich verändert – der ehemalige „Plus“-Markt ist heute ein Bio-Markt, und auch die vielen Shisha-Bars hatte es damals nicht gegeben. „Natürlich war auch bei uns nicht alles Friede, Freude, Eier­kuchen“, sagt Krauthausen. Wie in jeder Klasse habe es Kinder gegeben, die auch mal genervt haben; es habe auch Schlägereien gegeben und natürlich auch manchmal gestresste und über­forderte Lehrerinnen und Lehrer. Schul­garten sei für ihn ein Alb­traum gewesen, weil er nicht mit anfassen konnte, und Sport habe er ab der fünften Klasse nicht mehr mitmachen können.

Wie man in der Leistungs­gesell­schaft mit Schwächen umgeht

Der damalige Film „Klassenleben“ zeigte den Alltag so, wie er war, ohne etwas zu beschönigen oder zu erklären. Und dabei standen immer die Kinder im Fokus. „Für mich ging es auch immer um die Frage, wie man in der Leistungs­gesell­schaft mit Schwächen umgeht“, sagt Regisseur Siegert auf dem Weg entlang der Rhein­straße. Das betreffe jeden, nicht nur behinderte Menschen, und so erkläre er sich auch, dass sich von dem Film so viele Menschen emotional angesprochen fühlten. Eine Fortsetzung war nie geplant, bis der Regisseur zufällig Denis wieder traf, einen der Haupt­protagonisten von „Klassenleben“.

Der Fünftklässler von damals war inzwischen Tänzer und Sänger an einer Musical­bühne und erzählte, was die anderen mittler­weile machten. Die eine studierte, der andere arbeitete in einer Behinderten­werkstatt, und der nächste hatte gerade sein Coming-out gehabt. So entstand die Idee, für einen neuen Dokumentar­film die Klasse von damals noch mal zusammen­zubringen. Diesmal stand nicht das Schul­geschehen im Vorder­grund, sondern die Schritte ins Erwachsenen­leben. In den Zusammen­schnitten mit den Szenen von damals werde sicht­bar, wie die Kinder sich entfalten und dennoch sie selbst bleiben, sagt Siegert. „In der so auf­geheizten Debatte um Inklusion wollen wir mit dem Film ,Die Kinder der Utopie‘ dazu einladen, die Perspektive der Kinder und Jugendlichen einzunehmen. Denn die werden selten gefragt“, sagt Hubertus Siegert.

Bereits 10.000 Menschen sorgen dafür, dass der Film in vielen Städten gezeigt wird

Raúl Krauthausen ist überzeugt, dass die Erfahrung an der Fläming-Grund­schule ihn entscheidend geprägt hat. Er selbst habe sich immer an den besten in der Klasse orientiert, das sei sein Ansporn gewesen. Eine Schlüssel­erfahrung für ihn war, als eine geistig behinderte Schülerin aus der Klasse unbedingt schreiben lernen wollte, wie alle anderen auch. Alle hätten ihr gesagt, das müsse sie nicht lernen, doch sie sei hart­näckig geblieben. Am Ende des Schul­jahrs konnte sie schreiben. „Uns allen hat das gezeigt, dass man Grenzen verschieben kann“, sagt Krauthausen.

Der 15. Mai soll ein bundesweiter Aktions­abend werden, den die interessierten Menschen vor Ort selbst organisieren. Und der Plan geht offen­sichtlich auf: „Es ist schon etwas Außer­gewöhnliches, dass eine Hand­voll Leute rund um diesen Film eine Gras­wurzel­bewegung in Gang bringt und dass bundes­weit schon 10.000 Leute dafür sorgen, dass der Film in sehr vielen Städten gezeigt wird und zum Anlass für Gespräche und Diskussionen über Inklusion wird“, betont Krauthausen.

Mehr zum Thema

  • Der Film „Die Kinder der Utopie“ wird nur an einem einzigen Abend in den deutschen Kinos gezeigt: am Mittwoch, dem 15. Mai 2019.
  • An diesem Aktionsabend wird es im Anschluss an die Film­vor­führung Gesprächs­runden geben, um Raum zum Nach­denken und Erfahrungs­aus­tausch über Inklusion zu schaffen.
  • Wo der Film überall laufen wird und wie man selbst dafür sorgen kann, dass der Film in die eigene Stadt kommt, erfährt man im Internet unter www.diekinderderutopie.de.
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#####EOF##### Schulentwicklung – Das Deutsche Schulportal

Schulentwicklung

Schulentwicklung ist dann Erfolg versprechend, wenn sie von einer gemeinsam erarbeiteten Vision von Schule getragen wird und einen lösungs­orientierten Ansatz verfolgt. Schul­entwicklung ist ein ständiger Prozess, der alle Schulen betrifft: Neue Anforderungen machen Veränderungen nötig, Abläufe werden verbessert, um zum Beispiel gemeinsam Unterricht zu planen oder die Zusammen­arbeit an der Schule zu erleichtern.

Die Rubrik „Schul­entwicklung“ fasst all die großen und kleinen Aspekte zusammen, die in Bewegung geraten, wenn sich Schulen als lernende Institutionen weiter­entwickeln.

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#####EOF##### Datenschutz – Das Deutsche Schulportal

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Änderung des Datenschutzhinweises

Wir behalten uns das Recht vor, unsere Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen zu verändern, soweit dies wegen der technischen Entwicklung erforderlich ist. In diesen Fällen werden wir auch unsere Hinweise zum Datenschutz entsprechend anpassen. Bitte beachten Sie daher die jeweils aktuelle Version unseres Datenschutzhinweises.

Stand 08.05.2018

Kontakt

Wenn Sie mit uns in Kontakt treten möchten, erreichen Sie uns unter der im Abschnitt “Verantwortlicher” angegebenen Anschrift. Zur Geltendmachung Ihrer Rechte sowie für Anregungen und Beschwerden hinsichtlich der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten sowie für den Widerruf Ihrer Einwilligung empfehlen wir, dass Sie sich an unseren Datenschutzbeauftragten wenden:

Robert Bosch Stiftung GmbH
Datenschutzbeauftragter
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datenschutz@bosch-stiftung.de

 

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  • Wir erheben, verarbeiten und nutzen personenbezogene Daten (inklusive IP-Adressen) nur dann, wenn hierfür eine gesetzliche Rechtsgrundlage gegeben ist oder Sie uns diesbezüglich, z. B. im Rahmen einer Registrierung, Ihre Einwilligung erteilt haben.
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#####EOF##### Kooperation – Das Deutsche Schulportal

Kooperation

An Schulen kommen die unterschiedlichsten Personen­gruppen zusammen: die Schul­leitung, das pädagogische Personal, die Schüler­innen und Schüler, die Eltern und auch die nicht-pädagogischen Mit­arbeiter­innen und Mit­arbeiter. Damit alle ihren Auf­gaben gerecht werden können, muss die Zusammen­arbeit stimmen – sowohl innerhalb der einzelnen Gruppen als auch zwischen ihnen.

Dabei geht es zum Beispiel um die Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen oder um die Bedeutung von Hospitationen. Andere Beiträge gehen Fragen nach, wie Kollegien ergebnis­offen und respekt­voll zusammen­arbeiten können und wie Eltern­arbeit gelingt. Die vielen verschiedenen Formen der Zusammen­arbeit und Arbeits­beziehungen in der Schule werden in der Rubrik „Kooperationen“ beleuchtet.

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#####EOF##### Netiquette – Das Deutsche Schulportal

Kommentare von Leserinnen und Lesern sind ein wichtiger Bestandteil des Schulportals. Sie ermöglichen einen Austausch zwischen der Leserschaft, stoßen Diskussionen an, eröffnen neue Perspektiven, regen zum Nachdenken an und denken die Beiträge und Konzepte auf www.deutsches-schulportal.de weiter. Auch die Redaktion des Schulportals, Kolumnistinnen und Kolumnisten sowie Gastautorinnen und Gastautoren kommentieren die Inhalte des Portals.

Registrierung

Wer Kommentare verfassen will, muss sich einmalig und kostenfrei mit seinem Namen und seiner E-Mail-Adresse registrieren. Denn nur angemeldete Userinnen und User können kommentieren, haben darüber hinaus vollen Zugriff auf alle Inhalte des Schulportals und können sich für den Newsletter registrieren.

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Das Deutsche Schulportal legt großen Wert auf einen freundlichen, höflichen und respektvollen Umgangston. Rassistische, sexistische, beleidigende, pornografische und menschenverachtende Kommentare werden ausdrücklich nicht geduldet und von der Redaktion gelöscht. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Leserschaft sich gern aktiv an den Diskussionen beteiligt und mit interessanten und gehaltvollen Kommentaren für einen lebendigen Austausch sorgt.

Deshalb gelten für alle Teilnehmer der Diskussion folgende weitere Regeln:

  • Relevanz: Kommentare sollen sich auf das Thema des Beitrags oder die aktuelle Debatte beziehen – sprich: Kommentare sind sachbezogen.
  • Links: Das Verlinken von Websites innerhalb der Kommentare ist nicht möglich. Die Leserschaft darf aber auf weiterführende Websites zum Thema hinweisen.
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Moderation

Die Redaktion des Deutschen Schulportals bemüht sich um größtmögliche Transparenz im Umgang mit den Kommentaren und der Community:

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  • Die Redaktion weist in einer kurzen Notiz auf die Bearbeitung hin und begründet dabei ihre Entscheidung.
  • Die Redaktion kann sich bei ausgewählten Artikeln dazu entscheiden, die Kommentarfunktion nicht zu verwenden.
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Fragen

Leserinnen und Leser, die direkt die Redaktion des Deutschen Schulportals kontaktieren möchten, können sich per Mail mit ihren Ideen, Hinweisen und Anmerkungen an die Adresse redaktion@deutsches-schulportal.de wenden.

Last, but not least

Das Deutsche Schulportal wünscht allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Kommentieren und Diskutieren!

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#####EOF##### Eine Woche von Schülern für Schüler – Das Deutsche Schulportal
Konzept

Schulprojektwoche : Eine Woche von Schülern für Schüler

An der Jenaplan-Schule Jena findet jedes Jahr im April eine Projektwoche statt, deren konzeptionelle Leitung allein in Schüler­hand liegt: Alle Projekte werden von Schülerinnen und Schülern organisiert und angeleitet.

21. März 2019

Die selbstorganisierte und in Eigenregie durch­geführte Projekt­woche trägt dazu bei, die Schul­gemeinschaft zu festigen.

Informationen zur Schule

  • Name: Jenaplan-Schule Jena
  • Ort: Jena (Thüringen)
  • Schulform: Staatliche Gemeinschaftsschule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 412 (plus 30 Kinder­garten­kinder)
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 30
  • Ansprechpersonen: Frank Ahrens (Schulleiter)
  • Kontakt: Frank.Ahrens@jenaplan-jena.de
  • Schulpreis im Jahr: 2006
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Einmal im Jahr verwandelt sich das Gebäude der Jenaplan-Schule Jena für fünf Tage in eine große Werkstatt. In allen Räumen arbeiten dann Schülerinnen und Schülern gemeinsam an Projekten. Die rund 30 Gruppen sind alters­gemischt, vom Kinder­garten bis zur Ober­stufe. Eine weitere Besonder­heit: Die Projekt­woche liegt von der Planung bis zur Durch­führung komplett in Schüler­hand. Lehr­kräfte sind in den Gruppen zwar präsent, jedoch nur in der Rolle von Beobachterinnen und Beobachtern.

Für mich ist es immer wieder sensationell zu sehen, was unsere Kinder alles können. Ich finde, wir sollten Ihnen auch im Unterricht mehr zutrauen.
Simone Schmidtke, Lehrerin

Bei einer Wochenendklausur im September erarbeitet die Schüler­vertretung zwei Vorschläge für das Ober­thema der kommenden Projekt­woche und präsentiert diese anschließend bei einer Schul­versammlung. Anschließend stimmen alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam ab. Im November läuft das Bewerbungs­verfahren für alle Kinder und Jugendlichen, die während der Projekt­woche eine Gruppe leiten möchten. Darauf folgt eine Kurz-Ausbildung im Rahmen einer Doppel­stunde im Dezember. Im März findet ein „Markt der Möglich­keiten“ statt, auf dem alle Gruppen­leiterinnen und Gruppen­leiter ihre Projekte mit Plakaten präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler wählen die Projekte aus, die sie besonders interessieren, und bewerben sich anschließend mit einem Motivations­schreiben darauf.

In der Woche vor den Osterferien findet traditionell die Projekt­woche der Jenaplan-Schule Jena statt. Diese beginnt an einem Freitag und läuft bis zum darauf­folgenden Donnerstag. Am Donnerstag­abend, dem Höhe­punkt der Woche, präsentieren die Projekt­gruppen in einer Ausstellung ihre Ergebnisse. Eine Gruppe erstellt jedes Jahr einen Film über die Projekt­woche, auch dieser ist dann zu sehen. Am Freitag reflektiert jede einzelne Gruppe bei einem Frühstück noch einmal abschließend über die gemeinsame Arbeit.

Themen der Projektwoche waren in der Vergangenheit unter anderem: „Schenken macht Freu(n)de“, „kunsTRäume“, „Schritt für Schritt ein bisschen grüner“ und „InToleranz – Unserem Miteinander auf den Fersen“.

Wir bedanken uns herzlich bei der Jenaplan-Schule Jena. Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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#####EOF##### Wie kann ich angekündigte Konsequenzen durchsetzen? – Das Deutsche Schulportal

Fragen an Experten : Wie kann ich angekündigte Konsequenzen durchsetzen?

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis, Eltern­arbeit oder das Zusammen­spiel im Kollegium – Beziehungen prägen den Schul­all­tag, und häufig sind diese nicht einfach. Das Schulportal hat Lehr­kräfte anonym befragt, in welchen Situationen sie unsicher sind, wenn es darum geht, Beziehungen professionell zu gestalten. Experten aus der Praxis geben Tipps, wie Lehr­kräfte in den beschriebenen Situationen am besten vorgehen können.
In diesem Fall geht es um Grenz­Ã¼ber­schreitungen und wie man damit umgeht. Wolfgang Vogelsaenger beschreibt aus seinen Praxis­erfahrungen, wie er vorgehen würde. Der ehemalige Schul­leiter ist an der Deutschen Schulakademie zuständig für Angebote zum Thema „Beziehungen professionell gestalten“.

Florentine Anders / 17. März 2019
Was kann man tun, wenn sich eine Schülerin komplett verweigert und auf Anweisungen des Lehrers nicht reagiert?
Was kann man tun, wenn sich eine Schülerin komplett verweigert und auf Anweisungen des Lehrers nicht reagiert?
©Getty Images

Lehrer einer Gesamtschule: Als Lehrer lernt man früh, dass man Konsequenzen, die man Kindern androht, bei weiteren Grenz­über­schreitungen unbedingt auch durch­setzen sollte. Doch was tut man, wenn sich ein Kind komplett verweigert? Eine Schülerin hatte zum Beispiel unentwegt ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gestört und provoziert. Als ich sie – wie zuvor angedroht – vor die Tür schicken will, weigert sie sich, bleibt trotz mehr­facher Aufforderung sitzen und schaut mich provozierend an. Wie soll ich in einer solchen Situation die angedrohte Konsequenz durch­setzen? Einfach darüber hin­weg­zu­gehen wäre ja ebenso wenig eine Lösung wie das gewaltsame Vor-die-Tür-Setzen. Wie kommt man aus dieser Situation heraus?

Wolfgang Vogelsaenger: Da haben Sie ja schon die halbe Miete in der Tasche! Der Schülerin scheint es wichtig zu sein, wie Sie reagieren, auch wenn dieses Interesse an Ihnen noch negativ besetzt ist. Sie will erfahrungs­gemäß eine Reaktion, mit der sie leben kann, die eine positive Beziehung zu Ihnen ermöglicht, ihr aus ihrer Trotz­haltung heraus­hilft.

Zunächst mal rate ich Ihnen in dieser Situation: Entschleunigen Sie. Gehen Sie raus aus der Konflikt­situation. Sagen Sie der Schülerin zum Beispiel, dass Sie im Moment diesen Konflikt nicht lösen können, dass Sie aber nach der Stunde 45 Minuten Zeit hätten, um mit ihr über das künftige Verhältnis zueinander zu sprechen. Vermeiden Sie dabei Inter­pretationen oder Schuld­zuweisungen. Zeigen Sie einfach ganz authentisch, was Ihnen selbst Probleme bereitet, in welcher Zwick­mühle Sie stehen. Dass Sie gelernt haben, konsequent zu sein; dass das aber nicht für jede Situation gilt – vor allem dann nicht, wenn die angedrohten Konsequenzen unglücklich für eine professionelle Beziehungs­gestaltung wären.

Ein Vor-die-Tür-Setzen ist der Abbruch einer Beziehung. Sie müssen aber auch Grenzen aufzeigen, die nicht von Ihrer Tages­kondition abhängig sind. Daher ist es not­wendig, in dem Gespräch mit der Schülerin Lösungen für zukünftige Situationen vorzu­besprechen. Überlegen Sie nach der Stunde gemeinsam mit der Schülerin, wie künftig eine solche Situation des Störens und Provozierens der Mitschülerinnen und Mitschüler vermieden oder entschärft werden kann. Fragen Sie sie, womit sie sich gern beschäftigen würde, wenn sie an Ihrem Unterricht nicht interessiert ist. Geben Sie ihr Entscheidungs­spiel­räume. Wenn Sie ein echtes Interesse an dieser Schülerin zeigen, dann haben Sie sie in der Regel schnell auf Ihrer Seite.

PS: Ideen und viele praktische Beispiele, wie man sich die Neugier und Begeisterungs­fähig­keit von Jugendlichen zunutze machen kann, finden Sie in dem Buch „Ich schaffs – Cool ans Ziel. Das lösungs­orientierte Programm für die Arbeit mit Jugendlichen“ von Christiane Bauer, Thomas Hegemann, erschienen im Carl Auer Verlag, 6. Auflage 2018. Hilf­reich könnte auch die App „Ich schaffs“ von Ben Furman sein. Sie gibt anhand von Fall­beispielen Anregungen, wie man Kindern helfen kann, Probleme zu überwinden.

Zur Person

Wolfgang Vogelsaenger von der Deutschen Schulakademie
Wolfgang Vogelsaenger von der Deutschen Schulakademie
©David Weyand
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#####EOF##### Projekt „Herausforderung“ - „Nur eingreifen, wenn es unbedingt erforderlich ist“ - Das Deutsche Schulportal

Projekt „Herausforderung“ : „Nur eingreifen, wenn es unbedingt erforderlich ist“

Bundesweit gibt es bereits mehr als 50 Schulen, die in der Sekundar­stufe I das Projekt „Heraus­forderungen“ umsetzen. Zwei bis drei Wochen lang versuchen dabei Schülerinnen und Schüler, ein Ziel zu erreichen, das sie sich selbst gesetzt haben: mit dem Long­board von Berlin an die Ostsee zu fahren etwa oder zu Fuß die Alpen zu überqueren. Der Pädagoge Markus Görlich möchte diesen Ansatz weiter­entwickeln. Im Februar hatte er gemeinsam mit Margret Rasfeld von der Initiative „Schule im Aufbruch“ den ersten Bundes­kongress zum Projekt „Heraus­forderung“ veranstaltet. Im Interview mit dem Schulportal erklärt Görlich, wie die Umsetzung am besten gelingt und warum das Konzept in die Lehrer­aus­bildung integriert werden sollte.

28. März 2019
Schüler sitzen auf einer Wiese und studieren eine Karte
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Heinz-Brandt-Schule machte sich mit dem Longboard auf den Weg von Berlin bis an die Ostsee.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Schulportal: Herr Görlich, bisher haben rund 50 Schulen sogenannte Heraus­forderungen durch­geführt. Welche gemeinsamen Erfahrungen haben alle gemacht – unabhängig davon, wie sie das Projekt an ihrer Schule im Einzelnen umgesetzt haben?
Markus Görlich: Alle machen die Erfahrung, dass man Schülerinnen und Schülern mehr zutrauen kann, dass man sie besser los­lassen kann. Sie erleben, dass das Selbst­vertrauen der Kinder und Jugendlichen gestärkt wird und dass sie mit Frust und Unsicher­heit besser umgehen können. Und sie sehen, dass Schülerinnen und Schüler emotionale Erfahrungen machen, über die sie auch Jahre später noch detailliert berichten können.

Was lernen Eltern und Lehrer?
Die Eltern lernen, dass ihre Kinder Erfahrungen machen, die für sie als Kinder noch ganz normal waren – sich ohne Aufsicht draußen zu bewegen, eigene Projekte allein umsetzen zum Beispiel. Und auch die Lehrerinnen und Lehrer verändern ihre Rolle. Sie sind nicht mehr die „Ansager“, müssen den Schülern viel mehr zutrauen, Fragen stellen statt Antworten geben, sich zurück­nehmen, nicht gleich eingreifen.

Begleiterinnen und Begleiter müssen ausgebildet werden

Das Projekt kommt nicht ohne Begleiterinnen und Begleiter aus – wer kann das sein, und wie findet man sie?
Ideale Begleiter sind Studierende, zum Beispiel aus dem pädagogischen Bereich. Doch auch Eltern anderer Mit­schüler oder Mit­arbeiter aus Unter­nehmen können die Kinder und Jugendlichen begleiten. Und natürlich Lehrerinnen und Lehrer. Ob Letztere dabei sind oder Externe – das muss jede Schule selbst entscheiden.

Müssen diese Begleiterinnen und Begleiter vor­bereitet werden?
Unbedingt. Die Ausbildung der Begleiterinnen und Begleiter ist ganz wichtig – damit steht und fällt das Projekt „Heraus­forderung“.

Wie sieht diese Ausbildung aus, was sollte sie umfassen?
Zunächst müssen die Begleiterinnen und Begleiter die Anforderungen erfüllen, die an jeden Jugend­leiter gestellt werden. Dazu gehören ein erweitertes Führungs­zeugnis, ein Erste-Hilfe-Kurs sowie die Teil­nahme an einer Gewalt­präventions­schulung. Darüber hinaus ist es ganz wichtig, dass sie lernen, sich zurück­zu­halten, nur einzu­greifen, wenn es unbedingt erforderlich ist – etwa, um die Sicher­heit der Kinder und Jugendlichen zu gewähr­leisten.

Wie kann man das lernen?
Die potenziellen Begleiterinnen und Begleiter durch­laufen ihrerseits eine verkürzte Heraus­forderung. Sie erleben auf diese Weise, wie Schülerinnen und Schüler sich fühlen, welche Probleme auftreten können, etwa bei der Kommunikation, oder wie ehrlich man mit­einander umgehen muss, damit es klappt, wenn der vorgesehene Plan mal nicht funktioniert.

Das Projekt „Herausforderung“ in die Lehrer­ausbildung integrieren

Sie plädieren auch dafür, das Projekt „Heraus­forderung“ in die Lehrer­aus­bildung zu integrieren. Warum?
Im Lehramtsstudium fehlen viele praktische Aspekte der Arbeit eines künftigen Lehrers, einer künftigen Lehrerin. Klassen­management, Handeln bei Konflikten, Regeln auf­stellen – all das lernen die meisten erst, wenn sie dann wirklich vor der Klasse stehen. Das ist zu spät und über­fordert viele. Es müsste bereits im Studium ein entsprechendes Pflicht­modul geben. In diesem Rahmen könnte die Begleitung des Projekts „Heraus­forderung“ als praktisches Beispiel dienen. Das hat noch einen weiteren positiven Aspekt: Studierende können sich gleich selbst überprüfen, ob der Lehrer­beruf der richtige für sie ist.

Mehr zum Thema

  • Vor zwölf Jahren haben die Winterhuder Reformschule, Hamburg, und die Evangelische Schule Berlin Zentrum mit dem Projekt „Herausforderung“ begonnen. Inzwischen sind über 50 Schulen dabei.
  • Das Schulportal hat das Projekt „Herausforderung“ der Heinz-Brandt-Sekundarschule in Berlin – Preisträgerschule des Deutschen Schulpreises – in einem Video aufbereitet. Zusätzlich gibt es das Material, das die Schule zum Konzept erarbeitet hat, zum Downloaden.

Zur Person

  • Markus Görlich, 27, studierte Lehramt für Mathematik und Chemie, zurzeit arbeitet er halbtags als Lehrer an einem Potsdamer Gymnasium.
  • Markus Görlich ist dabei, ein Netzwerk von Schulen aufzubauen, um Menschen zusammen­zu­bringen, die bereits Erfahrungen mit dem Projekt „Heraus­forderung“ haben oder es umsetzen wollen. Ziel ist, das Projekt auf mehr und mehr Schulen auszu­weiten.
  • Im Februar hatte Markus Görlich gemeinsam mit Margret Rasfeld von der Initiative „Schule im Aufbruch“ den ersten Bundes­kongress zum Projekt „Heraus­forderung“ in Berlin veranstaltet.
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#####EOF##### Schlagwörter - Das Deutsche Schulportal

Schlagwörter

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#####EOF##### Thema: Digitalisierung – Das Deutsche Schulpportal

Digitalisierung

Auf welche Weise soll der digitale Fortschritt in die Klassenzimmer einziehen? Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Digitalisierung. Und kaum eines birgt so viele Chancen und Herausforderungen in einem.

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#####EOF##### Schulkultur – Das Deutsche Schulportal

Schulkultur

Schule ist viel mehr als nur ein Ort, an dem gelernt wird. Sie ist ein Ort, an dem begeistert, Neugierde geweckt und an dem etwas geschaffen wird – ein Lebens­raum.

Mit vielen Heraus­forderungen. Wie entwickelt sich Schule weiter, insbesondere angesichts begrenzter Ressourcen? Und wie steht es um das Thema Vielfalt? Über­haupt: Wie lässt sich Schul­entwicklung in einem eng getakteten Berufs­all­tag organisieren? Von großer Bedeutung bei der Gestaltung der Schulkultur ist auch die Zusammen­arbeit inner­halb der Schul­gemeinschaft. Dieser Aspekt bildet einen der Schwer­punkte der Rubrik „Schulkultur“, die alle Themen bündelt, die die gesamte Schule betreffen.

Mehr lesen
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#####EOF##### Theater und Film: Eine kreative Herausforderung – Das Deutsche Schulportal
Konzept

Theater und Film : Kulturell-ästhetische Praxis in der Schule

Innerhalb von fünf Wochen inszenieren und produzieren Neuntklässler unter Anleitung von Profis ein Theaterstück und einen Spielfilm.

08. Februar 2019

Die fertigen Produktionen werden öffentlich einem großen Publikum präsentiert. Die Klassenspiel-Inszneierung der 9b “Was Ihr Wollt”, nach Shakespeare, fand unter der Leitung/Regie von Mario Krichbaum statt.

Informationen zur Schule

  • Name: Helene-Lange-Schule
  • Ort: Wiesbaden, Hessen
  • Schulform: Integrierte Gesamt­schule ohne gymnasiale Ober­stufe; UNESCO-Projekt­schule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: ca. 620
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: ca. 45
  • Ansprechpersonen: Birgit Luick (Lehrerin für Deutsch, Sport und Kunst) / Alexander Scheid (Lehrer für Gesellschaftslehre und Kunst)
  • Kontakt: info@helene-lange-schule.de
  • Schulpreis im Jahr: 2007
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Kurz vor den Sommerferien müssen sich die vier achten Klassen der Helene-Lange-Ober­schule in Wiesbaden entscheiden, welches Projekt sie für das neunte Schul­jahr wählen wollen: Zwei Klassen dürfen ein Theater­stück auf die Bühne bringen, die anderen beiden einen Spiel­film produzieren. Die Jugendlichen sammeln Ideen und stellen sie einem Auswahl­gremium der Schule vor, das anschließend fest­legt, welche Klassen ein Theater­stück und welche einen Film realisieren werden.

Der Projekt­zeit­raum umfasst rund acht Wochen. Zunächst lernen die Schülerinnen und Schüler die professionellen Regisseure und Filme­macherinnen kennen. Im Projekt­bereich Theater wählt der Regisseur oder die Regisseurin ein Stück aus und entscheidet, wer die Rollen über­nimmt. Im Deutsch­unterricht bereiten die Schülerinnen und Schüler das Theater­stück vor und lernen neben dem Unterricht die Texte für ihre Rollen. In der folgenden fünf­wöchigen Intensiv­phase proben die Jugendlichen täglich unter Anleitung des Regisseurs/ der Regisseurin. Sie bauen die Bühnen­bilder und stellen Kostüme und Requisiten zusammen. Am Ende stehen sie gemeinsam als Klasse auf der Bühne, um ihr Stück insgesamt acht Mal aufzuführen.

Kinder und Jugendliche sehen vieles ganz anders als Erwachsene. Für mich ist es spannend zu erleben, dass sich die Dinge zunächst anders entwickeln als erwartet, aber am Ende trotzdem alles gut zusammen­passt.
Oliver Dürr, Regisseur und Projektbegleiter im Filmprojekt 2018

Im Projektbereich Film lernen die Jugendlichen zunächst die verschiedenen Tätig­keiten an einem Filmset kennen und entscheiden, welche davon sie über­nehmen möchten. Gemeinsam mit dem Regisseur/ der Regisseurin suchen sie nach geeigneten Film­ideen. In der Intensiv­phase arbeiten die Jugendlichen in kleinen Teams. Jede und jeder ist für einen bestimmten Bereich wie zum Beispiel Kamera, Ton oder Schauspiel verantwortlich. Mehrere Kurzfilme entstehen, die in einem weiteren Schritt miteinander verwoben werden. Alle Klassen und Lehrkräfte der Schule sehen sich den Film später an.

Während der fünfwöchigen Intensiv­phase sind die Schülerinnen und Schüler der an den Projekten beteiligten Klassen vom regulären Unterricht frei­gestellt.

Wir bedanken uns herzlich bei der Helene-Lange-Schule.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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#####EOF##### Thema: Deutscher Schulpreis – Das Deutsche Schulportal

Deutscher Schulpreis

Die Schulentwicklung in Deutschland vorantreiben – mit diesem Ziel wird der Deutsche Schulpreis verliehen. Seit 2006 machen sich die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung jedes Jahr auf die Suche nach innovativen Schulen und ihren Konzepten.

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#####EOF##### Was Experten in schwierigen Situationen raten – Das Deutsche Schulportal

Fragen an Experten : Wie gelingen Elterngespräche ohne Schuldzuweisungen?

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis, Elternarbeit oder das Zusammen­spiel im Kollegium – Beziehungen prägen den Schul­all­tag, und häufig sind diese nicht einfach. Das Schulportal hat Lehr­kräfte anonym befragt, in welchen Situationen sie unsicher sind, wenn es darum geht, Beziehungen professionell zu gestalten. Experten aus der Praxis geben Tipps, wie Lehrkräfte in den beschriebenen Situationen am besten vorgehen können. Auf die Frage, wie man im Eltern­gespräch Schuld­zu­weisungen verhindern kann, antwortet der Psychologe Klaus Seifried.

Florentine Anders / 01. März 2019
Eine Mutter hält ihre beiden Kinder an der Hand
Die meisten Eltern sind am Wohl ihrer Kinder interessiert. Deshalb verteidigen sie ihre Kinder auch gegen Vorwürfe.
©dpa

Lehrerin einer Grundschule: Ich finde es immer wieder schwierig, mit Eltern über das Sozial­verhalten ihrer Kinder zu sprechen, wenn es in der Schule zu Konflikten im Umgang mit anderen Schülerinnen und Schülern kam. Eltern fühlen sich da oft angegriffen und stellen sich automatisch vor ihre Kinder. Sie kennen ihr Kind ganz anders, zu Hause sei es nicht so, heißt es dann. Am Ende ist immer die Schule schuld, wenn es zu Konflikten kam. Wie kann ich als Lehrerin verhindern, dass es zu solchen Schuld­zuweisungen kommt?

Klaus Seifried, Psychologe: Die Erziehung in der Schule und vor allem die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Lern- oder Verhaltens­schwierig­keiten kann nur gelingen, wenn Eltern und Schule zusammen­arbeiten und eine Erziehungs­partner­schaft bilden:

  • Wenn die Lehrkräfte die Bemühungen der Eltern achten und wert­schätzen – auch wenn vieles in der Familie nicht so läuft, wie sich die Schule das wünscht.
  • Wenn die Eltern die Erziehungs­ziele und pädagogischen Maß­nahmen der Schule gegen­über dem Kind mit­tragen und durch­setzen.

Leider finden Elterngespräche oft in Form eines Tribunals statt: „Ihr Kind ist ständig in Konflikte verwickelt …“, „Ihr Sohn ist immer so aggressiv und schlägt andere Kinder …“, „Die Leistungen sind weit hinter dem Klassen­durch­schnitt …“, „Ihre Tochter…”

Viele Eltern stellen sich dann vor ihre Kinder und wollen sie verteidigen. Die meisten Eltern sind am Wohl ihrer Kinder interessiert. Deshalb verteidigen sie ihre Kinder auch gegen Vorwürfe. Nur wenn Eltern sich offen­sichtlich nicht für ihre Kinder und für die Situation in der Schule interessieren, wenn ein Verdacht auf Verwahrlosung oder Miss­brauch besteht, ist unter Umständen eine Konfrontation notwendig.

Im „Normalfall“ sollten Eltern­gespräche mit den Stärken des Kindes beginnen: Was kann das Kind gut? Wo erleben wir in der Schule positives Sozial­verhalten?

Zu oft wird den Eltern die Schuld­frage zugeschoben

Der nächste Schritt ist dann, dass der Klassenlehrer oder die Klassen­lehrerin um die Unter­stützung der Eltern bittet. Die pädagogische Verantwortung für das Sozial­verhalten und die Lern­leistungen der Kinder und Jugendlichen in der Schule liegt in der Schule. Zu oft wird den Eltern die Schuld­frage zugeschoben. Viel­mehr muss die Schule Bedingungen schaffen, die den Schülern Grenzen setzt, sie zu angepasstem, positivem Sozial­verhalten erzieht und ihre Lernmotivation fördert.

Natürlich braucht die Schule hierbei die Unter­stützung der Eltern, soweit diese das können. Deshalb der nächste Schritt im Gespräch:
„Ich (als Klassenlehrer) möchte erreichen, dass die Leistungen Ihres Sohns in Mathe­matik besser werden. Dafür brauche ich Ihre Unter­stützung als Eltern. Können Sie täglich die Haus­aufgaben kontrollieren?“
„Wir arbeiten daran, dass Ihre Tochter im Unterricht konzentrierter mitarbeitet und ihre Leistungen verbessern kann. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Sie ist oft müde und unausgeschlafen und kann sich daher schlecht konzentrieren. Wann geht sie abends ins Bett?“

Konflikte in kollegialen Fall­besprechungen reflektieren

Lehrerinnen und Lehrer entwickeln gegenüber schwierigen Schülern negative Gefühle, weil sie mit ihren pädagogischen Bemühungen scheitern, dadurch enttäuscht sind und oft von diesen Schülern provoziert werden. Diese negativen Gefühle werden dann oft auf die Eltern über­tragen. Daher ist es für Lehr­kräfte wichtig, schwierige pädagogische Situationen und Konflikte in kollegialen Fall­besprechungen und Super­visions­gruppen zu reflektieren.

Außerdem empfehle ich, sich von Schul­psychologen beraten zu lassen und in schwierigen, konflikt­belasteten Fällen das Eltern­gespräch oder die Schul­hilfe­konferenz von Schul­psychologen moderieren zu lassen. Das entlastet die Lehrerinnen und Lehrer und hilft, eine Erziehungs­partner­schaft zwischen Schule und Eltern zu entwickeln.

Zur Person

  • Klaus Seifried ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psycho­therapeut und Lehrer.
  • Er arbeitete zwölf Jahre als Lehrer und 26 Jahre als Schul­psychologe.
  • Von 2003 bis 2016 war er Leiter des Schul­psychologischen und Inklusions­pädagogischen Beratungs­zentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin.
  • Seit 1996 Bundes­vorstand der Sektion Schul­psychologie im Berufs­verband Deutscher Psychologinnen und Psychologen.
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#####EOF##### Was wissen Sie über Inklusion? – Das Deutsche Schulportal

Gemeinsam lernen : Was wissen Sie über Inklusion?

Seit der UN-Behinderten­rechts­konvention gilt: Inklusion ist Menschen­recht. Das bedeutet für die gesamte Gesellschaft tief greifende Veränderungen, fordert aber bis heute insbesondere Schulen heraus – der Weg zur inklusiven Schule ist für viele noch lang. Doch was genau heißt „Inklusion“ eigentlich? Testen Sie Ihr Wissen!

Antje Tiefenthal / 09. Januar 2019 / 3 Kommentare

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Frage 10/10

Bei wie vielen Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender Schulen in Deutschland wurde im Schuljahr 2016/2017 sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert?

Antwort 1

Bei rund 524.000 Kindern und Jugendlichen.

Antwort 2

Bei rund 87.000 Kindern und Jugendlichen.

Antwort 3

Bei rund 196.000 Kindern und Jugendlichen.
RICHTIG!
Laut 2018 veröffentlichten Zahlen der Kultusministerkonferenz wurde im Schuljahr 2016/2017 bei exakt 523.813 Jungen und Mädchen sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert. Acht Jahre zuvor waren es noch rund 482.000 Kinder.
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Frage 9/10

Barrierefreiheit in einer inklusiven Gesellschaft bedeutet, …

Antwort 1

… dass Gebäude, Verkehrsmittel und öffentliche Plätze so gestaltet sind, dass auch Menschen mit Behinderung sie nutzen können.

Antwort 2

… mehr als nur bauliche Veränderungen oder speziell ausgerüstete Busse und U-Bahnen. Auch Dienstleistungen, Freizeitangebote oder Internetseiten müssen so konzipiert sein, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind.

Antwort 3

… dass speziell Menschen mit Behinderung Teilhabe ermöglicht wird.
RICHTIG!
Barrierefreiheit in einer inklusiven Gesellschaft muss ganzheitlich gedacht werden, sodass tatsächlich alle Menschen teilhaben können.
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Frage 8/10

Ein Streitfall zur Inklusion vor dem Bremer Verwaltungsgericht sorgte 2018 für eine bundesweite Debatte. Worum ging es dabei?

Antwort 1

Eine Mutter klagte, um auf diesem Weg ihrem Kind den Besuch einer Förderschule in einem anderen Bundesland zu ermöglichen. In Bremen wurden die meisten Förderschulen zugunsten eines Zwei-Säulen-Systems abgeschafft.

Antwort 2

Unterrichtsstörungen, körperliche Übergriffe und Streitereien – nachdem ein Brandbrief nicht half, kämpften Eltern mit einer Klage gegen das gemeinsame Lernen.

Antwort 3

Die Schulleiterin eines Gymnasiums hatte Klage eingereicht, um sich so gegen die Einrichtung einer Inklusionsklasse zu wehren.
RICHTIG!
Mit einer Klage gegen die Bildungsbehörde versuchte ein Bremer Gymnasium, die Einrichtung einer Inklusionsklasse zu verhindern. Ohne Erfolg: Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab.
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Frage 7/10

Und in welchem Bundesland ist die Exklusionsquote am höchsten?

Antwort 1

Nordrhein-Westfalen

Antwort 2

Sachsen-Anhalt

Antwort 3

Mecklenburg-Vorpommern
RICHTIG!
Mit 6 Prozent ist die Exklusionsquote in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten. Der bundesweite Durchschnitt für das Schuljahr 2016/2017 lag laut Studie der Bertelsmann Stiftung bei 4,3 Prozent.
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Frage 6/10

Die Bundesländer schneiden beim gemeinsamen Lernen unterschiedlich ab. Welches Bundesland liegt bei der Umsetzung der Inklusion – gemessen an der Exklusionsquote – vorn?

Antwort 1

Bremen

Antwort 2

Brandenburg

Antwort 3

Baden-Württemberg
RICHTIG!
Mit 1,2 Prozent hatte Bremen im Schuljahr 2016/2017 die bundesweit niedrigste Exklusionsquote. Das bedeutet, dass in Bremen besonders wenig Kinder separiert in Förderschulen unterrichtet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die im Herbst 2018 veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung, „Unterwegs zur inklusiven Schule“, die sich auf Zahlen der Kultusministerkonferenz beruft.
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Frage 5/10

Wie setzt die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention um?

Antwort 1

Mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – in der Umgangssprache auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt.

Antwort 2

Mit einem sogenannten Nationalen Aktionsplan.

Antwort 3

Mit einer Grundrechte-Charta.
RICHTIG!
2011 veröffentlichte die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan „Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“ zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Mittlerweile gibt es den „Nationalen Aktionsplan 2.0“ mit über 240 konkreten Maßnahmen.
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Frage 4/10

Die UN-Behindertenrechtskonvention feiert 2019 Jubiläum. Welches?

Antwort 1

Das 25. Jubiläum.

Antwort 2

Das 15. Jubiläum.

Antwort 3

Das 10. Jubiläum.
RICHTIG!
Am 26. März 2009 – vor zehn Jahren – trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft.
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Frage 3/10

Was ist das Ziel der Inklusion?

Antwort 1

Gleichberechtigte, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen.

Antwort 2

Abschaffung der Förderschulen und Einrichtung einer Regelschule für alle.

Antwort 3

Die Minimierung sozialer Ungleichheiten.
RICHTIG!
Eine inklusive Gesellschaft will jeder Einzelnen und jedem Einzelnen Teilhabe (Partizipation) ermöglichen.
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Frage 2/10

Bereits 1994 einigten sich die Regierungen von 92 Ländern sowie 25 internationale Organisationen auf Inklusion als bildungspolitisches Ziel. Wie heißt die gemeinsam verfasste Erklärung?

Antwort 1

Salamanca Erklärung

Antwort 2

Turku Erklärung

Antwort 3

Gent Erklärung
RICHTIG!
Vom 7. bis zum 10. Juni 1994 fand in der spanischen Stadt Salamanca die Weltkonferenz „Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität“ statt. Das gemeinsam erklärte Ziel der über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Bildung für alle“.
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Frage 1/10

Was bedeutet inklusive Pädagogik?

Antwort 1

Kinder mit Behinderung dürfen auch in Klassen für Kinder ohne Behinderung lernen.

Antwort 2

Alle Kinder – mit und ohne Behinderung – lernen gemeinsam.

Antwort 3

Es werden möglichst homogene Lerngruppen gebildet.
RICHTIG!
„Inklusive Pädagogik“ heißt: Alle Kinder – mit und ohne Förderbedarf – lernen gemeinsam. Dabei geht es vor allem um die Anerkennung und Wertschätzung von Diversität – der sonderpädagogische Förderbedarf ist nur ein Aspekt von vielen. Eine Rolle spielen unter anderem auch der sozioökonomische, der ethnische, der kulturelle und der religiöse Hintergrund sowie die Vielfalt der Begabungen, Lerntempi, Stärken und Interessen. Kurz: Die inklusive Schule ist eine Schule für alle.
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Wie gelingt inklusive Schule? Wie meistern Schulen den Umgang mit Heterogenität, und wie ermöglichen sie mehr Teilhabe für alle Kinder? Fragen wie diese beschäftigen das Schulportal besonders. Regelmäßig berichtet die Redaktion über Inklusion, Vielfalt und Chancengleichheit, stellt aktuelle Studien vor und präsentiert erfolgreiche Konzepte aus der Praxis. Eine Auswahl:

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  • Die Meusebach-Grundschule in Brandenburg hat sich auf den Weg zur inklusiven Schule gemacht – das Schulportal begleitet die Schule bei diesem Prozess. Lesen Sie hier den Auftakt der Serie „Wenn Frontalunterricht nicht mehr funktioniert“.
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#####EOF##### Unterrichtsmaterialien - Wie gut ist ihr Wissen zum Urheberrecht? - Das Deutsche Schulportal

Unterrichtsmaterialien : Wie gut ist ihr Wissen zum Urheberrecht?

Ein Film im Biologieunterricht, ein Lied für die Musikstunde, eine Textkopie für den Sprachunterricht – Unterricht ohne Medien ist wie eine Suppe ohne Salz. Daher werden gerne solche Quellen genutzt, um Lernstoff zu veranschaulichen. Doch bei allen medialen Inhalten, mit denen Schülerinnen und Schüler im Unterricht arbeiten sollen, muss vorher geklärt werden, ob das Urheberrecht greift oder nicht. Auch Schülerinnen und Schüler müssen das Urheberrecht beachten, wie Medienrechtsexperte Henning Twelmeier von der Kanzlei Twelmeier Mommer & Partner aus Pforzheim erklärt. Wie gut kennen Sie sich mit dem Urheberrecht in Schulen aus? Testen Sie Ihr Wissen!

Fabian Schindler / 22. Februar 2019
Eine Hand malt mit Kreide Fragezeichen an eine Tafel
Testen Sie Ihr Wissen!
©shuttestock

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind recht fit beim Urheberrecht. Der Teufel liegt aber oft im Detail, bleiben Sie daher achtsam, wenn Sie mit medialen Inhalten an Ihrer Schule zu tun haben.

Das Ergebnis ist sicher ausbaufähig.  Sie haben weniger als 50 Prozent der Fragen richtig beantwortet. Seien Sie daher sehr achtsam beim Einsatz medialer Inhalte im schulischen Alltag und lassen Sie sich in Zweifelsfällen beraten.

0 Punkt Punkte
Frage 10/10

In einer Schülerzeitung werden Texte und Bilder des bekannten Autors Janosch abgedruckt. Die Schülerzeitung wird kostenfrei an der Schule verteilt. Stellt dies eine Urheberrechtsverletzung dar oder nicht?

Antwort 1

Ja, es muss in jedem Fall vorher eine Abdruckerlaubnis eingeholt werden.

Antwort 2

Nein, weil die Schülerzeitung nur in einem begrenzten und nicht-öffentlichen Raum verteilt wird.

Antwort 3

Nein. Schülerzeitungen sind keine profitorientierte Verlagspublikationen, daher greift eine Ausnahmeregel.
RICHTIG!
Beim Urheberrecht ist es irrelevant, ob ein Werk, in diesem Falle eine Schülerzeitung, mit oder ohne Gewinnabsicht verbreitet wird. Die Rechtslage bleibt unverändert: Die Verwertung von fremden, urheberrechtlich geschützten Werken darf auch bei Schülerzeitungen nicht ohne eine Einwilligung des Rechteinhabers erfolgen. Liegt eine solche Erlaubnis für Texte oder Bilder nicht vor, droht eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung. Übrigens: Auch die Nichtnennung oder die falsche Nennung des Urhebers kann eine Abmahnung zur Folge haben. Einen Sonderfall stellen jene Werke dar, für die temporal betrachtet die Vorschriften des Urheberrechts gelten, die aber dennoch frei genutzt werden können. In den meisten Fällen werden diese Werke über Creative Commons (CC)-Lizenzen angeboten, die üblicherweise eine unentgeltliche, rechtlich unproblematische Verwendung von Medien erlauben. Da es eine Vielzahl von CC-Lizenzen gibt, ist dennoch geboten, die Lizenzen vor der Verwendung des Materials genau zu studieren.
LEIDER FALSCH!
Beim Urheberrecht ist es irrelevant, ob ein Werk, in diesem Falle eine Schülerzeitung, mit oder ohne Gewinnabsicht verbreitet wird. Die Rechtslage bleibt unverändert: Die Verwertung von fremden, urheberrechtlich geschützten Werken darf auch bei Schülerzeitungen nicht ohne eine Einwilligung des Rechteinhabers erfolgen. Liegt eine solche Erlaubnis für Texte oder Bilder nicht vor, droht eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung. Übrigens: Auch die Nichtnennung oder die falsche Nennung des Urhebers kann eine Abmahnung zur Folge haben. Einen Sonderfall stellen jene Werke dar, für die temporal betrachtet die Vorschriften des Urheberrechts gelten, die aber dennoch frei genutzt werden können. In den meisten Fällen werden diese Werke über Creative Commons (CC)-Lizenzen angeboten, die üblicherweise eine unentgeltliche, rechtlich unproblematische Verwendung von Medien erlauben. Da es eine Vielzahl von CC-Lizenzen gibt, ist dennoch geboten, die Lizenzen vor der Verwendung des Materials genau zu studieren.
Frage 9/10

Eine Lehrerin erstellt eine eigene Sammlung von Unterlagen für den Biologieunterricht in ihrer Klasse. Sie verfasst eine Reihe von Texten und gestaltet mehrere Tabellen. Die Schulleitung möchte diese Unterlagen, weil sie so gelungen sind, auch anderen Lehrern und Lehrerinnen für deren Unterrichtsgestaltung zur Verfügung stellen. Wie sieht die Rechtslage aus?

Antwort 1

Aufgrund der Anstellung an der Schule und der vertraglichen Pflichten der Lehrerin liegt das Urheberrecht bei der Schule.

Antwort 2

Die Lehrerin gilt als Urheberin. Sie muss einer Weitergabe des Materials zustimmen.

Antwort 3

Weder noch, da es sich nur um eine Zusammenstellung von bereits anderweitig vorhandenen Materialien handelt.
RICHTIG!
Dadurch, dass die Lehrerin die Texte selbst verfasst und eigene Tabellen erstellt (nicht kopiert) hat, liegt ein schöpferischer Prozess vor. Damit liegt das Urheberrecht eindeutig bei der Lehrerin. Eine Anstellung an einer Schule ändert nichts an dem Urheberrecht, das sie an ihren eigenen Werken besitzt. Wenn die Schulleitung die Materialen allen zugänglich machen möchte, muss sie dies vorab mit der Lehrerin klären.
LEIDER FALSCH!
Dadurch, dass die Lehrerin die Texte selbst verfasst und eigene Tabellen erstellt (nicht kopiert) hat, liegt ein schöpferischer Prozess vor. Damit liegt das Urheberrecht eindeutig bei der Lehrerin. Eine Anstellung an einer Schule ändert nichts an dem Urheberrecht, das sie an ihren eigenen Werken besitzt. Wenn die Schulleitung die Materialen allen zugänglich machen möchte, muss sie dies vorab mit der Lehrerin klären.
Frage 8/10

In der Regionalzeitung ist ein Artikel über ein besonderes Projekt einer Grundschulklasse erschienen. Auf der Internetseite der Grundschule möchte die Schulleitung den von einem Journalisten verfassten Artikel samt Foto einstellen. Ist das erlaubt?

Antwort 1

Ja, wenn die Quelle genannt wird.

Antwort 2

Nein, nicht ohne die Erlaubnis von Fotograf und Journalist.

Antwort 3

Ja, wenn der Zeitungsverlag eine Genehmigung erteilt.
RICHTIG!
Das Urheberrecht für den Artikel und das Bildmaterial liegt bei den jeweiligen Journalisten und/oder Fotografen. Diese entscheiden, ob das Einstellen des Artikels auf der Internetseite der Schule erlaubt ist oder nicht. Eine Anfrage der Schule beim Zeitungsverlag reicht für gewöhnlich nicht aus (oftmals handelt es sich um Materialien von Dritten, die in der Zeitung abgedruckt werden). Ein Verlag muss die jeweiligen Verfasser von Text- und Bildmaterial zunächst um Erlaubnis fragen, es sei denn, die erforderlichen Nutzungsrechte an dem Artikel und dem Bildmaterial sind vorher an den Verlag abgetreten worden.
LEIDER FALSCH!
Das Urheberrecht für den Artikel und das Bildmaterial liegt bei den jeweiligen Journalisten und/oder Fotografen. Diese entscheiden, ob das Einstellen des Artikels auf der Internetseite der Schule erlaubt ist oder nicht. Eine Anfrage der Schule beim Zeitungsverlag reicht für gewöhnlich nicht aus (oftmals handelt es sich um Materialien von Dritten, die in der Zeitung abgedruckt werden). Ein Verlag muss die jeweiligen Verfasser von Text- und Bildmaterial zunächst um Erlaubnis fragen, es sei denn, die erforderlichen Nutzungsrechte an dem Artikel und dem Bildmaterial sind vorher an den Verlag abgetreten worden.
Frage 7/10

Im Rahmen eines Schulfestes sollen Filmbeiträge gezeigt werden, die drei Schüler im Rahmen eines Projektunterrichts selbst erstellt haben. Abschnittsweise sind einige Filmszenen von den Schülern mit zeitgenössischer Popmusik unterlegt worden. Darf der Film auf dem Schulfest gezeigt werden oder nicht?

Antwort 1

Nein, weil die Musik vom Urheberrecht geschützt ist.

Antwort 2

Ja, weil der schöpferische Anteil der Schüler entscheidend ist.

Antwort 3

Ja, weil die Musik juristisch betrachtet nur „schmückendes Beiwerk“ ist.
RICHTIG!
In der Regel ist eine öffentliche Vorführung von urheberrechtlich geschütztem Material nicht erlaubt. Das gilt auch für Musik, die nur im Hintergrund abgespielt wird, beziehungsweise einem Film unterlegt wird. Ein Schulfest gilt als eine öffentliche Veranstaltung, daher greift das Urheberrecht in vollem Maße. Eine Rechtsberatung wird in solchen und ähnlichen Fällen zur genauen Klärung des Sachverhalts aber empfohlen.
LEIDER FALSCH!
In der Regel ist eine öffentliche Vorführung von urheberrechtlich geschütztem Material nicht erlaubt. Das gilt auch für Musik, die nur im Hintergrund abgespielt wird, beziehungsweise einem Film unterlegt wird. Ein Schulfest gilt als eine öffentliche Veranstaltung, daher greift das Urheberrecht in vollem Maße. Eine Rechtsberatung wird in solchen und ähnlichen Fällen zur genauen Klärung des Sachverhalts aber empfohlen.
Frage 6/10

Eine Schülerin hält vor ihrer Klasse ein Referat über Pablo Picasso. Dabei werden sowohl Fotos, die den Künstler zeigen, als auch Bilder seiner Kunstwerke präsentiert. Picasso ist 1973 gestorben, seine Werke fallen somit noch unter den Schutz des Urheberrechts. Würde das Zeigen der Bilder im Unterricht also einen Rechtsverstoß darstellen?

Antwort 1

Ja. Da die Urheberrechte greifen, dürfen die Bilder nicht ohne Weiteres genutzt werden.

Antwort 2

Nein. Ein Referat im Unterricht stellt rechtlich gesehen keine unzulässige Veröffentlichung dar.

Antwort 3

Unter Umständen ja. Das Urheberrecht ist hier nicht eindeutig.
RICHTIG!
Das sonst geltende Urheberrecht greift in diesem Falle nicht, da in einem Referat, das von Schülerinnen oder Schülern vor der Schulklasse gehalten wird, die Veröffentlichung von Abbildungen juristisch erlaubt ist. Referate vor der Schulklasse gelten zwar als „unproblematisch“, dennoch müssen Schülerinnen und Schüler stets die Quellen der Werke angeben, die sie für ihr Referat benutzt haben.
LEIDER FALSCH!
Das sonst geltende Urheberrecht greift in diesem Falle nicht, da in einem Referat, das von Schülerinnen oder Schülern vor der Schulklasse gehalten wird, die Veröffentlichung von Abbildungen juristisch erlaubt ist. Referate vor der Schulklasse gelten zwar als „unproblematisch“, dennoch müssen Schülerinnen und Schüler stets die Quellen der Werke angeben, die sie für ihr Referat benutzt haben.
Frage 5/10

Schülerinnen und Schüler haben diverse Bilder im Kunstunterricht gemalt, die auf Anregung des Klassenlehrers der Schule für einen Tag der offenen Tür als Werbematerial dienen sollen. Die Bilder sollen auf Flyern, für die Pressearbeit und für Plakate genutzt werden. Dürfen diese Bilder von der Schule ohne Genehmigung der jeweiligen Schülerinnen und Schüler entsprechend benutzt werden?

Antwort 1

Ja, weil die Werke als Teil des Unterrichts entstanden sind.

Antwort 2

Ja, weil Werke von Minderjährigen nicht vom Urheberrecht geschützt sind.

Antwort 3

Nein, nicht ohne weiteres. Die Schule muss erst eine Genehmigung einholen.
RICHTIG!
Auch für geistige Werke, die Schüler erstellt haben, gilt das Urheberrecht in vollem Maße. Es ist dabei unerheblich, welchen Anteil die Schule mit ihren Lehrplänen am Entstehen der geistigen Werke hat. Bei Minderjährigen werden die Rechte der Schülerinnen und Schüler von den Erziehungsberechtigten wahrgenommen. Eventuell kann eine „pauschale Erklärung“ für eine Veröffentlichung ausreichend sein. Ein qualifizierter Anwalt kann hierzu dezidiert Auskunft geben.
LEIDER FALSCH!
Auch für geistige Werke, die Schüler erstellt haben, gilt das Urheberrecht in vollem Maße. Es ist dabei unerheblich, welchen Anteil die Schule mit ihren Lehrplänen am Entstehen der geistigen Werke hat. Bei Minderjährigen werden die Rechte der Schülerinnen und Schüler von den Erziehungsberechtigten wahrgenommen. Eventuell kann eine „pauschale Erklärung“ für eine Veröffentlichung ausreichend sein. Ein qualifizierter Anwalt kann hierzu dezidiert Auskunft geben.
Frage 4/10

Ein Gedichtband von 1960 ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich, für den Unterricht wäre dieser aber ideales Arbeitsmaterial. Antiquarisch ist das Werk kaum aufzutreiben. Ein Exemplar des Buches befindet sich glücklicherweise im privaten Fundus der Lehrkraft. Darf die Lehrkraft ihr eigenes Buchexemplar in einem solchen Fall für eine Schulklasse komplett kopieren und für den Unterricht zur Verfügung stellen?

Antwort 1

Nein, es wäre ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht.

Antwort 2

Ja, denn vergriffene Bücher dürfen für den Unterricht an Schulen vollständig genutzt werden.

Antwort 3

Nein, denn die Rechte des Verlages würden missachtet werden.
RICHTIG!
Das Urheberrecht gewährt für die Verwendung von Materialien im Unterricht viele Ausnahmen. Zwar ist es grundsätzlich nicht erlaubt, komplette Bücher zu kopieren. Auch Zeitungskopien sind nicht erlaubt. Von Printmedien dürfen normalerweise Kopien in Stärke von 15 Prozent des Gesamtumfangs pro Werk, pro Schuljahr und pro Klasse gemacht werden. Alles, was darüber hinausgeht, erfordert besondere Kopierlizenzen. In jedem Falle gilt, dass die bereitgestellten Inhalte keinesfalls das jeweilige Gesamtwerk ersetzen dürfen. Bis auf zwei Ausnahmen: Vergriffene Werke sowie kleine Werke mit einem Umfang von maximal 25 Seiten dürfen vollständig kopiert werden, ebenso einzelne Artikel aus Fachzeitschriften.
LEIDER FALSCH!
Das Urheberrecht gewährt für die Verwendung von Materialien im Unterricht viele Ausnahmen. Zwar ist es grundsätzlich nicht erlaubt, komplette Bücher zu kopieren. Auch Zeitungskopien sind nicht erlaubt. Von Printmedien dürfen normalerweise Kopien in Stärke von 15 Prozent des Gesamtumfangs pro Werk, pro Schuljahr und pro Klasse gemacht werden. Alles, was darüber hinausgeht, erfordert besondere Kopierlizenzen. In jedem Falle gilt, dass die bereitgestellten Inhalte keinesfalls das jeweilige Gesamtwerk ersetzen dürfen. Bis auf zwei Ausnahmen: Vergriffene Werke sowie kleine Werke mit einem Umfang von maximal 25 Seiten dürfen vollständig kopiert werden, ebenso einzelne Artikel aus Fachzeitschriften.
Frage 3/10

Ein Lehrer spielt seinen Schülern im Musikunterricht zur Verdeutlichung verschiedener Musikstile eine Anzahl von Liedern vor. Reggae, Blues, Folk, Samba. Die Beispiellieder hat er vorher privat bei einem Online-Musikdienst eingekauft und auf einen USB-Stick gespeichert. Dürfen diese Lieder vor der Klasse abgespielt werden?

Antwort 1

Nein, die Rechte des Musikportals würden verletzt.

Antwort 2

Nein, denn die Rechte der Musiker würden verletzt.

Antwort 3

Ja, die Lieder dürfen ohne Weiteres verwendet werden.
RICHTIG!
Das Abspielen urheberrechtlich geschützter Lieder ist im Rahmen des Schulunterrichts in der Regel ohne Zustimmung erlaubt, wenn es sich bei Ihnen um Werke geringen Umfangs handelt. Der Richtwert, der aber beachtet werden sollte, ist, dass das Lied nicht länger als fünf Minuten dauert. Bei einer geplanten Vorführung längerer Stücke, etwa größerer Klassikpartituren, sollte im Vorfeld eine Genehmigung vom Rechteinhaber eingeholt werden.
LEIDER FALSCH!
Das Abspielen urheberrechtlich geschützter Lieder ist im Rahmen des Schulunterrichts in der Regel ohne Zustimmung erlaubt, wenn es sich bei Ihnen um Werke geringen Umfangs handelt. Der Richtwert, der aber beachtet werden sollte, ist, dass das Lied nicht länger als fünf Minuten dauert. Bei einer geplanten Vorführung längerer Stücke, etwa größerer Klassikpartituren, sollte im Vorfeld eine Genehmigung vom Rechteinhaber eingeholt werden.
Frage 2/10

Eine Lehrerin will vor einer Schulklasse im Rahmen des Englischunterrichts einen Film in englischer Originalsprache zeigen. Ist dies gemäß dem Urheberrecht ohne weiteres erlaubt?

Antwort 1

Das Urheberrecht erlaubt ohne Einschränkungen Filmvorführungen für Unterrichtszwecke.

Antwort 2

Das Urheberrecht gibt dazu keine klare Auskunft.

Antwort 3

Das Urheberrecht verbietet generell die Vorführung von Filmen vor Schulklassen.
RICHTIG!
Filmvorführungen stellen juristisch gesehen oft eine Grauzone dar. Es ist nicht eindeutig geregelt, ob eine Vorführung vor einer Klasse im privaten Bereich erfolgt (dann wäre sie zulässig) oder aber im öffentlichen Raum (dann wäre sie unzulässig). Lehrkräften wird daher derzeit empfohlen, auf Filmvorführungen weitgehend zu verzichten, sofern nicht beim Rechteinhaber spezielle Lizenzen von der Schule eingeholt worden sind. Vorführungen von Filmbeiträgen, die kürzer als fünf Minuten sind, gelten im Rahmen des Unterrichts als genehmigungsfrei. Eine Rechtsberatung ist in Zweifelsfällen sinnvoll.
LEIDER FALSCH!
Filmvorführungen stellen juristisch gesehen oft eine Grauzone dar. Es ist nicht eindeutig geregelt, ob eine Vorführung vor einer Klasse im privaten Bereich erfolgt (dann wäre sie zulässig) oder aber im öffentlichen Raum (dann wäre sie unzulässig). Lehrkräften wird daher derzeit empfohlen, auf Filmvorführungen weitgehend zu verzichten, sofern nicht beim Rechteinhaber spezielle Lizenzen von der Schule eingeholt worden sind. Vorführungen von Filmbeiträgen, die kürzer als fünf Minuten sind, gelten im Rahmen des Unterrichts als genehmigungsfrei. Eine Rechtsberatung ist in Zweifelsfällen sinnvoll.
Frage 1/10

Das Urheberrecht regelt, welche geistigen Werke in welcher Form genutzt werden dürfen. Dazu zählen Texte, Noten, Filme, Videos, Bilder, Musik und Arbeitsblätter. Doch wie lange gilt das Urheberrecht?

Antwort 1

Das Urheberrecht gilt dauerhaft, es erlischt nicht.

Antwort 2

Generell für 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Werks, danach darf das Werk frei verwendet werden.

Antwort 3

Generell bis 70 Jahre nach dem Tod des Schöpfers, danach gilt ein Werk als gemeinfrei.
RICHTIG!
Das Urheberrecht erlischt für gewöhnlich 70 Jahre nach dem Tod des geistigen Schöpfers. Bei Licht- und Laufbildern beträgt die Frist grundsätzlich 50 Jahre und beginnt schon mit dem Erscheinen. Wenn ein Autor beispielsweise ein Buch mit 20 Jahren persönlich verfasst und 80 Jahre lang lebt, dann ist das Buch 130 Jahre vom Urheberrecht geschützt. Mit dem Tod des Urhebers gehen die Rechte automatisch auf die Erben über. Für Schulen gelten hinsichtlich der Verwendung urheberrechtlicher Materialen aber vielfach Sonderregeln, die eine begrenzte oder vollständige Nutzung von medialen Inhalten im Unterricht ermöglichen.
LEIDER FALSCH!
Das Urheberrecht erlischt für gewöhnlich 70 Jahre nach dem Tod des geistigen Schöpfers. Bei Licht- und Laufbildern beträgt die Frist grundsätzlich 50 Jahre und beginnt schon mit dem Erscheinen. Wenn ein Autor beispielsweise ein Buch mit 20 Jahren persönlich verfasst und 80 Jahre lang lebt, dann ist das Buch 130 Jahre vom Urheberrecht geschützt. Mit dem Tod des Urhebers gehen die Rechte automatisch auf die Erben über. Für Schulen gelten hinsichtlich der Verwendung urheberrechtlicher Materialen aber vielfach Sonderregeln, die eine begrenzte oder vollständige Nutzung von medialen Inhalten im Unterricht ermöglichen.
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#####EOF##### Moderne Leistungsbeurteilung braucht keine Noten – Das Deutsche Schulportal

Neue Lernkultur : Moderne Leistungs­beurteilung braucht keine Noten

Leistung bewerten ohne Noten: Geht das? Ja! Exzellente Schulen beweisen, dass Leistungsbeurteilung auf Zensuren und Notenzeugnis verzichten kann und dabei trotzdem – oder gerade deswegen – transparent, partizipativ und lernförderlich ist. Doch an vielen Schulen fehlt eine moderne Leistungsbeurteilung, die den aktuellen Ansprüchen an Unterricht und Schule gerecht wird. Ein Gastbeitrag von Silvia-Iris Beutel und Thomas Häcker.

Schüler im Unterricht
„Klassenarbeiten und Tests dominieren nach wie vor die Leistungsbeurteilung", stellen Silvia-Iris Beutel und Thomas Häcker fest.
©shutterstock

Die Vorstellungen darüber, was in der Schule gelernt werden soll, haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert – sowohl in der Breite, in der Ausdifferenzierung als auch in Bezug auf Kompetenzen. In der Schule der Gegenwart steht der Erwerb kommunikativer, methodischer und sogenannter Selbstkompetenzen im Vordergrund. Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, ihr eigenes Lernen zunehmend selbst zu steuern und zu reflektieren. Man spricht von einem „Shift from teaching to learning“ – weg vom Unterrichten hin zum Lernen.

Eine neue Lernkultur braucht einen neuen Umgang mit Leistung

Trotz dieser neuen Vorstellungen und Vorgaben scheint sich der Unterricht allerdings kaum, zumindest aber nicht wesentlich verändert zu haben. Expertinnen und Experten für Leistungsbeurteilung bringen diesen Eindruck unter anderem damit in Verbindung, dass sich am Umgang mit Leistungen in der Schule bislang ebenfalls wenig verändert hat: Klassenarbeiten und Tests dominieren nach wie vor die Leistungsbeurteilung. Sie unterliegen kaum externen Qualitätskontrollen und sind für viele Lehrende die Hauptinformationsquelle über den Lernstand der Schülerinnen und Schüler. Leistungsrückmeldung erhalten die Kinder und Jugendlichen vorwiegend in Form von Ziffernzensuren. Diejenigen, die Noten erteilen, sind auch diejenigen, die unterrichten. Die notwendige Rollenklärung wird selten reflektiert. Ein inhaltlich gehaltvoller Dialog über Leistungen findet kaum statt. Das ist in der Schulpraxis insgesamt nicht nur wenig lernförderlich, sondern auch problematisch, denn eine Verbesserung der Lernkultur ist ohne einen anderen Umgang mit Leistungen in der Schule kaum zu realisieren.

Das lässt sich leicht plausibilisieren: Worauf es in der Schule wirklich ankommt, zeigt sich in der Klassenarbeit. „Testing drives teaching“, sagt man dazu in den USA. Das haben übrigens die Befürworterinnen und Befürworter länderübergreifender Vergleichstests (VERA) mit ihrer Idee, Unterrichtsentwicklung durch externe Testungen anzuregen, gut verstanden. Dass sie damit bislang wenig Erfolg haben, hat vielfältige Gründe. Leistungsbewertungen, so spitzt der Bildungssoziologe Winfried Kronig zu, sind so etwas wie die Epizentren der staatlich organisierten Bildung. Viele der rund um das Bildungssystem diskutierten Probleme haben hier ihren Ursprung.

Seit PISA-Schock: Standardisierung statt Individualisierung

Dabei scheinen die Voraussetzungen für eine Veränderung der Lern- und Leistungskultur an Schulen so schlecht nicht zu sein. Weisen doch Notenverordnungen in den Ländern zum Teil ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse der Leistungsermittlung Grundlage für die Förderung der Lernenden, zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität genutzt und dabei zugleich die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur Reflexion von Leistungen und zur Selbsteinschätzung gefördert werden sollen. In der Breite scheint sich dies bislang allerdings nur wenig auf die Formen der Leistungsermittlung und -rückmeldung ausgewirkt zu haben. Selbst die mit dem sogenannten PISA-Schock verbundene Wiederentdeckung der Unterschiedlichkeit der Lernenden hat zwar die „individuelle Förderung“ und den „Umgang mit Vielfalt“ ganz oben auf die pädagogische Agenda gesetzt, in der Folge aber nicht erkennbar zu einer Individualisierung der Leistungsbeurteilung geführt. Mit der Einführung länderübergreifender Vergleichstests wurde vielmehr eine Standardisierung vorangetrieben. Erst die schrittweise Auflösung von Förderschulen für bestimmte Förderschwerpunkte, das Elternwahlrecht, die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen sowie die Beschulung von Geflüchteten scheinen im Zusammenwirken den Individualisierungsdruck in der Schule so erhöht zu haben, dass niveaudifferenzierte und individualisierte Leistungsbeurteilung aktuell zur drängenden Frage mit bildungspolitischem Potenzial wird. Fragen zur Reform der Leistungsbeurteilung gelangen in „inklusiven Zeiten“ wieder vermehrt auf die Tagesordnungen.

Transparente Leistungsbeurteilung ist auch ohne Noten möglich

Bundesweit haben sich viele einzelne Schulen, allen voran Grundschulen, zum Teil schon vor langer Zeit auf den Weg gemacht und Erfahrungen mit erweiterten und veränderten Formen der Leistungserbringung und -rückmeldung mit und ohne Ziffernnoten gesammelt. Die Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises und andere exzellente Schulen zeigen, dass Leistungsermittlung und Leistungsbeurteilung transparent, lernförderlich und partizipativ gestaltet werden können. Dabei wird eine Reihe wichtiger Fragen sichtbar: Was hat diese Schulen dazu geführt, einen anderen Umgang mit Leistungen zu suchen? Wie hängen aus Sicht solcher Schulen Unterricht und Leistungsbeurteilung zusammen? Welche Faktoren waren für die Weiterentwicklung der Lern- und Leistungskultur förderlich oder hinderlich? Vor welche Herausforderungen stellen der gleichzeitige Individualisierungs- und Standardisierungsdruck die Schulen in ihrer praktischen Arbeit?

Antworten auf die drängenden Fragen liefern Konzepte, die Teilhabe, Partizipation, Bildungserfolg und nicht zuletzt Abschlüsse zu sichern helfen. Vor allem durch den Anspruch der inklusiven Schule, jedem einzelnen Kind und jedem einzelnen Jugendlichen gerecht zu werden, sowie durch die damit verbundene Orientierung an Kinderrechten rückt der Bedarf an solchen Konzepten verstärkt in den Mittelpunkt. Lehrkräfte können mit einer veränderten Praxis individualisierenden und differenzierenden Lehrens und Lernens sowie einer darauf zugeschnittenen Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung die Chance nutzen, ihren Unterricht im Dialog mit ihren Schülerinnen und Schülern zu gestalten und Instrumente zur Feedback-, Rückmelde- und Prüfungskultur zu entwickeln. Um diese Prozesse der Professionalisierung anstoßen zu können, hat die Deutsche Schulakademie die „Pädagogischen Werkstätten“ ins Leben gerufen. Das Fortbildungsprogramm verfolgt das Ziel, Schule und Unterricht gleichermaßen zu entwickeln und voranzutreiben.

Mehr zum Thema

  • Das aktuelle Forum der Deutschen Schulakademie – „Lernen. Leistung. Noten?“ – stellt in Kooperation mit Silvia-Iris Beutel und Thomas Häcker neue Ansätze der Leistungsbeurteilung für die schulische Praxis vor.
  • Im Fokus stehen exemplarische Initiativen der vergangenen Jahre, die innovative Ideen bei der Leistungsermittlung und Leistungsbeurteilung verfolgen.
  • Ziel des Forums ist es, miteinander passgenaue Instrumente und Verfahren zur Lernbegleitung und Leistungsbeurteilung zu entwickeln.

Es bleibt festzuhalten: Leistungsrückmeldung und künftige Lernplanung müssen zusammen gedacht werden und die Förderung des Lernens der verschiedenen Schülerinnen und Schüler ebenso unterstützen, wie sie die Lernenden selbst einbeziehen sollten. Nur dann können die Kinder und Jugendlichen für das, was sie in der Schule tun und lernen, auch Verantwortung übernehmen. Die Zeiten der „schlechten Noten“ als Sanktion sind endgültig vorbei! Heute geht es um Anerkennung und Mitbestimmung, wenn wir Leistungen beurteilen, Lernberichte verfassen – und auch dann, wenn wir Zensuren in der Schule erteilen müssen.

Zeugnisse und Noten bestimmen die Zukunftschancen in Deutschland und Europa

Für die moderne Schule, die auf effizientes Lernen und auf am Ende der Schullaufbahn anwendbare Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern zielt – und die dies auch noch im internationalen Vergleich belegen muss –, geht es dabei nicht um eine Nebensache, sondern um ein zentrales Element professionellen Lehrerhandelns mit weitreichenden Folgen. Denn Zeugnisse, Noten und Leistungsbeurteilung geben im Idealfall nicht nur eine anerkennende und lernförderliche Rückmeldung an die Kinder und Jugendlichen in der Schule, sondern bestimmen deren beruflichen Lebensweg und ihre Zukunftschancen in Deutschland und mehr denn je – auch in Europa. Es geht also weniger um die Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf gut ausüben, sondern mehr um einen besonderen Aspekt der gegenwärtigen Bildungspolitik.

Zur Person

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#####EOF##### Thema: Chancengleichheit – Das Deutsche Schulportal

Chancengleichheit

Gleiche Chancen für alle – das soll vor allem über Bildung erreicht werden. Wie kann das deutsche Bildungssystem jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die gleiche Ausgangslage gewähren?

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#####EOF##### Stimmen – Das Deutsche Schulportal

Stimmen

Eine gute Debatte braucht verschiedene Stimmen. Über die Zukunft von Bildung und Schul­ent­wicklung wird in Deutsch­land bereits leiden­schaftlich viel­stimmig debattiert.

Das Deutsche Schulportal möchte verschiedene Stand­punkte und Meinungen sammeln und vor­stellen, und damit zum Nach­denken und Diskutieren anregen.

Expertinnen und Experten stellen in Gast­beiträgen ihre Sicht auf brennende schulische Frage­stellungen dar. Die Kolumnist­innen und Kolumnisten des Deutschen Schulportals schildern regel­mäßig die Eindrücke, die sie als Lehr­kräfte, Eltern oder Fach­leute aus Wissen­schaft und Lehrer­bildung gesammelt haben. Diese Sammlung verschiedener Stimmen zielt auf eine ausgewogene, fruchtbare Diskussion.

Mehr lesen
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#####EOF##### Über das Portal – Das Deutsche Schulportal

Das Deutsche Schulportal stellt erfolg­reiche Konzepte aus der Praxis vor und bietet Nachrichten, Inter­views und Reportagen zu aktuellen Themen aus der Bildungs­welt.

Konzepte aus der Praxis: Wie machen es andere?

Fester Bestandteil des Schulportals sind die Konzepte der Schulen, die seit 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Die Konzepte wurden von der Deutschen Schulakademie in Film, Bild und Text aufbereitet. Das Deutsche Schulportal stellt diese konkreten Ideen und Projekte aus den Preisträgerschulen vor. Die Konzepte zeigen nicht nur erfolgreiche Schulpraxis, sondern auch den Weg dorthin. Sie sind keine Rezepte, sondern sie geben Impulse und Anregungen, damit andere Schulen für ihre eigene Arbeit von den Konzepten profitieren und sie für die eigene Entwicklung nutzen können.

Der Deutsche Schulpreis

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung jedes Jahr deutschlandweit gute Schulen und ihre innovativen Schulkonzepte aus. Aus dem Wettbewerb ist mittlerweile ein bundesweites Netzwerk von exzellenten Schulen, Schulpraktikern und Bildungswissenschaftlern entstanden, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Schulentwicklung in Deutschland voranzutreiben. Mehr unter: www.deutscher-schulpreis.de.

Viel Raum für Austausch

Mit einer kostenlosen Registrierung auf dem Schulportal bekommen Besucherinnen und Besucher Zugang zu allen Materialien der Konzepte. Registrierten Besucherinnen und Besuchern bietet Das Deutsche Schulportal außerdem viele Gelegenheiten, sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen auszutauschen und zu vernetzen.

Wer steht hinter dem Schulportal?

Das Deutsche Schulportal ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, der Deutschen Schulakademie und der Heidehof Stiftung in Kooperation mit der ZEIT Verlagsgruppe.

Der Hintergrund

Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung haben es sich zum Ziel gesetzt, die Qualität von Schule und Unterricht in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Die beiden Stiftungen unterstützen bundesweit Schulen bei ihrer Schulentwicklung und bieten dazu praxisorientierte Programme für alle Schularten an. Im Mittelpunkt steht dabei die hervorragende pädagogische Arbeit, die viele gute Schulen in Deutschland bereits leisten. Diese Leuchttürme zeichnen die beiden Stiftungen seit 2006 mit dem Deutschen Schulpreis aus und machen exzellente Praxis damit sichtbar. Die Deutsche Schulakademie, eine Tochter der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung, bereitet die Konzepte der ausgezeichneten Schulen auf, um mit dem Wissen aus den Preisträgerschulen anderen Schulen Impulse zu geben, die eigene Schulentwicklung in die Hand zu nehmen.

Dem Engagement für mehr gute Schulen der Stiftungen und der Schulakademie liegt der Anspruch zugrunde, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen durch eine qualitativ gute Bildung bekommen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Bei der Frage, was eine gute Schule ausmacht, orientieren sich die drei Institutionen an einem umfassenden Verständnis von Bildung und Lernen, das in den sechs Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises beschrieben ist.

Die Deutsche Schulakademie

Die Deutsche Schulakademie ist eine bundesweit aktive und unabhängige Institution für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung mit Sitz in Berlin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Modelle ausgezeichneter Praxis aus zehn Jahren Deutscher Schulpreis mit Hilfe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzubereiten und in die Breite zu tragen. Dabei wendet sie sich mit ihren Angeboten an alle Schulen in Deutschland, stellt Materialien über gute Schulpraxis zur Verfügung, berät zu Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung, organisiert Fortbildungen und gestaltet Schulentwicklungsprogramme.

Der Beirat

Der Beirat des Deutschen Schulportals gibt fachliche Empfehlungen zu den Inhalten und zur Qualitätsentwicklung des Deutschen Schulportals. Mitglieder des Beirates sind Michael Brenner (Geschäftsführer Heidehof Stiftung), Uta-Micaela Dürig (stv. Vorsitzende der Geschäftsführung Robert Bosch Stiftung), Armin Himmelrath (stv. Ressortleiter Bildung SPIEGEL ONLINE), Volker Masuhr (Schulleiter Waldschule Flensburg), Hans Anand Pant (Geschäftsführer Die Deutsche Schulakademie und Professor für Erziehungswissenschaftliche Methodenlehre an der Humboldt-Universität zu Berlin), Jochen Schnack (Leiter Zentrum für Lehrerbildung Hamburg), Martin Spiewak (Mitglied des Hauptstadtbüros der ZEIT) und Wolfgang Stuflesser (Abteilungsleiter Online-Koordination und Digitale Projekte, Programmdirektion Information SWR).

Der Beirat des Schulportals
Der Beirat des Schulportals: Volker Masuhr, Armin Himmelrath, Martin Spiewak, Hans Anand Pant, Uta-Micaela Dürig, Wolfgang Stuflesser und Jochen Schnack (v.l.).
©Robert Bosch Stiftung

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#####EOF##### Die Lehrer und die Politik – Das Deutsche Schulportal
Dieser Artikel erschien am 12.03.2019 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Autorin: Carolin Wilms

Weiterbildung für Pädagogen : Die Lehrer und die Politik

Was tun, wenn sich Schüler rassistisch oder demokratie­feindlich äußern? Politische Bildung für Lehrer hilft – aber in der Praxis sieht es oft düster aus

Wahlplakat für Erstwähler
Damit Wahlverweigerung nicht Schule macht: Kampagne für Erstwähler in Thüringen
©dpa

Das Fazit klingt ein bisschen steif. Aber es trifft einen wunden Punkt: Das Ausmaß schulischer Demokratie­bildung steigt, wenn die Lehr­kräfte über die relevanten Kompetenzen verfügen, dies etwa im Leit­bild der Schule verankert ist und in der Aus- und Fort­bildung einen hohen Stellen­wert hatte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Demokratie­bildung in Schulen“, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt wurde und Ende vergangenen Jahres erschienen ist. Aller­dings gab nur ein Sechstel der befragten 1200 Lehrer an, sich im Studium intensiv damit aus­einander­gesetzt zu haben. In der Referendariats­zeit waren es noch weniger. Ist politische Bildung also ein hehres Ziel, das im Alltag bedenklich schrumpft?

„Die Berufsschule ist der letzte Zeitpunkt, an dem wir Jugendliche schul­pädagogisch erreichen können“, sagt Rico Behrens, Leiter des Projektes „Starke Lehrer – starke Schüler“, das von der sächsischen Landes­regierung und der Robert-Bosch-Stiftung unter­stützt wird. Diese Fort­bildung, die seit dem Jahr 2015 viele sächsische Berufs­schul­lehrer wahr­genommen haben, füllt eine Lücke in der Lehrer­aus­bildung in Sachsen: Denn Lehr­amts­studenten haben politische Bildung in ihrer Aus­bildung bislang nicht auf dem Stunden­plan. „Stehen sie dann vor der Klasse und Schüler äußern all­tags­rassistische Über­zeugungen, dann wissen sie häufig nicht, wie sie reagieren sollen“, sagt Behrens. Er ist Professor für Didaktik der Politischen Bildung an der Technischen Universität Dresden und fordert ein verpflichtendes Modul „Politische Bildung“ für alle Lehramtsstudenten.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) reagierte im Oktober vergangenen Jahres auf „veränderte gesell­schaftliche Rahmen­bedingungen und aktuelle politische Heraus­forderungen“ mit einer Über­arbeitung ihrer Empfehlungen. Demnach soll „Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule“ durch Beratung und Fort­bildung der Länder in den Schulen umgesetzt werden. Die Länder sollen auch prüfen, in welcher Weise dies die Prüfungs­ordnungen und Aus­bildungs­kapazitäten an den Universitäten betrifft, um auch zukünftige Lehrer zu erreichen. „Es wird zu Verteilungs­kämpfen um die Anteile inner­halb der vollen Studien­pläne kommen“, sagt Tonio Oeftering, Professor für Politische Bildung an der Universität Oldenburg. „Zudem sind die Kapazitäten für Politik­didaktik an den Universitäten derzeit nicht ausreichend.“ Obwohl die freiheitliche Grund­ordnung in den Schul­gesetzen der Bundes­länder verankert ist, ist die politische Bildung als sogenannte Quer­schnitts­funktion in der Lehramts­aus­bildung in den Bundes­ländern unter­schiedlich geregelt: In Bayern etwa wird Staats­bürgerliche Bildung in der Referendariats­zeit allen Lehr­amts­anwärtern jeder Schul­art vermittelt; im zweiten Staats­examen gibt es eine Prüfung. Dabei handelt es sich um eine Kombination: einer­seits Grund­lagen­kenntnisse, zum Beispiel politische Ideologien, anderer­seits die Vermittlung aktueller politischer Entwicklungen an Schüler – da geht es etwa um das Thema Migration. Es handelt sich um sogenanntes Quer­schnitts­wissen, das in jedem Schul­fach Anwendung findet.

Hohe Verunsicherung

In Hessen hingegen ist politische Bildung für alle Lehr­amts­studenten jeder Schul­art verpflichtender Teil ihrer Ausbildung und Prüfungs­inhalt des ersten Staats­examens. Die Universität Gießen etwa hält zwei Semester­module in der grund­wissen­schaftlichen Lehr­amts­aus­bildung mit acht Semester­wochen­stunden dafür vor. „Als Beamte und damit als Teil des Staates sind Lehr­kräfte verpflichtet, unser politisches System zu kennen, es reflektiert zu haben und an zukünftige Generationen weiterzugeben“, sagt Alexandra Kurth, Modul­verantwortliche am Institut für Politik­wissen­schaft. „In diesem Rahmen vermitteln wir Lehr­amts­studierenden diesen Bildungs- und Erziehungs­auf­trag.“

Dass politische Bildung früher mal zum Grundwissen in den Bildungs­wissen­schaften in Nieder­sachsen gehörte und durch die Bologna-Reform abgeschafft wurde, bedauert Dirk Lange, der Professor für Didaktik der Politischen Bildung an der Universität Hannover ist. Zugunsten praxis­naher Schlüssel­kompetenzen habe man die demokratie­wissen­schaftlichen Inhalte aus der Ausbildung heraus­genommen. Nach Inklusion und Integration müsse nun aber auch das demokratie-didaktische Hand­werks­zeug wieder ein Pflicht­teil der Lehrer­aus­bildung werden, sagt er. Dabei sei es wichtig, zukünftigen Lehrern den Grund­satz zu vermitteln, dass sie zwar nicht parteilich, aber unbedingt parteiisch im Hinblick auf die demokratischen Grundwerte und die Menschen­rechte agieren sollten. Diese Unter­scheidung helfe auch bei der Heraus­forderung, die die Melde­portale der AfD an die Lehrer stellen.

Die Verunsicherung, die das Freischalten dieser Portale bei Lehrern und Lehr­amts­studenten hervor­gerufen hat, zeigt, wie wichtig politische Bildung für Lehrer ist. Sie sollen nicht davor zurück­schrecken, politische Themen im Unterricht auf­zu­greifen, kontrovers zu diskutieren und dabei Haltung zu zeigen. Um politische Bildung in der Lehrer­aus­bildung und Lehrer­fort­bildung auf­zunehmen, hat Sachsen im Jahr 2017 das Konzept „W wie Werte“ entwickelt, das dreißig Maßnahmen vorsieht: Das obligatorische Modul „Demokratische Schul­kultur“ etwa soll angehenden Lehrern aller Fächer Rüstzeug an die Hand geben. Im Konzept heißt es: „Die notwendigen Ressourcen dafür werden an den zuständigen Einrichtungen geschaffen.“ Laut sächsischem Kultus­ministerium sei man mit dem Wissen­schafts­ministerium in der Diskussion, wie die Umsetzung erfolgen soll. Die könnte kompliziert werden. Denn wegen 200 derzeit unbesetzten Stellen in Sachsen sind die Lehrer mit dem Thema politische Bildung – neben Digitalisierung, Inklusion und einem hohen Anteil an Seiten­ein­steigern – schon jetzt stark gefordert.

Souveräner vor der Klasse stehen

Hinzu kommen atmosphärische Spannungen. „Die ungleiche Behandlung der ab 2019 beginnenden Verbeamtung von jungen Lehrern in Sachsen entwickelt ein gewisses Frust­potential“, sagt Andreas Flemmig. Er ist Lehrer am beruflichen Schul­zentrum für Technik in Dresden und hat an dem Projekt „Starke Lehrer – starke Schüler“ teil­genommen. Der 39-Jährige, der auch Kfz-Mechatroniker schult, hatte sich aus persönlichem Interesse für die Teil­nahme entschieden. Er habe gelernt, souveräner vor der Klasse zu stehen, wenn verfassungs­feindliche Kommentare im Unterricht abgegeben würden, sagt er. Zudem erkenne er Codes und Kleidungs­stücke, die eine solche Gesinnung zum Ausdruck bringen. „Dafür gibt es Regelungen in der Haus­ordnung der Schule. Dann muss der Schüler entweder eine Jacke drüberziehen oder es anderweitig unkenntlich machen“, sagt Flemmig, der seit mehr als zehn Jahren unterrichtet. Schule sei ein Ort der Toleranz, sagt er. Er wende sich mit diesen Maß­nahmen nicht gegen den Schüler, sondern gegen die zur Schau getragene verfassungs­feindliche Gesinnung. Auch das Widerlegen von Falsch­aus­sagen, wie „Es kommt bald zu einer Über­völkerung“, mit denen Schüler im Unterricht auf­trumpften, falle ihm seit der Teil­nahme am Projekt viel leichter. Er wisse nun genau, in welchen Medien seriöse Daten zu finden sind.

Der sächsische „Werte“-Katalog sieht vor, dieses Modell­projekt flächen­deckend an allen berufs­bildenden Schulen und an anderen Schul­arten zu etablieren. Allerdings stellte Sebastian Fischer von der Universität Hannover in seiner externen Evaluation des Projektes fest: „Es wirkt für die einzelne Lehr­kraft, aber nur bedingt im System.“ Die Handlungs­sicher­heit der teil­nehmenden Lehrer habe zugenommen, schreibt er. Ihre Funktion als Multiplikator in der Schule sei aber – teils an der ablehnenden Reaktion im Kollegium, teils am geringen Interesse der Schul­leitung – gescheitert.

Dass Demokratie kippen kann, wenn sie nicht fest verankert ist, erstaunt Politik­professor Oeftering aus Oldenburg nicht. In Niedersachsen habe man 60 Jahre nach Kriegs­ende gedacht, dass es etwa die Landes­zentrale für politische Bildung nicht mehr brauche. Ende 2004 sei diese geschlossen und erst 2016 wieder­eröffnet worden, sagt er. Der politischen Bildung komme häufig eine Feuer­wehr­funktion zu: Immer wenn es brenne, solle sie einschreiten. Dabei sei politische Bildung ein lang­fristiger Prozess. In Nieder­sachsen würden zudem häufig fach­fremde Lehrer Politik unterrichten. „Du liest doch auch den Spiegel, dann mach mal den Politik­unterricht“, heiße es dann. Möglich seien zwar Fort­bildungen und Quer­ein­stiege, die könnten aber kein eigen­ständiges Studium ersetzen. Auch würden die Empfehlungen zur politischen Selbst­erfahrung der Schüler durch Bildung von Schüler­vertretungen und Veranstaltungen mit externen politischen Bildungs­trägern – etwa aus der Flüchtlings­hilfe – nicht den Politik­unterricht ersetzen.

Dieser fristet in Deutschland ohnehin ein mageres Dasein. Die Studie „17 Minuten Politik, 20 Sekunden Rede­zeit“ der Universität Bielefeld aus dem Jahr 2017 zeigt anhand der Stunden­tafeln der Sekundar­stufe I in Nordrhein-Westfalen, dass die Schüler durch­schnittlich zwanzig Sekunden Rede­zeit pro Woche haben, um ihre politischen Positionen vorzutragen und zu diskutieren. „Leider wird diese Unterrichts­einheit häufig noch als Klassen­lehrer­stunde zweck­ent­fremdet und der nächste Wander­tag besprochen“, klagt Mahir Gökbudak, Mitautor der Studie. „Seit dem Pisa-Schock werden vor allem harte Fächer wie Natur­wissen­schaften gefördert.“ Dabei sei auch eine politische Debatten­kultur wichtig. Durch die verbreiteten Multiple-Choice-Antworten in Prüfungen entfalle zudem häufig der Zwang, dass Schüler Argumente formulieren müssten, sagt Gökbudak.

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#####EOF##### Debatte - Warum Kritik am digitalen Schreiben so populär ist - Das Deutsche Schulportal

Debatte : Warum Kritik am digitalen Schreiben so populär ist

Die Kritik am digitalen Schreiben oder Lesen unterliegt einem immer wiederkehrenden Muster, das ebensowenig wie das Internet verschwinden wird, erklärt Dejan Mihajlovic in seiner aktuellen Kolumne für das Schulportal.

Dejan Mihajlovic Dejan Mihajlovic / 19. Februar 2019
Digitaler Unterricht an einer Grundschule
Kinder schreiben und lesen zunehmend digital im Schulunterricht. Das ist weder gut noch schlecht, es ist anders, urteilt Dejan Mihajlovic.
©dpa

Vor Kurzem wurde in sozialen Netzwerken die „#10YearChallenge“ ausgerufen, bei der Personen in der Regel Bilder von sich aus den Jahren 2009 und 2019 posteten, um bestenfalls zu belegen, dass sie sich in diesem Zeitraum kaum verändert haben.

So ähnlich verhält es sich mit den Argumenten, die sich gegen das digitale Schreiben und Lesen wenden: Sie haben sich in den vergangenen zehn Jahren kaum geändert.

Kathrin Passigs 2009 veröffentlichter Text „Standardsituationen der Technologiekritik“ hat  bis heute  kaum an Aktualität eingebüßt und gibt ein Bild wieder, wie technischen Neuerungen begegnet wird – und wahrscheinlich wird dieses Bild auch noch bei der „#20YearChallenge“ und darüber hinaus mithalten können.

Während noch darum gekämpft wird, zu beweisen, dass Schreiben von Hand besser sei als digitales Schreiben, werden bereits Sprachnachrichten verschickt und Siri, Alexa und Co. befragt.
Dejan Mihajlovic, Lehrer und Fachberater für Schul- und Unterrichtsentwicklung

„Wozu soll das gut sein?“, „Wer braucht das schon?“, „Das nützt nur einer Minderheit und ist lediglich eine Mode, die vergeht.“, „Es wird sich dadurch nichts ändern.“, „Zu welchem Preis?“, „Es überfordert die Schwächeren.“, „Das gehört sich nicht und verändert unsere Denk-, Lese- und Schreibtechnik zum Schlechteren.“

Es sind diese sich stets wiederholenden Kritikmuster und Phrasen oder (hier stark verkürzten) Argumente, die Kathrin Passig in ihrem Beitrag mit vielen Beispielen ausführlicher erläutert. Wer sie einmal verinnerlicht hat, kann zukünftig nicht anders, als technikkritische Texte über die Wichtigkeit der Handschrift oder die Sorge um die Zukunft des Lesens daran zu messen.

Der K(r)ampf mit Argumenten

Es wird gern gewarnt, gewertet und gemahnt, wenn es um das digitale Schreiben oder Lesen geht: Die Feinmotorik gehe verloren, die Anstrengungsbereitschaft lasse nach oder Hirnareale würden weniger aktiviert. Die Argumente werden mit „Früher“-Beispielen durch das Kopfkino emotional aufgeladen. Und Studien, Titel oder – aktuell beliebt – auch eine große Anzahl an Forschern sollen dann diesen Argumenten ein besonderes Gewicht geben, gewissermaßen als Gütesiegel. Alles im Namen der Wissenschaft. Kathrin Passig begründet diese Haltung und Handlung damit, dass in der Regel die eigenen Pfründen gegen den Fortschritt verteidigt werden müssen.

Dabei wäre gerade in Zeiten von Fake News und gefühlter Wahrheit eine in die breite Gesellschaft verständlich kommunizierende und wirkende Wissenschaft notwendig, die nicht als Gütesiegel für Grabenkämpfe überstrapaziert wird.

Wer also wieder mal die neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse bemüht, um (s)eine bestimmte Pädagogik zu legitimieren, sollte vorher das Interview mit Ad Aertsen und Stefan Rotter lesen: Die Hirnforscher erklären darin, wie weit man eigentlich davon entfernt ist, belastbare Schlüsse aus dem bisherigen Wissen über die Grundlagen neuralen Lernens zu ziehen. In jedem Fall sollte man genauer betrachten, was und wie in zitierten Studien untersucht wurde.

Mehr Neugier, mehr Fragen, mehr Verständnis

Es braucht keine weiteren Artikel, gefällige Bücher und Studien, die vorher feststehende Meinungen belegen, sondern ergebnisoffene Fragen, die zu einem besseren Verständnis der Digitalen Transformationsprozesse führen.

Tablets mit Büchern zu vergleichen, indem man sie wie Bücher benutzt, ist ähnlich erkenntnisreich, wie ein Flugzeug mit einem Tretroller zu vergleichen, indem man beide schiebt und jeweils die Geschwindigkeit misst. Das Lesen und das Schreiben verändern sich, keine Frage. Aber auch deren Maßstäbe und Kontexte erfordern, im Rahmen des digitalen Wandels neu gedacht oder zumindest berücksichtigt zu werden.

Menschen schreiben und lesen zunehmend digital. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach anders. Das ist auch keine Nebenerscheinung der Digitalen Transformation, die es zu bändigen gilt, sondern das zentrale Element einer Welt, die von vernetzten Computern als Leitmedium geprägt ist.

Während noch darum gekämpft wird, zu beweisen, dass Schreiben von Hand besser sei als digitales Schreiben, werden bereits Sprachnachrichten verschickt und Siri, Alexa und Co. befragt. Der kulturelle Wandel schreitet zügig voran, ist aber gestaltbar. Dafür muss er verstanden werden. Wagen wir deshalb etwas mehr Neugier und offene Fragen.

 

Zur Person

  • Dejan Mihajlovic unterrichtet Mathematik, Geschichte, Chemie und Ethik an der Freiburger Pestalozzi-Realschule.
  • Darüber hinaus arbeitet Dejan Mihajlovic unter anderem als Fachberater für Schul- und Unterrichtsentwicklung beim Staatlichen Schulamt und als SMV-Beauftragter beim Regierungspräsidium in Baden-Württemberg.
  • Das Schwerpunktthema von Dejan Mihajlovic ist „Zeitgemäße Bildung im digitalen Wandel“. Zu diesem Thema hält er regelmäßig Vorträge, veranstaltet Workshops, moderiert und organisiert Veranstaltungen. Außerdem berichtet er darüber in seinem Blog „Dejan Mihajlovic – Bildung von morgen schon heute denken“.
  • Für das Schulportal schreibt Dejan Mihajlovic regelmäßig Gastbeiträge.
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#####EOF##### Erfolgsstory - Warum Singapurs Schüler bei PISA so gut abschneiden - Das Deutsche Schulportal

Erfolgsstory : Warum Singapurs Schüler bei PISA so gut abschneiden

Singapurs Schülerinnen und Schüler erreichen bei PISA Spitzenergebnisse. Dabei konnte die Mehrheit der Bevölkerung Singapurs vor einem halben Jahrhundert weder richtig lesen noch schreiben. Was ist das Geheimnis von Singapurs Schulsystem? Schulportal-Kolumnist Michael Schratz hat sich beim PISA-Sieger auf Spurensuche begeben. Eine Gastprofessur in Singapur ermöglichte ihm tiefer gehende Einblicke in die Erfolgsgeschichte.

Michael Schratz Michael Schratz / 08. Oktober 2018 / 3 Kommentare
Kinder aus Singapur beugen sich in der Schule über ein Arbeitsblatt
Kaum vorstellbar: Noch vor einem halben Jahrhundert zählte die Mehrheit der Bevölkerung Singapurs zu den Analphabeten. Heute erzielen die Schülerinnen und Schüler des Landes Spitzenergebnisse beim internationalen Leistungsvergleich PISA.
©Getty Images

Singapur – vom „Dritte Welt“-Land zum PISA-Sieger

Singapur hat sich in den vergangenen 50 Jahren rasant entwickelt: 1965, als der heutige Stadtstaat seine Unabhängigkeit erklärte, zählte die Mehrheit der 5,5 Millionen Einwohner noch zu den Analphabeten. Heute, ein halbes Jahrhundert später, gehört das sogenannte „Dritte Welt“-Land von einst zu den am höchsten entwickelten Staaten weltweit. Singapur ist eine der reichsten Städte der Welt, hat einen festen Platz in den Top Five der meistbesuchten Städte, ist neben Hongkong bedeutendster Finanzplatz Asiens und erreicht auch im Bildungsbereich Superlative. PISA bescheinigt Singapur Spitzenwerte in allen Fächern und zwei Jahre „Vorsprung“ gegenüber den OECD-Ländern.

So beginnt Singapurs Erfolgsgeschichte

Die Grundsteine für Singapurs schnellen Fortschritt wurden bereits 1965 gelegt. Damals standen die Gründungsväter vor einer herausfordernden Situation: In Singapur lebten vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsgrad aus China, Malaysia und Indien. Die multiethnische Bevölkerung musste in einem jungen gemeinsamen Nationalstaat zusammenwachsen. Da es kaum Rohstoffe gab, lag die Hoffnung der Gründungsväter in der Bildung. Der damalige Premierminister traf die folgerichtige und notwendige Entscheidung, in die Menschen zu investieren, um Singapur in eine Erfolg versprechende Zukunft zu führen. Er schuf die Grundlage dafür, dass bis heute ein Fünftel der Staatsausgaben in die Lehrkräftebildung und das Schulsystem investiert werden – lediglich die Staatsausgaben für das Militär fallen noch höher aus. Lehrpersonen haben in Singapur ein hohes Ansehen, entsprechende Aufstiegschancen und verdienen gut.

Wertschätzung des Lehrerberufs – was Singapur anders macht

In Singapur haben nur die besten Absolventinnen und Absolventen eine Chance auf den Lehrerberuf. Ihre Professionalität wird gefördert – sie genießen eine hoch qualifizierte Ausbildung. Zudem erhält jede junge Lehrkraft einen Computer. Singapurs Lehrerinnen und Lehrer werden aber auch gefordert: Sie müssen 100 Stunden Fortbildung pro Jahr absolvieren und darüber Rechenschaft ablegen – nicht über die formale Teilnahmebestätigung, sondern über den Mehrwert, den die Fortbildung gebracht hat.

Vielfältige Karrierechancen für Singapurs Lehrkräfte

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen für eine Lehrkraft in drei mögliche Richtungen:

  1. über die Professionalisierung als Pädagogin oder Pädagoge,
  2. über die Qualifizierung als Führungskraft (Leadership)
  3. oder über die fachliche Expertise.

Der Weg führt vom Aufstieg innerhalb der Schule – zum Beispiel als didaktische Leitung, Abteilungsleitung oder Fachleitung – bis zur Spitze des Systems als sogenannte Meisterlehrerin oder Meisterlehrer in den unterschiedlichen Karriereschienen. Diese Meisterlehrkräfte können in Zusammenarbeit mit dem Ministerium und der Lehrerbildung starken Einfluss auf die Systemsteuerung nehmen.

Stipendien unterstützen angehende Lehrerinnen und Lehrer

Seit der Staatsgründung hat die Regierung Singapurs also ihr besonderes Augenmerk auf alle Akteurinnen und Akteure im Bildungssystem gelegt – und das gilt bis heute. Nationale Stipendien eröffnen Talentierten Zugang zu den renommiertesten Universitäten weltweit, die das Erfolgswissen ins Land zurückgebracht haben. Auf diesem Weg konnte sich Singapur selbst zur Weltklasse entwickeln. Das Prinzip „Von woanders lernen“ spielt in Singapur eine große Rolle – auch in der Qualifizierung der Schulleitung: Angehende Schulleiterinnen und -leiter müssen während der Ausbildung nicht nur ein ausländisches Bildungssystem studieren, sondern dieses dann auch besuchen. Die Kosten für die Exkursion ins Ausland übernimmt das Bildungsministerium.

Die Schulleitung erhält ein höheres Gehalt

Das Einkommen der Schulleitung ist etwa 50 Prozent höher als das der Lehrkräfte. Die Schulleiterinnen und -leiter bleiben maximal sechs bis sieben Jahre an einer Schule. Danach werden sie vom Bildungsministerium an einer anderen Schule gezielt entsprechend ihren Fähigkeiten eingesetzt.
Auch die Lehrerinnen und Lehrer haben die Chance, ihr Gehalt aufzubessern und sich beruflich zu verändern: Aufstiegsmöglichkeiten und damit ein höheres Gehalt ergeben sich durch den intensiven Austausch und das gegenseitige Feedback der Lehrkräfte innerhalb eines sogenannten Clusters.

Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Je 12 bis 14 Schulen sind zu einem Cluster zusammengefasst, der von einer Superintendentin oder einem Superintendenten – einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bildungsministeriums – geleitet wird. Die Cluster-Leitung nimmt die Funktion von Schulaufsicht ein, ist hoch qualifiziert und hat im Ausland an renommierten Universitäten studiert. Ihre Aufgabe ist es, die Pläne des Bildungsministeriums an den einzelnen Schulstandorten voranzutreiben. Das soll zur Effektivität und Effizienz des Gesamtsystems beitragen. Die Superintendentinnen und -intendenten sind in kontinuierlichem Kontakt mit der Schulleitung sowie einmal jährlich mit den Lehrkräften. Dadurch ergibt sich eine hohe Übereinstimmung in den Wertvorstellungen zwischen Makro-, Meso- und Mikroebene im Schulsystem.

Ausgeprägte Feedbackkultur innerhalb des Kollegiums

Die Zusammenarbeit der Schulleitung mit dem Kollegium sowie der Lehrkräfte untereinander spielt eine große Rolle. Es gibt an jeder Schule unterschiedliche „Professionelle Lerngemeinschaften“ – Teams, die nach lateralen (Klassen-, Jahrgangsteams) oder vertikalen Erfordernissen (Teacher Leadership, mittleres Management) eingerichtet sind. Jede Woche ist ein Nachmittag für (verpflichtendes) gemeinsames Arbeiten an entwicklungsrelevanten Themen reserviert, an dem alle teilnehmen (müssen). Darüber hinaus haben einzelne Schulen sogenannte „Teaching Labs“ („Unterrichtslabore“) installiert: Lehrerinnen und Lehrer hospitieren im Unterricht ihrer Kolleginnen und Kollegen, sprechen gemeinsam darüber und werten zusammen die Ergebnisse aus.

Paradoxien in Singapurs Bildungssystem: strenge Prüfungen versus ganzheitliche Bildung

Singapurs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen viele Paradoxien im eigenen Schulsystem. Obwohl die Schülerinnen und Schüler nach sechs Grundschuljahren eine strenge Prüfung absolvieren, die über den weiteren Schulweg entscheidet, ist durchgängig ganzheitliche Bildung gefragt, nicht das Testen. Das zuständige Ministerium versucht seit einigen Jahren, Leistungstests in den Schulen weiter zurückzudrängen und dafür „Well-being“ – gesellschaftliches Wohlergehen – zu propagieren. Allerdings investieren die Eltern noch immer in außerschulische Tutorien, um ihre Kinder zusätzlich unterrichten zu lassen. Um Eltern den Druck zu nehmen, ihre Kinder auf die „besten Schulen“ schicken zu müssen, setzte das Bildungsministerium 2012 die Initiative „Every School A Good School“ („Alle Schulen sind gute Schulen“) auf.

Anstrengung, Fleiß und Disziplin: Die asiatischen Tugenden führen zum Erfolg

Die PISA-Ergebnisse weisen nach, dass der größte Teil der Jugendlichen die Schule erfolgreich abschließt, was nicht zuletzt auch auf die asiatischen Tugenden (Anstrengung, Fleiß, Disziplin) zurückzuführen ist. Die schulischen Spitzenleistungen lassen sich allerdings nicht durch Auswendiglernen erreichen. So erhalten die Schülerinnen und Schüler ständig variierende Aufgabenstellungen zur Annäherung an ein Lernziel. Die Variationen der Aufgabenstellungen stellen vielfach Bezug zum Lebensalltag her und aktivieren die Kinder und Jugendlichen, ihre eigenen Lebenserfahrungen einzubringen.

Oftmals wird das „rückwärtige Design“ angewendet – das heißt, die Heranwachsenden müssen den Lösungsweg zurückverfolgen, um das „Problem hinter dem Problem“ zu erkennen. Wurde die Essenz der Aufgabe verstanden, entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe desselben Formats, um die Mitschülerinnen und -schüler (zum Beispiel in kleineren Klassen) zur Lösung aufzufordern. Das Verstehen in einem umfassenden Problemverständnis im Sinne von „Metakognition“ („Was macht das Problem zum Problem?“) spielt bereits in der Lehrerbildung eine zentrale Rolle. Das fördert eine lernseitige Haltung im professionellen Habitus.

Individuelle Zuwendung in großen Klassen

Die durchschnittliche Klassengröße liegt in Singapur bei 36 Kindern, doch auch Klassen mit 40 Schülerinnen und Schülern sind üblich. Dennoch gehen die Lehrpersonen im Unterricht auf jedes Kind individuell ein, um es bestmöglich zu unterstützen. Damit wird einerseits eine hohe Integration aller in die Erfolgsgeschichte des Landes ermöglicht, andererseits – sozusagen als „Return of Investment“ – die Dankbarkeit für die empfangenen Leistungen des Schulsystems stimuliert („Wie und was kann ich der Gesellschaft später zurückgeben?“).

Warum Flugsimulatoren, Windkanäle und Lego-Wände zu Singapurs Schulen gehören

Charakteristisch für die Schulbauten Singapurs sind ihre Großzügigkeit und die reichhaltige Ausstattung, zu der beispielsweise auch ein Windkanal oder ein Flugsimulator gehören kann. Darin spiegelt sich vielfach der Fortschritt des Hochtechnologielands wider. Schulen erhalten pro Jahr 10.000 Dollar für innovative Projekte, die als „Anschub“ für kluge Lösungen eingesetzt werden sollen. Zwei Beispiele: Eine Grundschule schaffte eine riesige Lego-Wand an, um das kreative Gestalten innerhalb und außerhalb des Unterrichts anzuregen. Eine andere Schule richtete ein „Makerspace“, eine Art Kreativwerkstätte, ein. Die Schülerinnen und Schüler sollen so zum Experimentieren und Problemlösen angeregt werden.

Fazit

Was also macht die Erfolgsgeschichte des Schulsystems von Singapur aus? Wie gelingt es Singapur, dass der einmalige Spirit das gesamte Schulsystem prägt – angefangen von der Lehrkräftebildung bis hin zum Schulalltag? Es ist die Kombination aus allen genannten Faktoren – mit all den inhärenten Paradoxien:

  • unterschiedliche Leistungsanreize,
  • Maßnahmen zur Unterstützung durch die jeweiligen Vorgesetzten,
  • Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure,
  • „Eingebundensein“ in ein kohärentes – ein zusammenhängendes – Ganzes
  • und das Engagement aller Beteiligten.

Literatur: Tan, O.-S., Low E.-L., & Hung, D. (Eds.). (2017). Lee Kuan Yew’s Educational Legacy: The Challenges of Success. Singapore: Springer.

Zur Person

  • Der österreichische Erziehungswissenschaftler und Schulpädagoge Michael Schratz ist Gründungsdekan der School of Education der Universität Innsbruck.
  • In seiner Arbeit fokussiert sich Michael Schratz auf die Schulentwicklung und die Professionalisierung von Führungspersonen im Bildungsbereich.
  • Als hochkarätiger Experte aus der Wissenschaft ist er Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises und zugleich deren Sprecher.
  • Für Das Deutsche Schulportal schreibt Michael Schratz regelmäßig eine Kolumne und beobachtet dafür internationale Entwicklungen im Bildungssektor.
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#####EOF##### Umfrage: Elternarbeit ist eine der größten Herausforderungen – Das Deutsche Schulportal

Lehrer-Umfrage : Elternarbeit ist eine der größten Heraus­forderungen

Jede fünfte Lehrkraft nennt in einer Forsa-Umfrage die Zusammen­arbeit mit Eltern als eine der größten Heraus­forderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung. Zudem sieht laut Umfrage die Hälfte der Lehr­kräfte Probleme beim Einsatz von Quer­einsteiger­innen und Quer­einsteigern an ihren Schulen.

Florentine Anders / 28. Februar 2019
©Pia Bublies

Neben dem Lehrermangel und der Inklusion gehört die Zusammen­arbeit mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler derzeit zu den größten Heraus­forderungen für die Lehrerinnen und Lehrer an den allgemein­bildenden Schulen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung. Insgesamt wurden von Mitte November bis Mitte Dezember 2018 bundesweit 1.001 Lehrerinnen und Lehrer an allgemein­bildenden Schulen befragt.

Dagmar Wolf, Leiterin des Bereichs Bildung der Robert Bosch Stiftung, sagte dazu dem Deutschen Schulportal: „Beim Deutschen Schulpreis stellen Bewerber­schulen eine individuelle Heraus­forderung in den Fokus ihrer Bewerbung. Das kann eine gesellschaftliche, lokale oder pädagogische Heraus­forderung sein, auf die die Schule Antworten gefunden hat. Mit der Forsa-Umfrage wollten wir nun erstmals repräsentative Aussagen dazu bekommen, worin Lehr­kräfte allgemein­bildender Schulen die größten Heraus­forderungen für ihre Schule sehen, unabhängig davon, ob die Schule bereits Wege gefunden hat, mit diesen umzugehen.“

Besonders an Grund­schulen sind Schwierig­keiten mit den Eltern groß

Zu Beginn wurden die Lehrkräfte offen und ohne jede Vorgabe befragt, welches zurzeit die größten Heraus­forderungen an ihrer Schule sind. Am häufigsten nannten die Befragten mit 30 Prozent das Problem des Lehrer­mangels. Das Verhalten der Schülerinnen und Schüler gaben 23 Prozent der Lehr­kräfte als eine der größten Heraus­forderung an, gefolgt von der Inklusion (22 Prozent).

Für 21 Prozent der befragten Lehrkräfte gehört auch die Kommunikation und Kooperation mit den Eltern zu den größten Heraus­forderungen an ihrer Schule. Am schwierigsten ist der Einfluss der Eltern offenbar für die Lehrerinnen und Lehrer an den Grund­schulen. Jede dritte Lehr­kraft dort sieht darin eine besonders große Heraus­forderung. An den weiter­führenden Schulen der Sekundar­stufe I sind es 20 Prozent. Seltener, mit nur 15 Prozent, werden die Eltern von den Lehrkräften am Gymnasium unter den „größten Herausforderungen“ benannt. Auch die Probleme, die sich aus dem Lehrermangel und der Inklusion ergeben, werden an Grund­schulen deutlich häufiger genannt als an den Gymnasien.

Zwischen Helikopter­eltern und Eltern, die den Kontakt zur Schule ablehnen

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrer­verbands, ist wenig über­rascht, dass neben Lehrer­mangel und Inklusion die Eltern weit oben stehen bei den Benennungen der größten Heraus­forderungen für Lehr­kräfte. Erfolg­reiche Bildungs­arbeit sei eng verknüpft mit einer funktionierenden Erziehungs­partnerschaft zwischen Eltern­haus und Schule. „Wenn es da zu größeren Konflikten kommt, hat das massive direkte Auswirkungen auf Schule und Unterricht und beeinträchtigt auch das Lehrer­handeln“, sagte Meidinger dem Schulportal.

Angesichts einer ebenso wie bei der Schülerschaft immer hetero­gener gewordenen Eltern­schaft sei es schwierig, wenn nicht unmöglich geworden, sich ohne Weiteres mit den Eltern einer Klasse noch auf gemeinsame Erziehungs­ziele zu einigen, zum Beispiel im Umgang mit Computern.

Wachsende Probleme gebe es nach Angaben von Meidinger auch mit Eltern, die sich kaum um die schulische Entwicklung der Kinder kümmern oder aus anderen Gründen die Kontakt­auf­nahme ablehnen. Daneben gebe es die sogenannten Helikopter­eltern, die in ihrer Für­sorge ständig Lehr­kräfte mit ihren Forderungen bedrängten. Und dann gebe es noch eine weitere schwierige Gruppe von Eltern, die sich vor allem als „Anwälte“ ihrer Kinder verstehen und nur dann vor­stellig würden, wenn schlechte Noten oder Schul­strafen drohen.

Der Präsident des Lehrerverbands plädiert dafür, den gegenseitigen Austausch zu intensivieren: Häufiges Miteinander-Reden verringere Konflikte und schaffe Vertrauen. Dabei sollten Lehr­kräfte nicht nur bei Problemen den Kontakt zu den Eltern suchen. Sinn­voller sei es, mehr Zeit­fenster für die Eltern­arbeit bereit­zu­stellen – etwa durch die Reduzierung der Unterrichts­deputate.

Die Konfrontationen zwischen Eltern­haus und Schule sind Schwer­punkt­thema 2019 im Bundes­eltern­rat

Auch der Bundeselternrat habe die oft konfrontativen Positionen zwischen Eltern und Lehr­kräften als aktuelle Heraus­forderung erkannt und das Thema zum Schwer­punkt in 2019 gemacht, betont Erika Takano-Forck vom Vorstand der Eltern­vertretung. Infolge der neuen Partner­schaft­lich­keit zwischen Eltern und Lehr­kräften an den Schulen brächen auch Konflikte auf, die früher durch die vorherrschenden Hierarchien unter­drückt worden seien. Es gebe auf beiden Seiten noch wenige Erfahrungen in der Kommunikation ohne Schuld­zu­weisungen. „Wir sehen aber auch, dass an immer mehr Schulen die Eltern mit ihrem Feedback ernst genommen werden und damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitäts­sicherung leisten können“, sagt Takano-Forck. Fest­gelegte Austausch-Stunden für Eltern und Lehr­kräfte könnten dafür sehr förderlich sein.

©Pia Bublies

In Bezug auf die Bewältigung des Lehrer­mangels wurden die Lehrkräfte in der Forsa-Umfrage auch nach ihren Erfahrungen mit Quer­ein­steiger­innen und Quer­ein­steigern befragt. Gut die Hälfte der Lehr­kräfte (54 Prozent), an deren Schule Quer­ein­steigende unterrichten, meinen, dass es mit deren Einsatz Probleme gebe. An den Grund­schulen, an denen besonders viele Quer­ein­steigerinnen und Quer­ein­steiger zum Einsatz kommen, gaben sogar 68 Prozent der Lehr­kräfte an, dass damit Probleme verbunden sind. An den Gymnasien waren es nur 46 Prozent.

Als Gründe für die Probleme wurden am häufigsten „mangel­hafte pädagogische Fertig­keiten“ dieser Kolleginnen und Kollegen und „Probleme im Umgang mit Schülerinnen und Schülern“ (62 Prozent) genannt. „Der akute Mangel an Lehr­kräften ist auf­grund der demo­grafischen Entwicklung aktuell besonders stark in den Grund­schulen spürbar und wird in den nächsten Jahren die weiter­führenden Schulen erreichen“, sagte Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung. Hinzukomme, dass gerade an den Grund­schulen, an denen Kinder das erste Mal mit Lesen, Schreiben und Rechnen konfrontiert werden, der Einsatz von Quer­ein­steigern mit fehlenden didaktischen und pädagogischen Grund­lagen große Risiken berge, unabhängig vom Engagement der jeweiligen Lehr­kraft.

©Pia Bublies

Interessant sind auch die Meinungen der befragten Lehr­kräfte zu einem einheitlichen Gehalt. Insgesamt 74 Prozent der Befragten fände es laut Forsa-Umfrage richtig, wenn alle Lehr­kräfte an allgemein­bildenden Schulen das gleiche Gehalt (A13 oder E13) bekommen würden. Doch immerhin jede/r Vierte sprach sich gegen ein einheitliches Gehalt aus. Am stärksten war diese Ablehnung unter den Lehr­kräften an den Gymnasien. Wenn Sie auf dem Schulportal registriert sind, können Sie alle Umfrage­ergebnisse hier downloaden.

Mehr zum Thema

Für die Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung wurden von Mitte November bis Mitte Dezember 2018 bundesweit 1.001 Lehrerinnen und Lehrer an allgemein­bildenden Schulen befragt.

Thematisiert wurden in der Umfrage folgende Schwer­punkte:

  1. Die größten Heraus­forderungen an der Schule
  2. Gründe für die Wahl des Lehrer­berufes
  3. Meinungen zu einem einheitlichen Gehalt bei Lehr­kräften
  4. Besetzung der Lehrer­stellen und in der Schul­leitung
  5. Quereinsteiger in den Lehrer­beruf
  6. Ausstattung der Schule mit digitalen Medien
  7. Angebote zur Verbesserung und Weiter­entwicklung der eigenen Schule
  8. Informations­quellen über Schul­themen im Internet
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#####EOF##### Passen Fußball-WM und Schule zusammen? – Das Deutsche Schulportal

Umfrage : Wie passen Fußball-WM und Schule zusammen?

Am 14. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und die Hoffnung auf einen fünften Stern für Deutschland ist groß: Das ganze Land ist im Fußballfieber. Doch was ist mit den vielen fußballbegeisterten Schülerinnen und Schülern? Dürfen sie nach einem wichtigen Spiel am nächsten Tag später zum Unterricht kommen oder müssen die schulischen Pflichten streng eingehalten werden? Das Schulportal fragt nach – bei den zuständigen Kultusministerien der Länder, bei Lehrkräften, Schulleitungen, Kindern und Jugendlichen.

Antje Tiefenthal / 13. Juni 2018 / 2 Kommentare
Ein kleiner Junge reißt die Arme hoch und Konfetti in Deutschlandfarben fällt herunter
Mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wächst die Fußballbegeisterung hierzulande. Für junge Fußball-Fans, die nach einem WM-Spiel am nächsten Morgen zur Schule müssen, gelten unterschiedlichen Regelungen – je nach Schule und Bundesland.
©Getty Images

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD):
„Als Ministerin für den Sport stehe ich gedanklich nicht nur unserer Mannschaft zur Seite, sondern auch allen Fans in den Schulen.
Das Fieber für den Fußball wird in den nächsten Wochen viele erfassen, auch Schülerinnen und Schüler. Dennoch bitte ich um Verständnis dafür, dass wir in MV die Schulorganisation nicht ändern werden.
Selbstverständlich freue ich mich, wenn das Thema Fußball im Unterricht auf verschiedene Art und Weise aufgegriffen wird und das nicht nur im Sportunterricht!“

Sächsisches Staatsministerium für Kultus:
„Der Unterrichtsbeginn hat einen beweglichen Rahmen. Die Schule kann also in eigener Verantwortung entscheiden, ob der Unterrichtsbeginn während der Fußball-WM verlegt wird. Aber letztlich hängt die Entscheidung auch immer von anderen wichtigen Faktoren ab, wie zum Beispiel den Busverbindungen für die Schüler.“

Helmut Holter (DIE LINKE), Thüringens Minister für Bildung, Jugend und Sport:
„Schule und Fußball-WM lassen sich in Thüringen gut miteinander vereinbaren. Pünktlich zum Beginn der Achtelfinalspiele starten hier die Sommerferien. Auch die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft liegen terminlich so günstig, dass für Debatten über Schulausfall kein Anlass besteht. Also erst Schule, dann Fußball – in dieser Reihenfolge passt das gut zusammen.“

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg:
„Die diesjährige Fußballweltmeisterschaft in Russland ist für die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg eine spannendes Event und eine aufregende Zeit. Auch während der WM sollen den Schülern und Eltern zuverlässige Unterrichtszeiten und ein verlässlicher Schulalltag garantiert sein. Verschobener Unterrichtsbeginn sowie früheres Unterrichtsende sollten die Ausnahme sein – wir sind aber sicher, dass die Schulen hier im Sinne der Schüler die richtige Abwägung treffen.“

Die Schule kann in eigener Verantwortung entscheiden, ob der Unterrichtsbeginn während der Fußball-WM verlegt wird.
Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Hessisches Kultusministerium:
„Da es in Hessen keinen allgemein gültigen Schulanfang am Morgen gibt, sondern diese Entscheidung ohnedies bei den Schulen liegt, erübrigt sich eine Einzelfallregelung für Fußball-Großereignisse durch das Hessische Kultusministerium.
Auch bei vergangenen Turnieren hat es diesbezüglich nie einen Regelungsbedarf gegeben. Der Ermessensspielraum der Schulleiter wurde von diesen in aller Regel verantwortungsvoll genutzt. Wir gehen nicht davon aus, dass ein verspäteter Schulbeginn nötig sein wird. Besonders im ländlichen Raum würde dies für die Schulträger zu erheblichem organisatorischem Aufwand bei den Schulbussen führen und auch die Betreuungsfrage für alle berufstätigen Eltern wäre bei einem späteren Schulbeginn umständlich zu lösen.
Darüber hinaus beginnen in Hessen am nächsten Freitag die Sommerferien, so dass nur ein kleiner Teil der Spiele in die Schulzeit fällt.“

Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt:
„Sachsen-Anhalt ist in der glücklichen Lage am 28. Juni mit den Ferien zu beginnen. Zwei der drei Vorrundenspiele finden am Wochenende statt, das dritte Vorrundenspiel am letzten Schultag um 16 Uhr. Aus Sicht des Bildungsministeriums werden schulische Belange somit nicht beeinträchtigt. Eine Umorganisation des schulischen Alltags gestaltet sich in einem Flächenland auch äußerst schwierig, weil beispielsweise der Schülerverkehr sich nicht kurzfristig anpassen lässt. Darüber hinaus werden viele Lehrkräfte aber einen thematischen Bezug zur WM – beispielsweise durch gezielte Betrachtung der teilnehmenden Länder oder gesellschaftliche Analysen – in den Unterricht einbauen. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften viel Freude und natürlich der Nationalmannschaft viel Erfolg bei Fußball-WM.“

Bayerns Kultusminister Bernd Sibler (CSU):
„Ich habe vollstes Verständnis für jeden Fan, der die Spiele seiner Mannschaft verfolgen möchte. Aber auch während der WM wollen wir eine verlässliche Schule für unsere Schülerinnen und Schüler und deren Eltern! Ein späterer Unterrichtsbeginn, ein früheres Unterrichtsende oder das Verschieben von lange geplanten Schulaufgaben und Abschlussprüfungen aufgrund eines Fußballspiels wird im Regelfall an unseren Schulen nicht möglich sein. Dafür bitte ich um Verständnis.“
(aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus)

Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg:
Auf die Frage des Schulportals ob ein späterer Unterrichtsbeginn, ein früheres Unterrichtsende oder das Verschieben von Arbeiten eine Option während der Fußball-Weltmeisterschaft ist, antwortet die Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg: „Nein, in Hamburg findet regulärer Unterricht statt.“

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU):
„Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist immer ein besonders Ereignis und ich habe großes Verständnis dafür, dass man möglichst wenig davon verpassen möchte. Aber – um es mit  Detlev Buck zu sagen – „Erst die Arbeit und dann…“ gilt auch für die Schulen. Unterricht geht vor. Glücklicherweise liegen aber in Schleswig-Holstein die Ferien in diesem Jahr recht früh. Ab dem Achtelfinale können wir uns alle ganz entspannt auf die WM konzentrieren und unserer Mannschaft die Daumen drücken.“

Saarländisches Ministerium für Bildung und Kultur:
Im Saarland beginnen am 25. Juni die Schulferien. Da zwei Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft an Wochenenden stattfinden und eines bereits in den Ferien liegt, werden schulische Belange bei diesen Spielen nicht beeinträchtigt.
Im Saarland liegt die Entscheidung über den Unterrichtsbeginn ohnehin grundsätzlich bei den Schulen. Die Festlegung der regelmäßigen Anfangszeit des täglichen Unterrichts ist Sache der jeweiligen Schulkonferenzen (vgl. Schulmitbestimmungsgesetz). Jede Schule regelt also den Unterrichtsbeginn eigenverantwortlich. Die sogenannte Schulregionkonferenz kann den zuständigen Stellen Empfehlungen zur Abstimmung des Unterrichtsbeginns und Unterrichtsendes unterbreiten.“

Wir gehen nicht davon aus, dass ein verspäteter Schulbeginn nötig sein wird.
Hessisches Kultusministerium

Samuel (14), Schüler vom Gymnasium Allermöhe in Hamburg:
Die Fußball-WM finde nur alle vier Jahre statt, da könne man im Schulalltag schon mal eine Ausnahme machen, meint der 14-jährige Samuel. „In Hamburg beginnen am 5. Juli die Ferien, da passiert im Unterricht sowieso nicht mehr so viel“, sagt der Schüler. Er könne sich auch gut vorstellen, dass alle zusammen in der Schule ein Spiel anschauen. „Das stärkt die Gemeinschaft“.

Claudia Krötenheerdt, Lehrerin der Hagenbeck-Sekundarschule in Berlin:
„Ich würde es persönlich nicht gut finden, den Unterricht wegen eines Fußball-Spiels später beginnen zu lassen“, sagt die Lehrerin. Schließlich wäre man auch wenig begeistert, wenn die U-Bahn am nächsten Morgen nicht fahren oder der Supermarkt später öffnen würde.

Tina Küchenmeister, Lehrerin der Friedensburg-Sekundarschule in Berlin:
Ausnahmen könnten bei den schulischen Pflichten angesichts der Fußball-WM schon mal möglich sein, allerdings in einem verträglichen Maß, findet die Lehrerin Tina Küchemeister. „Bei der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien haben wir sogar ein Public Viewing in der Aula der Schule veranstaltet“, sagt die Lehrerin.

Quyen (13), Schülerin vom Manfred-von Ardenne-Gymnasium in Berlin:
Auch wenn es schön wäre, länger zu schlafen, Unterricht sei wichtiger, meint die Schülerin aus Berlin. Die Fußball-Spiele könne man sich schließlich auch später noch im Internet ansehen.

Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen:
„Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, aber auch bei einer Weltmeisterschaft gilt: Bei den Spielen mitfiebern und in der Schule am Ball bleiben. Es besteht aus Sicht des Schulministeriums keine Notwendigkeit, Sonderregelungen zur WM zu treffen, von denen dann ja im Übrigen auch diejenigen betroffen wären, die keine Fußballfans sind. Das Schulministerium ist überzeugt, dass sich Schule und WM vor Ort im Sinne der geltenden Schulpflicht sinnvoll miteinander in Einklang bringen lassen. Und wer auch immer am Ende Weltmeister wird, ausgiebig feiern können dann alle, denn das Finale des Turniers findet am Sonntag vor dem ersten Sommerferientag statt.“

Brandenburgisches Ministerium für Bildung, Jugend und Sport:
„Die diesjährige Fußball-WM in Russland bietet allen Fußballfans mit moderaten Übertragungszeiten Gelegenheit zum Mitfiebern (kaum Zeitverschiebung). Klar, dass auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte Fußball schauen wollen. Können Sie auch! Aber Schule deswegen ausfallen oder später beginnen lassen? Das sagt die Brandenburger Verwaltungsvorschrift Schulbetrieb §2, Absatz 2 dazu: bravors.brandenburg.de.
Trotz aller Fußballbegeisterung: Einen situationsbedingten Unterrichtsausfall sehen die Brandenburger Verwaltungsvorschriften zum Schulbetrieb nur für außergewöhnlicher Witterungs- und Straßenverhältnisse vor. Ereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft können pauschal weder einen Unterrichtsausfall noch die Verschiebung des allgemein festgelegten Unterrichtsbeginns rechtfertigen. Die Schulleitungen können im Einzelfall davon abweichende Regelungen treffen, sofern es vertretbar ist. Einen Anspruch darauf gibt es jedoch nicht. Dasselbe gilt hinsichtlich Klausuren, Klassenarbeiten und sonstigen schulischen Anforderungen.“

Niedersächsisches Kultusministerium:
„Es ist keine Sonderregelung geplant, es gilt auch während der WM der einschlägige Erlass, der im Kern besagt, der Unterricht möge nicht vor 7.30 Uhr starten und der Unterrichtsbeginn sei mit Eltern und Trägern der Schülerbeförderung abzustimmen.“

Diskutieren Sie mit!

Ist die Fußball-WM ein guter Grund für Schülerinnen und Schüler, um am nächsten Morgen den Wecker etwas später klingeln zu lassen? Oder bringt ein späterer Unterrichtsbeginn nur Chaos und alles bleibt am besten so wie es ist? Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit und verraten uns Ihre Meinung im Kommentarfeld!

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